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Direkt neben der Echelsbacher Brücke im Vordergrund wurde die 266 Meter lange Ersatzbrücke errichtet.

Bauamt will aus Fehlern lernen

Echelsbacher Brücke: Im Juni wird umgeleitet

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Beim Teilneubau der Echelsbacher Brücke steht der nächste wichtige Schritt an: Ende Juni soll die nebenan errichtete Ersatzbrücke in Betrieb gehen. Doch bis es so weit ist, will das Staatliche Bauamt Weilheim Fehler aus dem Schongauer Behelfsbrücken-Desaster vermeiden.

Rottenbuch – Wer regelmäßig über die Echelsbacher Brücke fährt, denkt sich seit Längerem: Auf was warten die noch? Tatsächlich schaut die 266 Meter lange Ersatzbrücke längst fertig aus. Fahrbahnmarkierungen sind gezogen, Schilder aufgestellt, nur ein Zaun steht noch davor. Tatsächlich dauert es nicht mehr lange, bis es soweit ist: Laut Christoph Prause vom Staatlichen Bauamt Weilheim soll der Verkehr nun wohl ab der letzten Juni-Woche auf anderen Wegen rollen.

Noch ist die Behelfsbrücke über die Ammerschlucht abgesperrt, ebenso die Fußgängerüberwege.

Theoretisch hätte man das Konstrukt bereits in Betrieb nehmen können, doch das Bauamt wollte auf Nummer sicher gehen – und hat sich die Probleme bei der Schongauer Ersatzbrücke über den Lechkanal als mahnendes Beispiel zu Herzen genommen. Dort wurde bekanntlich die Zufahrt zur Behelfsbrücke aus Richtung Schongau nach Peiting aufgrund der örtlichen Gegebenheiten so eng gebaut, dass bereits einer der ersten Lkw in der Brücke stecken blieb und mühsam befreit werden musste. Trotz Nachbesserungen musste der Versuch vorerst aufgegeben werden, erst in rund einem Monat sollen wieder Fahrzeuge auf diesem Weg von Schongau nach Peiting fahren – aus der Bevölkerung war Hohn und Spott auf das Bauamt eingeprasselt.

Zufahrt aus dem Kreisverkehr: Nachbesserung nötig

„Jetzt haben wir vorher getestet, ob alles reibungslos klappt“, sagt Prause. Tatsächlich hat sich die Zufahrt aus dem Kreisverkehr von Rottenbucher Seite her als nicht problemfrei herausgestellt. Dort wird laut Prause noch baulich nachgebessert, damit wirklich alles reibungslos läuft. „Wir sind gerade dabei, den Zufahrtsbereich zu ändern.“

Auch die Hinweistafeln haben er und seine Kollegen noch auf der Agenda. „Wir feilen daran“, sagt Prause. Das Dilemma, vor dem er steht: Die Behelfsbrücke ist „nur“ sechs Meter breit. „Die gibt’s nur so.“ Auf der Ersatzbrücke selbst dürfte der Begegnungsverkehr bei manchem Lkw- oder Busfahrer ebenfalls für Nervenkitzel sorgen. Denn laut Prause biete die Brücke zwar ausreichend Platz, doch Brummi-Lenker müssen ihr Fahrzeug schon ganz an den rechten Rand fahren, um bei einem entgegenkommenden Lkw keinen Spiegelstreifer zu fabrizieren. Dazu trägt auch das seitliche Gerüst bei, das die Brücke gefühlt schmaler macht, als sie wirklich ist. Gerade mit entgegenkommenden landwirtschaftlichen Fahrzeugen, die auch mal drei Meter Breite messen, „kann’s eng werden“. Doch Prause ist optimistisch, dass auch große Fahrzeuge bei langsamer Fahrweise gut die neue Brücke passieren können. Der endgültige Tag der Verkehrsfreigabe wird noch rechtzeitig bekannt gegeben.

2020 soll Brücke fertig sein

Nach einem aufwändigen Dialogverfahren wurde im März 2014 beschlossen, die 1929 erbaute Echelsbacher Brücke, die mit 182 Metern längste Melan-Bogenbrücke der Welt, neu zu bauen – zumindest teilweise. Weil die markanten Bögen des denkmalgeschützten Bauwerks erhalten bleiben sollen, wird nur ein Teil abgerissen und neu errichtet. Um die Brücke, die eine wichtige Verbindung vom Schongauer Land ins Ammertal darstellt und täglich von mehr als 9000 Fahrzeugen befahren wird, nicht komplett sperren zu müssen, entstand 30 Meter südlich eine Ersatzbrücke, die fast die Hälfte der Kosten von 21,8 Millionen Euro ausmacht. Nach einer europaweiten Ausschreibung folgte im Mai 2017 der erste Spatenstich für die Arbeiten, im Dezember war der Brückenschlag des Behelfs-Konstrukts geschafft. Im Dezember 2020 soll der Verkehr wieder über die runderneuerte Echelsbacher Brücke fließen

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