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In langen Schlangen rollen di e Fahrzeuge über die halbseitig gesperrte Ammer-Behelfsbrücke. Mitte 2021 soll die neue Echelsbacher Brücke (hinten) fertig sein.

Wartungsarbeiten an Behelfsbauwerk

Riesenstau an der Echelsbacher Brücke

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Die Frequenzen von Kran und neuer Ampelanlagen hatten sich nicht vertragen, das Gerät „hat schlichtweg gesponnen“, heißt es vom Staatlichen Bauamt. Deshalb kam es am Montagvormittag an der Behelfsbrücke der Echelsbacher Brücke zu langen Staus.

Rottenbuch– Sie wurde bei der Verkehrsfreigabe im Juni 2018 als „logistische Herausforderung“ bezeichnet: Die Behelfsbrücke, über die der Verkehr während des Umbaus der Echelsbacher Brücke in Rottenbuch rollt, ist auf Grund ihrer Dimension bundesweit einmalig. Die 266 Meter lange Ammerüberquerung hat allerdings einen Schönheitsfehler: Das Bauwerk muss alle drei Monate überprüft werden. Rund 15 000 Passbolzen, Verbindungsstücke für die Metallkonstruktion, werden dabei von Experten kontrolliert. Das bedeutet Verkehrsbehinderungen auf der viel befahrenen B 23, weil die Brücke halbseitig gesperrt werden muss. Seit Montag laufen die Arbeiten – und es ging gleich mit einem Ärgernis los.

Wer am Montagvormittag mit dem Auto, Lastwagen oder Bulldog über die Ammerbrücke wollte, brauchte Geduld. Bis zu 15 Minuten standen genervte Fahrer auf Bad Bayersoier Seite im Stau. Die Schlange reichte bis kurz vor der Einfahrt in den Moorkurort. So mancher Verkehrsteilnehmer drehte um und nahm den langen Umweg über Murnau in Richtung Norden. Auch auf Rottenbucher Seite staute es sich.

Anlaufschwierigkeiten mit neuer Ampelanlage 

Die Ursache war technischer Natur, erklärte Christoph Prause, am Staatlichen Bauamt Weilheim für den konstruktiven Ingenieurbau zuständig, auf Nachfrage. Als die Brückenprüfer gestern Morgen begannen, kam eine neue Ampelanlage zum Einsatz – betrieben von einer externen Verkehrssicherungsfirma. Doch es gab Anlaufschwierigkeiten. Das Gerät „hat schlichtweg gesponnen“, so Prause. „Es hat sich mit den Frequenzen des Krans nicht vertragen.“ Ergebnis: Die Rotphasen zogen sich in die Länge und waren nicht mehr aufeinander abgestimmt. Teilweise schalteten die Arbeiter die Ampel per Hand. Mittags lief der Verkehr wieder normal. Bei der Schongauer Polizei war alles ruhig geblieben: „Es gab keine Beschwerden“, bilanzierte Inspektionsleiter Herbert Kieweg gegen 15 Uhr.

Brückenprüfung noch bis Mittwoch

Die Brückenprüfung ist bis Mittwoch angesetzt. Bis dahin müssen sich Verkehrsteilnehmer jeweils von 7 bis 17 Uhr auf Behinderungen einstellen. An der halbseitigen Sperrung führt kein Weg vorbei, betont Prause. Drei Viertel der 15 000 Bolzen könnten zwar während des fließenden Verkehrs untersucht werden, aber für den Rest brauche es einen Hubsteiger. Und der blockiert eine Fahrbahn. „Wir versuchen, Termine zu finden, die einigermaßen verträglich sind“, verteidigt Prause die Ansetzung kurz nach den Ferien. Man habe zudem einen neuen Standort für die Baustellenampel auf Rottenbucher Seite gewählt – vor dem Kreisel, um darin Rückstau zu vermeiden.

Längere Grünphasen sind nicht möglich

Längere Grünphasen sind laut Prause nicht machbar. „Die Räumstrecke ist entscheidend.“ Sprich: Die Zeiten zwischen Rot und Grün sind so bemessen, dass langsame Fahrzeuge es in Ruhe über die Brücke schaffen. Nachts bei Kunstlicht seien die Arbeiten auch nicht möglich: „Das funktioniert nicht, weil es sich um Sichtprüfungen handelt.“ 

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Beim Rückbau der Echelsbacher Brücke haben die Verantwortlichen eine positive Zwischenbilanz gezogen.

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