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Stimmungsvolle Kulisse am Soier See.

Bad Bayersoien in Flammen

Farbrausch im Zeichen des Kini

3000 Besucher haben einen perfekten Sommerabend am Soier See genossen: mit grandiosem Feuerwerk und Auszügen aus dem Muscial König Ludwig II.“ – erstmals für die Blasmusik aufbereitet.

Bad Bayersoien – Die Oberfläche des Bayersoier Sees ruhte spiegelglatt und unberührt. Trotz der warmen Temperaturen schwamm niemand seine Bahnen. Auch die Schwanenfamilie, die sonst gemächlich ihre Kreise zieht, hatte sich in eine Ecke des Sees verdrückt – als wüsste sie, welches Spektakel sie bald erwartete. Langsam füllten sich hunderte von Biertischgarnituren, die die Wiese am Fischerhäusl säumten. An einem der Tische unterhielt man sich lautlos, in Gebärdensprache. Die beiden Familien bekamen nicht mit, wie die Ammerland Musi auf der großen Bühne das Fest „Bad Bayersoien in Flammen“ mit zünftigen Märschen und Polkas eröffnete. „Leider können wir alle die Musik nicht hören, aber wir genießen die Atmosphäre und warten auf das Feuerwerk“, erklärte eine der Gehörlosen, Annette Bannas aus Kiel, die mit ihrem Mann Thomas, ihrem Sohn Tako sowie Freunden aus Oberammergau gekommen war. Entspannt genossen sie das Ettaler Bier und unterhielten sich angeregt mit Gesten.

Währenddessen steuerte Hauptorganisator Josef Felix über die Wiese, denn er war der gefragteste Mann des Abends. Zum achten Mal inszenierte der Dirigent der Blaskapelle das Fest, das alle zwei Jahre stattfindet. Doch dieses Mal ging für ihn ein lang gehegter Traum in Erfüllung. Felix hatte immer schon ein Faible für das Musical „König Ludwig der II.“. „Die Stücke von Konstantin Wecker sind einfach saugut.“

Als großer Fan hatte er immer darauf gewartet, dass einmal eine Fassung für die Blasmusik veröffentlicht wird. „Aus fast allen Musicals gibt es die passenden Noten. Nur genau da hat man was verpasst.“ In den Augen des Dirigenten ist das ein kultureller Fauxpas. Deshalb nahm er die Aufgabe selbst in die Hand und bat den Schongauer Stadtkapellmeister Marcus Graf, einzelne Auszüge für ihn umzuschreiben. So stand das Fest dieses Jahr ganz im Zeichen des Märchenkönigs.  Das Oberkrainer Ensemble mit Sängerin Edith Prock versetzte das Publikum schon im Vorfeld in eine passende Stimmung. Manfred Ranner sorgte an der Klarinette für einen unvergleichlichen Heimatsound. Als in der nahenden Dunkelheit die Fackeln rund um das Gelände entzündet wurden, schlug die Stunde der Blaskapelle. Sie präsentierte sich mit den Solosängern Monika Staszak und Espen Nowacki.

Die Auszüge, die sie aus dem König-Ludwig-Musical begleiteten, stellten in der Blasmusik-Version eine Uraufführung dar. Dazu gehörte der „Kaiserin Sissi Marsch“, und der Krönungschor, zu dem es schon die ersten verhaltenen Raketenschüsse vom Feuerwerk gab. Als die Sänger „Rosenkavaliere“ sangen, verwandelten unzählige immer stärker brennende Feuer den See in ein rotes Lichtermeer. Das finale Gesangsduett „In Palästen geboren“ ging direkt ans Herz. Als die Künstler als Zugabe „Halleluja“ sangen und im Schein der Fackeln für sakrale Stimmung sorgten, bekam auch der letzte Besucher Gänsehaut.

Danach war es endlich so weit. Viele Gäste strömten in froher Erwartung zum Wasser und machten es sich auf mitgebrachten Picknickdecken gemütlich, um das angekündigte Feuerwerk zu erleben. Andere reckten ungeduldig die Hälse. Dann schossen die Pyrotechniker der Firma SiLight über zehn Minuten lang die Raketen in die Luft. Die bunten Lichter spiegelten sich in der Oberfläche des Sees und in den Augen der Zuschauer wider. Jetzt kam auch die Familie Bannas voll auf ihre Kosten. Die Faszination stand ihr ins Gesicht geschrieben.

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