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Bengalische Feuer am Ufer tauchten den Bayersoier See in ein mystisches rotes Licht.

Terminverlegung des Pyro- und Musikspektakels macht sich bezahlt: Spektakuläre Sommernacht ohne Regen

„Bad Bayersoien in Flammen“ begeistert 2000 Besucher

„Brennende Herzen“ - so lautete das Motto des diesjährigen Open-Air-Spektakels „Bad Bayersoien in Flammen“ am Soier See. Die Flexibilität der Veranstalter legte den Grundstock für den Erfolg.

Bad Bayersoien – Das nennt man wohl „einen guten Riecher“. Die kurzfristige Entscheidung der Organisatoren um Josef Felix, angesichts der Wetterprognosen den Termin von „Bad Bayersoien in Flammen“ von Freitag auf Sonntag zu verschieben, hat sich als goldrichtig erwiesen. Petrus hielt die Himmelsschleusen zum Ausklang des Wochenendes geschlossen und so strömten die Besuchermassen wie erwartet – etwa 2000 – zum See, wo sie bis zum grandiosen Abschlussfeuerwerk den von Felix versprochenen „Abend für alle Sinne“ genießen konnten. Wer sich schon vor 18 Uhr auf den Weg zum Festgelände gemacht hatte, fand noch problemlos einen Parkplatz wie einen Sitzplatz vor der großen Bühne. Wobei allerdings die besten Plätze auf der „Empore“, die eine Sicht auf das Geschehen von oben ermöglichten, schon belegt waren.

Eine erste Maß, eine erste Bratwurst, der Abend konnte beginnen. Als Musik ertönte, schauten einige ratlos auf die leere Bühne – bis sie den „aufgeschnittenen Wohnwagen“ gleich daneben mit seinem speziellen Innenleben entdeckten: In diesem saß das „Orchester Kurzweil“ aus Böbing (Geige, Gitarre, Akkordeon, Posaune, Kontrabass) und spielte munter auf. Mit Strohhüten und Sonnenbrillen ausstaffiert, hoben sie sich deutlich vom Erscheinungsbild der Blasmusiker ab. Auch musikalisch beschritten sie andere Wege mit ihrer Mischung aus Country und Jazz. Einen Schattenplatz gesichert hatte sich ein Trio aus dem Saarland. Doris Gansen ist mit Schwester und Schwager gerade auf Urlaub in Bad Kohlgrub. „Wenn ich in Bayern bin, will ich auch bayerische Musik hören“, erklärte die Saarbrückerin.

Als hätte Felix diesen Wunsch vernommen, formierte sich nun die Blaskapelle Bad Bayersoien auf der Bühne – der Dirigent kündigte „ein traditionelles Programm“ an: die „Herzensbrecher-Polka“, den Walzer „Du, nur du“, die Clara-Polka. Die Kapelle, in der viele junge Frauen mitwirken, entfaltete einen beachtlich satten Sound. Nach weiteren Polkas und Märschen sagte Sepp Felix dann „etwas Funkiges“ samt Solo-Tuba an. Tolerante Einsicht eines musikalisch selbst eher traditionell eingestellten Besuchers: „Den jungen Leuten muss man heute schon auch was bieten . . .“ Die letzte Nummer brachte das Motto des Abends auf den Punkt: „Lasst uns das Leben genießen!“ In der Umbau-Pause konnten sich die Besucher dann mit Nachschub an dem reichhaltigen Essens- und Trink-Angeboten eindecken.

Aus Tirol angereist war die „Ammerland Musi“, ein fröhliches Trio an Akkordeon, Gitarre und Bariton. Doch obwohl der Name so gut hierher passte, zündete deren Musi nicht so richtig. Gegen 21 Uhr wurden dann die Fackeln und Feuerschalen entzündet und die Bäume ringsum in farbiges Licht getaucht. Die Soier Blaskapelle läutete die Serenade unter dem Motto „Brennende Herzen“ ein. Bei diesem Thema musste natürlich auch gesungen werden. Das übernahmen Christina und Martin Mantel, deren Moderation allerdings nicht bei allen ankam. Die Soier Musi konnte indes hier beweisen, was sie sonst noch so drauf hat: nämlich den großen Big-Band-Sound, den schmachtenden Pop, den fetzigen Rock bis zur Filmmusik. Die erklang zum „TV-Kult-Abend“, der Szenenfotos aus den Kult-Serien der deutschen Fernsehgeschichte zeigte. Eine witzige Idee, gut umgesetzt, aber nicht wirklich passend zum Motto. Dieses illustrierte die Laser-Show, die umschlungene Paare, turtelnde Tauben, Sektgläser und natürlich immer wieder Herzen auf einen Wasserstrahl über dem See erscheinen ließ. Dann endlich das Feuerwerk! Effektvoll konzipiert, der wahre Höhepunkt. Dass dazu sehr laute Musik aus der Konserve abgespielt wurde, beeinträchtigte das Erlebnis für manche Besucher allerdings.

Unterm Strich aber gebührt ein großes Kompliment der Mammut-Organisation: Von den Feuerwehrleuten als Parkplatzeinweiser über die trotz des immensen Andrangs ebenso freundlichen wie aufmerksamen Bedienungen bis hin zur Gesamtdisposition der Aufbauten, die keinerlei Gefühl von Platznot aufkommen ließen. Fazit: Ein toller Einsatz aller Beteiligten!

Sabine Näher

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