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Top-Duo: Isolde Holderied mit dem Toyota 2000 GT, der etwa 800 000 Euro wert ist. foto: fkn „Du hast nicht nachdenken,sondern nur Vollgas geben müssen.“Isolde Holderied zu den Rallye-Rennen in ihrer aktiven Zeit

Ex-Weltmeisterin aus Bad Bayersoien hat nichts verlernt

Isolde Holderied siegt im James-Bond-Auto

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Der Wagen: legendär.Die Fahrerin: eine Ex-Weltmeisterin. Isolde Holderied hat die Oldtimer-Rallye auf Schloss Bensberg gewonnen – und nebenbei die Stars von früher getroffen.

Bad Bayersoien – Sollte je ein Mensch dieses Auto erstehen wollen, es dürfte eine teure Angelegenheit werden. Auf 800 000 Euro schätzt Isolde Holderied den Preis des Toyota 2000 GT. Aber der wahre Wert des Wagens lässt sich nicht in Euro oder PS – er bringt es auf 150 – ausdrücken. Diesem Auto haftet die Geschichte des Super-Agenten 007 an. James Bond, in diesem Fall Sean Connery, hechtete sich in „Man lebt nur zweimal“ in den Sportcoupé. Die Filmemacher – welch Schande – sägten das Dach ab. 1967 musste man zu solchen radikalen Mitteln greifen, um den Helden ins rechte Licht zu rücken. Der Kameramann hätte sich sonst schwer getan, Bond bei geschlossenem Dach während der Verfolgungsjagd zu filmen. „Wunderschön“ sei das Auto. „Ein Hingucker“, sagt die frühere Rallye-Weltmeisterin aus Bad Bayersoien. Toyota hat sie als Markenbotschafterin nach ihrer aktiven Zeit behalten. Holderied präsentiert regelmäßig die besten Stücke des Autobauers. Manchmal kutschiert sie Ehrengäste in glänzenden 500-PS-Schlitten. Ab und zu vertraut man ihr die Klassiker an. Zuletzt schickte Toyota sie mit dem 2000 GT auf Schloss Bensberg (Nordrhein-Westfalen). Sie sollte dort eine Oldtimer-Rallye bestreiten. Holderied gewann.

Natürlich möchte man meinen. Von einer ehemaligen Profi-Fahrerin werden Erfolge dieser Art erwartet im Wettkampf mit Hobby-Piloten und Promis. Doch diesmal bestand die Aufgabe nicht darin, als Erste ins Ziel zu kommen. Früher sei das leichter gewesen, sagt die Ammertalerin. „Du hast nicht nachdenken, sondern nur Vollgas geben müssen.“ Bei den Supersports-Classics stellten die Veranstalter Aufgaben, die nicht nur den Fuß am Gaspedal fordern. Gleichmäßigkeits-Prüfungen nennen sich die Herausforderungen. Meistens müssen die Fahrer eine gewisse Distanz in einer vorgegebenen Zeit bewältigen – etwa 100 Meter in 19 Sekunden. Das System soll für Gerechtigkeit unter den Boliden sorgen. Belohnt wird nicht das kräftigste und schnellste Auto, sondern der Pilot, der am feinfühligsten mit seinem Gefährt umgeht. Fast wie bei Reiter und Pferd, wobei dieses Verhältnis zusätzlich noch gegenseitiges Vertrauen fordert. Immerhin ermöglicht dieser Typ Rennsport ein Marken-übergreifendes Kräftemessen. Die etwa 50 Teilnehmer meldeten Aston Martin, Porsche, Jaguar E-Type, BMW oder Mercedes an. „Alles fährt mit“, sagt Holderied. Sie bezieht das auch auf die Fahrer. Viele Sammler nutzten die Rallye, um ihre seltenen Sportwagen (Mindestalter 30 Jahre) auszufahren.

Angelockt werden auch die Stars von damals, die menschlichen Oldtimer. Ex-Formel-1-Fahrer Karl Wendlinger und Roland Asch – sechsmaliger DTM-Sieger – kamen. „Die Alten treffe ich alle wieder“, sagt die zweimalige Damen-Weltmeisterin. Keiner beherrschte seinen Wagen so gut wie Holderied. Nach 13 Prüfungen hatte sie 1368 Strafpunkte gesammelt. Für jede Hundertstel-Sekunde, die der Fahrer an der Zeitvorgabe vorbeischrammt, erhält er einen Strafpunkt. Umgerechnet bedeutet das: Die Bad Bayersoierin verpasste die Idealzeit um nur 13,68 Sekunden. Damit lag sie 1,3 Sekunden vor dem Zweiten. Bei 280 Kilometern und 13 Aufgaben sei das „überhaupt nicht viel“. Außerdem ermöglichte dieser Gegenentwurf zur Raserei einen Blick auf die schönen Seiten der Region um Schloss Bensberg. Bei Geschwindigkeiten zwischen 30 und 45 Stundenkilometer lässt sich von einem Wettkampf für Genießer sprechen. Üblicherweise setzt Toyota einen Journalisten oder Spezial-Gast auf den Beifahrersitz, der Überblick über Strecke und Aufgaben behält. Unterstützung schadet nicht, findet Holderied. „Diese Rallyes sind viel schwieriger zu fahren.“ Drei Klassik-Rennen hat sie bereits absolviert, zwei weitere folgen noch in diesem Jahr. Voraussichtlich.

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