Neues Wohngebiet in Bad Bayersoien

Entscheidung gefallen: 15 Bauplätze in „Breiten“

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Bad Bayersoien hat einen großen Schritt hin zum neuen Baugebiet „Breiten“ getan: Der Gemeinderat billigte einstimmig den Vorentwurf für den Bebauungsplan. Jetzt sind die Behörden an der Reihe. Aber es gibtDiskussionsbedarf.

Bad Bayersoien– Mit dem Beschluss geht Bad Bayersoiens neues Baugebiet „Breiten“ ins offizielle Verfahren. In der vierwöchigen Auslegung der Pläne kann die Öffentlichkeit ihre Stellungnahmen abgeben. Jetzt ist auch klar, wie viele Bauplätze auf dem Areal am Soiermühlweg entstehen sollen: 15 Grundstücke sind vorgesehen – 12 davon verkauft die Gemeinde, drei sind in Privatbesitz. Die Gesamtfläche des Gebiets beträgt 11 638 Quadratmeter, der Gemeinde gehören 9422 Quadratmeter. Der Entwurf sieht Bauplätze von 536 bis 690 Quadratmetern vor. In „Breiten“ sollen lediglich Einzelhäuser stehen, Doppelhaushälften sind nicht geplant.

Doch bei der Debatte zeigte sich: Nicht jeder im Gremium ist begeistert von der Ausweisung des Gebiets. „Breiten“ soll nämlich als allgemeines Wohngebiet deklariert werden. „Wir kriegen eine reine Wohnnutzung“, machte Ursula Burkart vom Architekturbüro „WipflerPlan“ deutlich. Eine Ausweisung als Dorfgebiet ist nicht möglich, weil sich in dem Areal keine landwirtschaftliche Nutzung befinde. Genau ein Dorfgebiet aber will Anton Saal haben: Der Gemeinderat, selber Landwirt, fürchtet eine Beeinträchtigung gerade für die benachbarten drei Hofstellen und warnte vor Rechtsstreitigkeiten wegen Lärm- und Geruchsbelästigung. Auch, dass „die Planungshoheit beim Gemeinderat liegt“, wie Burkart bekräftigte, konnte Saal nicht beruhigen. Er blieb hart: „Ein Wohngebiet, dass kann ich nicht akzeptieren.“ Am Ende stimmte Saal, der sich nicht grundsätzlich gegen ein neue Baugebiet sträuben mochte, dennoch dem Vorentwurf zu – auch, weil im weiteren Verfahren die Stellungnahmen abgewartet werden sollen.

Ebenfalls nach ausgiebiger Diskussion verständigte sich das Gremium auf die künftigen Dimensionen des Soiermühlwegs. Denn die Fahrbahn entlang des Baugebiets in Richtung Ammerschlucht – das Wohngebiet selbst wird über eine eigene Straße erschlossen – muss ausgebaut werden. Allerdings nicht so breit, wie wegen der Nutzung durch landwirtschaftliche Fahrzeuge im Raum stand. Mit den angedachten sechs Metern Breite konnte sich Bürgermeisterin Gisela Kieweg überhaupt nicht anfreunden: „Ich sehe das als Autobahn an.“ Jede Verbreiterung würde zur Flächenversiegelung und zum Verlust von kostbarem Baugrund führen. Der gefundene Kompromiss: 4,50 Breite im unteren Bereich des Wegs und immerhin 5,50 Meter im oberen Teilstück.

Ebenfalls gebilligt worden die Festsetzungen: Der Bebauungsplan soll unter anderem zwei Wohneinheiten pro Haus, zwei Vollgeschosse, Satteldächer, naturrote oder rotbraune Ziegel sowie das Verbot von Mauern als Einfriedungen zum öffentlichen Verkehrsgrund vorschreiben. Jetzt kommen die Behörden – von Naturschutz über Landwirtschaftsamt bis Wasserwirtschaftsamt – zu Wort.

Der Zeitplanist sportlich

Der weitere Zeitplan der Bürgermeisterin ist durchaus ehrgeizig. Sie möchte im Mai/Juni die Bauplätze verkaufen. Der Bedarf ist da: Für die zwölf gemeindlichen Bauplätze gibt es laut Kiewg schon 27 Bewerber. Von einem Einheimischenmodell spricht zwar offiziell keiner, allerdings hat Bayersoien Interessenten, möglichst Familien, aus dem Ort im Blick. Anfang Juli, spätestens im August, soll die Erschließung von „Breiten“ starten. Im Herbst könnten die ersten Bauherren ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen.

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