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Einiges zu tun: Das Rathaus in Bad Bayersoien soll modernisiert werden. Nicht ohne Grund: Das Gebäude ist mehr als 120 Jahre alt. 

Vorhaben kommt der Gemeinde billig

Soier Rathaus-Sanierung startet

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Die Sanierung des Rathauses in Bad Bayersoien wird ein Schnäppchen: Der Gemeinderat hat die Arbeiten – ohne Gegenstimme – für das rund 177 400 Euro Paket vergeben. Dabei helfen ihm satte 90 Prozent Förderung. Los gehen soll es in Kürze. 

Bad Bayersoien – Seit Bürgermeisterin Gisela Kieweg (parteifrei) vor drei Jahren ins Rathaus einzog, steht die Sanierung des alten Rathauses auf ihrer Agenda. Eines ist klar: Das mehr als 120 Jahre alte Gebäude an der Dorfstraße bedarf dringend einer Modernisierung. Die „Bierlingvilla“ wurde 1895 von Ludwig Bierling erbaut, 1962 erwarb sie die Gemeinde und nutzt das Haus seitdem als Verwaltungssitz. Doch die Fenster sind energetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand, zudem gibt es Risse im Mauerwerk. Auch der Zugang zum Rathaus samt Tourist-Info ist alles andere als behindertenfreundlich und für Kinderwagen einfach ungeeignet.

Im Mai vergangenen Jahres zog Kieweg einen dicken Fisch an Land: Der Freistaat schießt über sein Kommunal-Investitions-Programm (KIP) 232.000 Euro dazu, teilte sie erfreut mit. Im September beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Sanierung anzugehen und stimmte der Kostenschätzung von 260.000 Euro zu. Die Kommune müsste nach jetzigem Stand somit nur um die 25.000 Euro beisteuern.

Heimische Firmen beauftragt

Verantwortlich für die Planungen ist das Bad Kohlgruber Büro „BöhmerLaubender“. Die Sanierung sei machbar und wohl nicht allzu aufwendig, hatte Architekt Michael Laubender damals die Räte beruhigt. In der Sitzung jetzt ging es ans Eingemachte. Den größten Brocken machen die Zimmererarbeiten aus, vor allem das Dach muss gerichtet und gedämmt werden. Der Auftrag ging an einen heimischen Betrieb für umgerechnet 64.000 Euro. Ebenfalls im Dorf bleiben die Schreinerarbeiten für die Fenster und eine neue Eingangstür für knapp über 56.000 Euro. Die Soier müssen dafür so tief in die Tasche greifen, weil sich laut Laubender eine Sanierung der jetzigen Fenster nicht mehr rentiert und auch der Denkmalschutz Auflagen macht. Das Rathaus selbst steht zwar nicht unter Schutz, allerdings müssen sich neue Holzfenster in die Nachbarschaft einfügen, war zu hören. Eine neue Tür ist ebenfalls nötig, weil sonst die Barrierefreiheit, ein Grund für den Zuschuss, nicht erfüllt wird.

Ziel: Im Herbst soll das Rathaus in neuem Glanz erstrahlen

Über zwei weitere Aufträge kann sich eine Mittenwalder Baufirma freuen: Sie baut den Haupteingang komplett barrierefrei aus (30.200 Euro) und verbessert die Entwässerung des Niederschlagswassers am Gebäude (22.600 Euro). Nur ein kleiner Posten sind da die Spenglerarbeiten eines Oberammergauer Betriebs mit rund 4000 Euro. Macht unterm Strich fast 178.000 Euro Gesamtsumme. Diskussionen gab es im Rat jedoch nicht. „Heute können wir gut ausgeben, weil wir zahlen nur zehn Prozent“, spielte die Rathauschefin gut gelaunt auf die üppige freistaatliche Finanzspritze an. Allerdings stehen noch weitere Arbeiten aus. Architekt Laubender: „Wir haben erstmal die kostenintensiven Gewerke ausgeschrieben.“ Heizung, Elektrik und Malerarbeiten folgen noch. Doch dafür hat die Gemeinde ja dank Zuschuss einen ausreichenden finanziellen Puffer.

Baubeginn soll möglichst bald sein, bekräftigte der Planer. Bis zu den großen Ferien will er viel erledigt haben. „Wir wollen die Sommergäste nicht mit einer Baustelle belästigen.“ Die Bürgermeisterin rechnet damit, dass ihr Rathaus im Herbst in neuem Glanz erstrahlt. Der Verwaltungs-Betrieb läuft übrigens während der Arbeiten normal weiter.

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