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Alle Hände voll zu tun hatte das Verkaufspersonal des neuen Dorfladens in Bad Bayersoien am Donnerstag.

 Ansturm „beim Moser“ – 250 Bürger zeichnen Anteile

Neuer Dorfladen in Bad Bayersoien eröffnet 

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Bad Bayersoien –  Knapp 1000 Artikel des täglichen Bedarfs gibt es seit Donnerstag wieder in Bad Bayersoien zu kaufen. Noch vor Jahresende ist der neue Dorfladen „beim Moser“ in der Dorfstraße 42 eröffnet worden – ein Weihnachtsgeschenk!

Hans Klöck, mit Margit Greinwald und Marco Schmid einer der drei ehrenamtlich tätigen Geschäftsführer der Gesellschaft „Dorfladen Bad Bayersoien UG“, beobachtet das Geschehen mit Genugtuung: „Wenn man sieht, wie die vielen Leute mit einem Lächeln im Gesicht den Laden betreten, dann war die ganze Arbeit nicht umsonst und dann haben wir wohl nicht soviel falsch gemacht.“ Nach einem Rundgang durch das 70 Quadratmeter kleine, aber feine Geschäft gerät auch Altbürgermeister Anderl Greinwald fast ins Schwärmen: „Schön ist’s geworden, hervorragend, passt alles. Mehr brauch’n mir ned.“ Bürger, die sich vor und im Geschäft drängen, pflichten ihm bei. Wie Gabi Schürgers: „Ich habe schon im früheren Dorfladen 90 Prozent meiner Einkäufe getätigt, und das wird dieses Mal wieder so sein. Auch wenn ein Artikel mal ein paar Cent mehr kostet: Dafür spare ich mir Zeit, Nerven und Benzin. Ich bin total begeistert. Es ist gut sortiert, übersichtlich und es gibt ein breites Angebot.“

Froh und glücklich, dieses Vorhaben realisiert zu haben, ist auch der Vorsitzende des Beirats und Hauptinitiator des Projekts, Karl-Heinz Schuster: „Im letzten Dreiviertel Jahr hat sich bei mir fast alles um den Dorfladen gedreht. Es mussten auch viele bürokratische und rechtliche Hürden gemeistert werden, aber es hat sich gelohnt.“ Über 90 000 Euro Einlagekapital sind zusammengekommen – investiert von rund 250 Anteilszeichnern, von denen jeder mindestens 250 Euro gegeben hat. Nicht nur Einheimische sind darunter, auch Förderer aus anderen Gemeinden des Ammertals und des Pfaffenwinkels sowie Urlaubsgäste fanden die Idee so gut, dass sie sich an diesem Bürgermodell beteiligt haben.

Hans Klöck hält es für wichtig, „dass die Leute jetzt auch in unserem Laden einkaufen“. Wenn es so weitergeht wie gestern am ersten Tag, als sich viele Kunden zwischen den Regalen drängten, braucht den Soiern nicht bange zu sein. Freuen tut man sich „über jeden weiteren Anteilszeichner, der uns unterstützt.“ Gerne nehmen Geschäftsführer, Beirat und die neue Marktleiterin Kathrin Schäfer auch Anregungen von Kunden entgegen, „denn unser großer Vorteil ist, dass wir schnell reagieren und etwas ändern können“ (Klöck). Dem pflichtet auch der Partner des Projekts, die Utz GmbH & Co. mit Sitz in Ochsenhausen bei Biberach, bei, die 41 Dorfläden – darunter Bayersoien – mit Lebensmitteln beliefert. Matthias Utz: „Wir haben kurze Entscheidungswege.“ Noch etwas spricht für den neuen Dorfladen in der Gemeinde: Es gibt nun wieder einen zentralen Ort, wo man sich trifft, einen kleinen Ratsch abhalten und Kontakte pflegen kann. Das stärkt die Dorfgemeinschaft.

Übrigens: Die offizielle Eröffnung ist voraussichtlich für den 21. Januar geplant.

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