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Überglücklich ist Gisela Kieweg am Sonntagabend: Die Wahlvorstände Georg Eirenschmalz (l.) und Franz Doll gratulieren.

Plan B ist nicht nötig

Bad Bayersoier schenken Kieweg das Vertrauen - Herausforderer gratuliert sofort per Telefon

  • Katharina Bromberger
    VonKatharina Bromberger
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Jeder hat mit einem überaus knappen Ergebnis gerechnet, eine Prognose wagte in der Gemeinde kaum einer. Am Ende fällt die Wahl deutlich aus: Gisela Kieweg bleibt Bürgermeisterin von Bad Bayersoien. Mit 62,52 Prozent der Stimmen gewinnt sie gegen Rupert Haseidl.

Bad Bayersoien – Mantraartig hat sich Gisela Kieweg einen Satz in den vergangenen Wochen vorgesagt: „Du hast nichts zu verlieren.“ Immer wieder diese eine Botschaft. Mit dem Zusatz: „Du kannst nur dein altes Leben zurückgewinnen.“ Das spielte sich für Kieweg in der Buchhandlung ab, bevor sie 2014 Bürgermeisterin in Bad Bayersoien wurde. Für den Fall, dass sie mit ihrer zweiten Kandidatur scheitert, könnte sie ja in diesen Beruf zurückkehren, hat sie sich im Vorfeld der Wahl überlegt. So ein Plan B schadet ja nicht. Der beruhigt. Auch wenn es ihn nicht gebraucht hätte. Kieweg (Für Bad Bayersoien) bleibt im Amt. Und kann ihr Glück am Sonntag kaum fassen.

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„Ich bin absolut happy, total glücklich. Ich freu’ mich so sehr.“ Zum einen, weil ihr 62,52 Prozent der Bürger wieder das Vertrauen geschenkt haben. Zum anderen, weil sie „so unsagbar gerne weitermacht“. Insgeheim, sagt sie, habe sie nicht nur gehofft, dass sie als Bürgermeisterin bestätigt wird, sondern auch damit gerechnet. Aber die 53-Jährige dachte, dass es knapper wird – genauso ihr Kontrahent Rupert Haseidl.

Wahlkampf für Kontrahent Haseild „eine tolle, neue Erfahrung“

„Das hätten wir uns schon anders gewünscht“, sagt der 39-Jährige. Auch wenn niemand wagte, eine Prognose zu erstellen. „Wir wussten nicht, wo wir stehen, jetzt wissen wir’s.“ Er spricht damit für sich und seine „großartigen Unterstützer“ von der Gruppierung Gemeinsam für unser Dorf (GUD). Bei aller Enttäuschung gibt es sich nach außen am Sonntagabend als fairer Verlierer. Sofort hat er Kieweg angerufen und ihr zum Sieg gratuliert. Als Gemeinderat werde er mit ihr weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten, an den Rollen habe sich da nichts verändert. „Ich glaube, wir haben eine gute Basis.“

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Ohnehin nimmt er aus den vergangenen Monaten viel Positives mit. Den Wahlkampf empfand er als „tolle, neue Erfahrung“. Viele interessante, intensive Gespräche habe er geführt. Mit Menschen, mit denen er sich noch nie oder schon seit einiger Zeit nicht mehr länger unterhalten hat. „Das war spannend.“

Auch am Sonntagabend wird in kleiner GUD-Gruppe noch geredet, das Wahlergebnis analysiert. Um sich dann auf die Arbeit im Gemeinderat zu konzentrieren. „Dort wollen wir uns jetzt weiter für unser Dorf einsetzen.“

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