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Im Wandel: Der linke Teil des Kurhauses soll abgerissen werden, der rechte Abschnitt (Glaspavillon) bleibt vorerst stehen. Es ist geplant, darin ein Bio-Café unterzubringen.

Heilzentrum soll ab 2019 entstehen

Kurhaus Bad Bayersoien: Künftige Besitzer verraten erste Details

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Noch ist der Kaufvertrag nicht unterschrieben. Doch die künftigen Besitzer des Kurhauses planen schon und zwar in drei Etappen - mit  Unterkünften, Gastronomie und Produktion.

Bad Bayersoien – Die künftigen Besitzer des Bad Bayersoier Kurhaus-Areals haben mit ihrer Errungenschaft große Pläne. In drei Etappen wollen die Heilpraktikerin Carola Lage-Roy und der Homöopath Ravi Roy aus Riegsee-Hagen am Soier See ihr Heil-, Lehr- und Forschungszentrum mit Unterkünften und Gastronomie errichten. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2019 beginnen. Bislang waren die konkreten Pläne Verschlusssache im Gemeinderat gewesen. Gegenüber dem Tagblatt erläutert Ravi Roy (67) jetzt erste Details.

Das Paar hatte im öffentlichen Bieterverfahren den

Zuschlag für das Kurhaus samt 8600 Quadratmeter großem Grundstück bekommen. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat Mitte Dezember in nicht- öffentlicher Sitzung mit 9:1 Stimmen das Angebot der beiden angenommen. 1,82 Millionen Euro legen die Unternehmer, die einen Fachverlag und Versand für homöopathische Literatur sowie Chakrablüten-Essenzen betreiben, für das Objekt auf den Tisch. Allerdings beteiligt sich die Gemeinde mit maximal 200 000 Euro an den Abrisskosten für das 1971 errichtete Kurhaus.

Noch fehlen die Unterschriften unter dem Kaufvertrag. Der Notartermin, wohl in einer Schongauer Kanzlei, ist Roy zufolge für Anfang 2018 angepeilt. Ist alles fix, wollen die neuen Eigentümer umgehend mit den eigentlichen Architektenplanungen starten. „Das dauert mindestens ein Jahr“, sagt Roy mit Blick auf das gesamte Genehmigungsverfahren. Schließlich ist das Kurgebiet durch den Soier Flächennutzungs- und Bebauungsplan als Sondergebiet Auflagen unterworfen. In dem sensiblen Bereich unweit des Sees darf nicht alles und nicht für jeden Zweck errichtet werden.

Von Frühjahr 2019 bis spätestens Anfang 2020 ist der erste Schritt geplant. Das Kurhaus wird abgerissen und an seine Stelle ein Neubau gesetzt. Dieser beherbergt Unterkünfte – derzeit sind fünf Suiten und acht Ferienwohnungen mit insgesamt rund 48 Betten geplant –, Seminarräume sowie einen Massage- und Wellnessbereich im Erdgeschoss und ersten Stock. Allerdings verschwindet das alte Kurhaus nicht komplett: Der Teil, in dem einst auch die Bücherei war, bleibt vorerst stehen – dort kommt ein kleines Bio-Café hinein.

In einem zweiten Schritt denkt das Duo an den Bau einer Produktionsstätte für ihre Essenzen und Textilien. Die Unternehmer brauchen mehr Platz, der jetzige Standort an der Burgstraße in Hagen platzt laut Roy aus allen Nähten. 2022 ist als Start der Produktion in Bayersoien angedacht. Wo, ist allerdings noch unklar. Im Kurgebiet ist eine Fertigung jedenfalls nicht erlaubt. Allerdings will die Kommune ohnehin ein Gewerbegebiet ausweisen. Der Gemeinderat hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Im Gespräch sind Flächen an der B 472, im Bereich der Echelsbacher Brücke.

Steht die Produktionsstätte, wollen die Unternehmer sich dem noch stehenden rechten Teil des einstigen Kurhauses widmen. Der Trakt soll Platz machen für ein Bio-Restaurant sowie zusätzliche Wohneinheiten. Die Gastronomie geht laut Ravi Roy circa 2023 in Betrieb. Im hinteren Bereich des Grundstücks wäre Platz für einen Wellness- und Saunabereich.

Die Unternehmer ziehen jedoch nicht komplett in die Ammertal-Gemeinde. Verwaltung und Versand verbleiben in Riegsee-Hagen. Die gesamte Firmenplanung geht über einen Zeitraum von acht bis zehn Jahren. Deshalb wolle man die Entwicklung abwarten, bis sich die Frage eines kompletten Umzugs stellt.

Von dem Kurhaus hatten die Homöopathie-Unternehmer im Jahr 2016 „zufällig erfahren“, sagt Roy. Das Paar hatte schon länger nach einer Alternative zu Hagen gesucht. In Murnau habe man angefragt, doch aus dem eigentlich passenden Grundstück wurde nichts. „Die Gemeinde hat Nein gesagt.“ Soiens Bürgermeisterin Gisela Kieweg jedenfalls war gleich Feuer und Flamme. „Wir haben gesehen, wie offen sie ist“, betont der 67-jährige Homöopath. Über das Areal brauchte man ohnehin nicht groß zu diskutieren: „Die Lage ist einmalig.“

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