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Eine Naturschönheit: die Schleierfälle.

Vielleicht gibt es einen neuen Ortstermin

Schleierfälle: Kieweg will Aus für Plattform nicht einfach hinnehmen

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Sie war überrascht. Von dem Ergebnis, dass es an den Schleierfällen keine Plattform am Soier Flussufer geben soll. Doch Bürgermeisterin Gisela Kieweg lässt nicht locker. 

Bad Bayersoien – Eine Frau gibt sich kämpferisch: Gisela Kieweg will das Aus für die Aussichtsplattform gegenüber den Schleierfällen nicht so ohne weiteres hinnehmen. „Ich werde es nicht gut sein lassen“, kündigte Bad Bayersoiens Bürgermeisterin jüngst im Gemeinderat an.

Bei einem Ortstermin am 12. April hatten sich unter anderem Vertreter der Unteren Naturschutzbehörden bei den Landratsämtern Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau, der Regierung von Oberbayern, von Staatsforsten, WWF und Ammer-Naturwächtern darauf verständigt, dass es keine Plattform am Soier Flussufer geben soll. Ein vom WWF Deutschland finanziertes Gutachten kam zu dem Schluss: Die Schleierfälle sind trotz des Besucherverkehrs „insgesamt in einem hervorragenden Erhaltungszustand“, wie die Weilheimer WWF-Projektkoordinatorin Sigrun Lange damals sagte. Der Bau einer Plattform samt Weg stehe nicht im Verhältnis zu den potenziellen Verbesserungsmöglichkeiten an den Schleierfällen, hieß es von den Landratsämtern. Die Erschließung der Touristen-Attraktion soll deshalb weiter über Wildsteiger Flur erfolgen. Für diese Variante spreche, „dass sie bereits vorhanden ist“, so Garmisch-Partenkirchens Behördensprecher Stephan Scharf. Allerdings verlangen die Naturschützer ein durchdachtes Konzept, um die Besucherströme besser durch das sensible Gebiet zu lenken.

Die Bürgermeister von Bad Bayersoien und Wildsteig (Josef Taffertshofer) waren zu dem Treffen im April nicht eingeladen worden und erfuhren danach von dem Ergebnis – was bei beiden für Verwunderung und Enttäuschung sorgte. Immerhin hatte Wildsteigs Rathauschef Taffertshofer bereits 2010 die Zugänge zu dem Naturschatz aus Haftungsgründen konsequent sperren lassen. Seitdem wird erfolglos über eine Lösung debattiert. Vor allem Soiens Bürgermeisterin Gisela Kieweg hat sich immer wieder für eine Plattform samt ungehindertem Blick auf die Schleierfälle auf ihrer Flur stark gemacht. Eine Stelle war bald gefunden, die Pläne hierfür sind bereits ausgearbeitet.

Kein Wunder, dass Kieweg vom Plattform-Aus überrascht wurde. In einem ersten Gutachten sei die Idee noch positiv aufgenommen worden – Tenor: So hat man die Schleierfälle noch nie gesehen. Aber „dann plötzlich“ sei eine weitere Untersuchung nötig geworden – mit just der bekannten negativen Aussage. Kieweg hat bereits diverse Briefe an die Behörden geschrieben und um Aufklärung gebeten. Ihr Ziel: Ein neuerliches Treffen – diesmal aber mit den Bürgermeistern. „Ich will, dass man sich noch mal austauscht.“ Wohl Mitte Juli soll es nach ihrer Aussage ein Gespräch in Wildsteig geben. „Vielleicht mit einem Ortstermin.“ Dass es nach sieben Jahren Warten zu einer schnellen Lösung, glaubt Kieweg allerdings nicht: „Das wird schon noch länger dauern.“ Die größte Frage wird sein, wer die Verantwortung bei einem Unglücksfall an den Schleierfällen trägt. Wildsteigs Bürgermeister Taffertshofer hatte nach dem April-Termin klar gemacht, dass der Zugang gesperrt bleibt – sollte seine Gemeinde weiter die Haftung tragen müssen.

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