Stehen hinter dem Angebot: (v.l.) Andreas Scharli (Energiewende Oberland), Sigrid Goldbrunner (Verbraucherzentrale), die Energieberater Birgit Lechner und Richard Hufnagl, Klimaschutzmanager Florian Diepold-Erl, Bürgermeisterin Gisela Kieweg und Sebastian Kramer (Zugspitz Region). 

Beratung zum Nulltarif

Energiekarawane macht Station in Bayersoien: Das hat es mit den Gebäude-Checks auf sich

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Die Karawane zieht weiter – nach Bad Bayersoien. Dort besuchen Energieberater ab 14. März kostenlos private Haushalte. Damit sich noch mehr Interessierte für den Gebäude-Check anmelden, wurde jetzt die Frist verlängert.

Bad Bayersoien– Gisela Kieweg geht als gutes Beispiel voran. Bad Bayersoiens Bürgermeisterin hat ihr Haus testen lassen. Ob Kühlschrank, Fenster oder Dach. „Ich hatte schon ein komisches Gefühl“, gibt die Rathauschefin zu. „Man weiß ja nicht, wo’s fehlt.“ Trotzdem hat sie sich für den energetischen Gebäude-Check entschieden – der Umwelt zuliebe. Und ist froh darüber.

Scheuen muss sich vor der Serviceleistung, die den Namen „Energiekarawane“ trägt, niemand. „Das ist keine Prüfung“, betont Richard Hufnagl, einer von acht qualifizierten und unabhängigen Energieberatern der Verbraucherzentrale Bayern. „Sondern ein Hilfsangebot.“ Eines, das in der Gemeinde vom 14. März bis 7. April läuft.

Das Projekt initiierten der Landkreis und die Kommune, finanziert wird es von der Zugspitz Region GmbH sowie dem Bundeswirtschaftministerium. In der Regel kostet eine Energieberatung 226 Euro. Der Vorteil bei diesem Angebot: Es steht gratis zur Verfügung, denn die Kosten tragen Bund (200 Euro) und die Zugspitz Region, die den Eigenanteil der Haus- oder Wohnungseigentümer von 30 Euro übernimmt.

Die Berater prüfen Heizungsanlagen sowie die Gebäudehülle – ob Alt- oder Neubau – , stellen dann einen standardisierten Kurzbericht zusammen und empfehlen individuell weitere Schritte. Sigrid Goldbrunner von der Verbraucherzentrale vergleicht’s mit einer Vorsorgeuntersuchung beim Arzt.

Heuer sind noch Saulgrub und Ohlstadt dran

Bad Bayersoien ist nach Unterammergau die zweite Ammertaler Kommune, in der die „Energiekarawane“ Station macht. Die entsprechenden Anschreiben flatterten in der vergangenen Woche in die Briefkästen der Soier. „Um die 50 Rücklaufbögen sind da“, sagt Kieweg erfreut über die Resonanz. Die Frist für die Anmeldung läuft eigentlich am Donnerstag, 7. März, ab, wurde nun aber kurzerhand verlängert – bis 20. März. Damit noch Menschen durch Mundpropaganda erreicht werden.

Im Großen verfolgen die Verantwortlichen mit der „Energiekarawane“ die Absicht, die Klimaschutzziele der Bundesrepublik zu erreichen. Doch das fängt im Kleinen an. „Wir wollen die Bevölkerung sensibilisieren, wie man Energie sparen kann“, verdeutlicht Sebastian Kramer, Geschäftsführer der Zugspitz Region. Er sieht’s als „riesigen Impuls“ und hofft, dass im Anschluss entsprechend der Ratschläge gehandelt wird.

Das Angebot steht allen Kommunen im Landkreis offen. Nach Bad Bayersoien sind heuer noch die Gemeinden Saulgrub-Altenau und Ohlstadt an der Reihe. „Die Nachfrage ist größer als das, was wir abdecken können“, schildert Kramer. Eine der ersten Interessierten war Kieweg. „Ich habe laut ,hier‘ geschrien“, sagt die Bürgermeisterin und lacht. Das kann sie auch nach dem privaten Gebäude-Check noch. „Es ist nichts Schreckliches rausgekommen.“ Vielmehr hat sie Wissenswertes über Einspar-Potenziale erfahren.

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