Ein Mountainbiker fährt im Rennen einen Berg nach oben, angefeuert von vielen Zuschauern.
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So viele Zuschauer haben die Fünfkampf-Mountainbiker wohl noch nie den Aubichl hinaufgetragen. Martin Hollerbach (Foto) jubelten sie zum Sieg – seinem 16. in der Fünfkampf-Königsdisziplin.

Weniger Teams, doch Veranstalter hoffen auf nächstes Jahr

„Gigantisch, phänomenal“: Bayersoier Fünfkampf nach Corona-Pause großer Erfolg - so viele Zuschauer wie nie

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Beste Stimmung und Topleistung gab es beim 29. Bayersoier Mannschafts-Fünfkampf. Zwar machten weniger Teams mit, sie aber wurden noch nie von so vielen Zuschauern angefeuert.

Bad Bayersoien – Normalität wollten sie, die Bad Bayersoier. Zurückkehren sollte sie mit dem Fünfkampf, ohne den doch einfach etwas fehlt, was zu einem normalen Jahr in Bad Bayersoien dazugehört. Aber es wurde besser als normal. Immer waren bislang viele Zuschauer gekommen, immer war die Stimmung gut – aber heuer. . . „Es war gigantisch. Super. Extrem. Phänomenal.“ Dass ein Rupert Haseidl als ESV-Vorsitzender und damit Cheforganisator des Team-Wettkampfs derart schwärmt, mag auch an seinem Amt liegen. Doch jeder vor Ort, Teilnehmer oder Zuschauer, Auswärtiger oder Einheimischer, würde seine Bilanz unterschreiben.

Auch die Kinder lassen sich einen Start beim Fünfkampf nicht nehmen – und werden natürlich lautstark angefeuert.

Keiner hat die Besucher gezählt, 500 oder 600 dürften es aber am Samstag schon gewesen sein, die beim abschließenden Kult-Marathonrennen auf den Aubichl die Athleten mit Kuhglocken, „Hopp“- und „Bravo“- Rufen nach oben trieben. Nichts hielt die Zuschauer ab. Weder der Regen gen Ende – durchnässt feuerten sie einfach weiter an – noch die steilen Anstiege auf der Strecke. Am Simelerberg beispielsweise hätte man durchaus eine Extra-Disziplin einführen können: den Kinderwagen-Naufschiebwettbewerb. Genügend Teilnehmerinnen hätte es auf jeden Fall gegeben.

Bayersoier Fünfkampf: Einzigartig, was die Disziplinen und das Teilnehmerfeld angeht

Ob bei den Kindern oder Erwachsenen, ob beim Stock-Zielschießen, Bankdrücken, Rennrad-Zeitfahren oder beim Mountainbikerennen: An beiden Tagen spürte man ihn, den Bayersoier Fünfkampf-Geist, der auch am Abend das Bierzelt erfüllte. „Das Feiern haben wir sicher nicht verlernt“, sagt Moderator Xaver Jais und lacht. Und natürlich auch nicht ihre Hymne, die jetzt zwei Jahre verstummt war und bis in die Morgenstunden gesungen wurde: „Es gibt nur einen Soier Fünfkampf.“ Und wie der gefehlt hat in den Corona-Jahren. Gefühlt alle Mannschaften, sagt Jais, der im Organisationsteam für den Sport verantwortlich ist, haben sich einfach gefreut, dass der Wettbewerb endlich zurück ist. Als einzigartig bezeichnet ihn Jais – in zweierlei Hinsicht. Zum einen wegen der Disziplinen. Zum anderen wegen des Starterfeldes. Topathleten mit ambitionierten Sportlern zusammenzubringen und mit solchen, die einfach für die Gaudi mitmachen: „Dieser Mix ist uns extrem wichtig.“ Und er gelingt seit Jahren, außergewöhnlich mittlerweile das Niveau in jeder Disziplin. Regina Haas beispielsweise ist mehrfache Deutsche Meisterin im Bankdrücken, jetzt startet sie bei der Europameisterschaft – in Bad Bayersoien reichte es nur zu Platz zwei (alle Ergebnisse sowie weitere Bilder gibt‘s beim ESV Bad Bayersoien). „Das ist schon irre für so einen Dorfwettkampf.“ Jais ist begeistert, genauso wie die Teilnehmer. Mit einem Rennradfahrer hat sich der Moderator unterhalten. Wie super das sei, meinte der, dass er sich mit einem Lukas Krämer messen kann. Der eine Fabelzeit fuhr: Um nur zehn Sekunden verpasste der Triathlet aus Peißenberg den Streckenrekord.

Jeder gibt alles in seiner Disziplin – so auch dieser Starter beim Bankdrücken.

Ein starkes Team (Schlosserei Schichl) hatte Krämer zusammengestellt, um die Dauersieger zu schlagen. Gelungen ist es nicht. Wie seit 2015 stemmten am Ende wieder die Männer von Veloass Hohenfurch den Bernd-Utzschneider-Gedächtnispokal in die Höhe. Ein bestens Bekannter gewann auch das Mountainbikerennen: Martin Hollerbach – zum bereits 16. Mal. „Da kommen auch wirklich fitte Junge nicht vorbei,“ sagt Jais über den 53-jährigen Schongauer, der seit Jahren für die ESV-Heimmannschaft, die Soier Lions, startet. Sie landete im Gesamtklassement auf einem sehr guten vierten Platz – die Top fünf hatte Jais prophezeit.

Das große Ziel: Die magische 100 knacken

Sportlich also gab es wenige Überraschungen, organisatorisch ein paar. So warf der Regen am Freitag das Team „ein wenig aus der Bahn“, gesteht Haseidl. Doch schnell waren dank der Musikkapelle Pavillons aufgestellt und zumindest einen Teil des Stockschießens konnten die Veranstalter noch durchziehen. In Situationen wie diesen merkte man, dass nach zwei Jahren Pause noch nicht alles 100-prozentig rund und reibungslos laufe, sagt Haseidl. „Aber das Team im Hintergrund ist so stark, dass wir das abfedern konnten.“ Die beste Überraschung erlebte er menschlich. Mit einem so großen Zuspruch und dieser „riesigen Freude“, mit der Zuschauer, Athleten und Helfer dabei waren, hat er nicht gerechnet. Zumindest hat er es so nicht zu hoffen gewagt. Auch wenn mit 77 Teams etwas weniger an den Start gingen als 2019, als über 90 gemeldet waren. Doch waren die zwei Tage die beste Werbung für den 30. Fünfkampf im kommenden Jahr. Dann soll endlich die magische Zahl von 100 Starterteams fallen. „Das wär’ ein Traum.“

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