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Einen Wolf vermuteten Bauern hinter zwei toten Kälbern zwischen Prem und Halblech im Landkreis Ostallgäu.

Aufregung im Landkreis Ostallgäu

Verstümmelt und zerrissen: Bauer findet tote Kälber auf Weide - Gerüchte drehen sich um einen Wolf

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Für mächtig Aufregung haben jetzt zwei tote Kälber in Halblech im Landkreis Ostallgäu gesorgt: War hier der Wolf am Werk?

Halblech – Die Diskussionen um das Auftreten eines Wolfs, sie reißen nicht ab. Jetzt gewann das Thema ganz nah an der Landkreisgrenze neue Brisanz: Gute zehn Kilometer von Bad Bayersoien entfernt, auf einer Wiese zwischen Prem und Halblech im Landkreis Ostallgäu, waren zwei frischgeborene Kälber verendet und übel zugerichtet aufgefunden worden. Das Bild, das sich dem Landwirt bot, als er das Jungvieh am nächsten Tag erblickte, war höchst widerlich: Verstümmelt und auseinder gerissen lagen die Kälber tot auf dem Feld.

Aufgrund der Menge des gerissenen Fleisches entstand schnell das Gerücht, es könnte sich hier um einen Wolf gehandelt haben, der sich über die Tiere hergemacht hat. Diese Vermutung verbreitete sich unter Bauern und Bürgern wie ein Lauffeuer, auch bis ins Ammertal. Nun hat das Landratsamt Ostallgäu mit Sitz in Marktoberdorf kategorisch ausgeschlossen, dass ein Beutegreifer (Hund, Wolf, Fuchs, Luchs) hier als Verursacher in Frage kommt. Unmittelbar nach Bekanntwerden des Vorfalls hatte ein Mitarbeiter des Veterinäramtes vor Ort Untersuchungen an dem Kadaver angestellt und Proben an das Landesamt für Umwelt in München eingeschickt. Im Ergebnis der Dokumentation kamen die Experten zu dem Ergebnis, dass ein Wolf hier definitiv nicht gewütet hat. In der Hals- und Nackenregion der toten Kälber, wie es für einen Wolf typisch gewesen wäre, seien keine Anzeichen gewaltsamer Eingriffe erkennbar gewesen. Die Behörde geht davon aus, dass die Kälber als Totgeburten zur Welt kamen, über die sich dann Füchse hermachten. Dafür spricht auch die Tatsache, dass der Befraß selbst recht trocken war und nicht frisch blutig.

Im Landratsamt Ostallgäu nimmt man derzeit nicht an, dass ein Wolf rund um den Trauchberg unterwegs ist.

Anfang Juli versetzte ein angeblicher Wolf die Gegend um Krün in Angst und Schrecken. In Schongau löste eine Frau Verwunderung aus, weil sie mitteilte, einen Panther gesehen zu haben. 

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