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Hier entsteht das Baugebiet.

Diskussionen im Gemeinderat 

Der nächste Schritt zum  neuen Soier Baugebiet

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Das Heilbad Bad Bayersoien macht den nächsten Schritt zum neuen Baugebiet „Breiten“: Der Gemeinderat behandelte die Stellungnahmen von Behörden und Bürgern zum Planentwurf.

Bad Bayersoien – Ganz so glatt ging das Vorhaben jedoch nicht in die nächste Phase. Vor allem beim Thema „Verkehr“ gab es unterschiedliche Meinungen. Auch der Quadratmeterpreis für die begehrten Bauplätze sorgt für Kritik.

Bauernverband und landwirtschaftliche Anwohner des Areals am Soiermühlweg fürchten um die Verkehrssituation. Sie hatten Bedenken wegen der geplanten Straßenbreite eingereicht und mindestens sechs Meter Breite gefordert, erklärt Bürgermeisterin Gisela Kieweg auf Nachfrage. Der Gemeinderat habe „die Bedenken sehr ernst genommen“. Ergebnis: Der bisherige Wirtschaftsweg werde im Bereich des Wohngebiets auf immerhin 6,50 Meter so genannten Straßenraum – Fahrbahn inklusive Seitenflächen – ausgebaut.

Kieweg selbst hatte sich bei der Entwurfsplanung für eine möglichst geringe Breite ausgesprochen. Eine „Autobahn“ wolle sie dort nicht haben, hieß es von ihr. Keine Änderung gab es dagegen bei der Ausweisung des Areals: „Breiten“ – von den 11 638 Quadratmetern Fläche gehören 9422 Quadratmeter der Gemeinde – bleibt laut Kieweg allgemeines Wohngebiet. Dies hatte nicht jedem Gemeinderat wegen befürchteter Einschränkungen für die angrenzende Landwirtschaft gefallen. Doch ein Dorfgebiet, das Wohnen und Arbeiten nebeneinander ausdrücklich vorsieht, sei in diesem Fall baurechtlich nicht möglich, bekamen Soiens Räte schon im Februar bei der Entwurfsbilligung vom Architekturbüro „WipflerPlan“ zu hören.  Einstimmig schickten Soiens Räte nun den Bebauungsplan in das weitere Verfahren. Zwei Wochen wird das Werk nochmals öffentlich ausgelegt. Den nötigen Satzungsbeschluss, der den Plan rechtskräftig macht, will die Bürgermeisterin „zügig fassen“. Kieweg: „Es ist wichtig, dass was weiter geht.“ Allerdings wird es aller Voraussicht nach nichts mit dem Beginn der Erschließung noch in diesem Jahr. Denn Firmen zu finden, ist im Bauboom schwer.

Kieweg will wenigstens die Ausschreibungen heuer rausschicken. Sie erwartet, dass die Bagger 2019 anrollen. Immerhin wird die Kommune keine Probleme habe, ihre Grundstücke los zu werden. 32 Interessenten haben sich laut Kieweg für die zwölf gemeindlichen Bauplätze gemeldet. Drei weitere Areale sind in Privatbesitz. Der Entwurf sieht Bauplätze von 536 bis 690 Quadratmetern vor – bebaut ausschließlich mit Einzelhäusern. Doch Eigenheimfans müssen für ihren Bauplatz durchaus tief in die Tasche greifen. Nämlich 205 Euro pro Quadratmeter. Darauf hatte sich der Gemeinderat nicht öffentlich verständigt. 100 Euro sind für den Boden fällig, weitere 105 Euro für die Erschließung. Der Preis sorgt für Diskussionen im Dorf – wegen der Höhe gerade für junge Familien, die ja ausdrücklich Zielgruppe des Baugebiets sind. „Das ist absolut fair“, sagt dagegen Kieweg, „das ist ein sehr guter Preis.“ Sie begründet die Summe mit den Unwägbarkeiten der Baubranche und den derzeitigen Preissteigerungen. Komme die Erschließung günstiger als geplant, „kriegt man Geld zurück“, verspricht sie. Dies geschah zuletzt im Baugebiet „Bruckler Filz“. Und überhaupt, macht die Bürgermeisterin deutlich, handele die Kommune mit einem kostbaren Gut: „Flächen sind heutzutage wertvoll.“

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