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Diverse Schilder hat die Gemeinde angebracht und warnt vor einem Betreten des Sees.

Ersthelfer und Zeugen handeln vorbildlich - niemand verletzt

Eis zu dünn: Vier Frauen im Bayersoier See eingebrochen

  • Ludwig Hutter
    VonLudwig Hutter
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Das hätte schlimm enden können: Vier Frauen sind am Freitag Mittag im Eis des Bayersoier Sees eingebrochen.

Bad Bayersoien – Sonne pur, blauer Himmel, Temperaturen im fast zweistelligen Bereich – pure Winter-Idylle. Auch am Freitag in Bad Bayersoien. Dennoch ist der See zugefroren, aber der Schein, er trügt: Nur eine dünne Eisschicht bedeckt das Wasser. Die Gemeinde hat Schilder aufgestellt: Betreten verboten!

Dennoch begaben sich in den vergangenen Tagen immer wieder Personen auf das Eis zum Schlittschuhfahren. Auch am Freitag. Vier Frauen befinden sich mit ihren Schlittschuhen rund 80 Meter vom Ufer entfernt, als sie plötzlich einbrechen! Am Ende geht die Aktion noch einmal glimpflich ab, es wird niemand verletzt. Nur dem blitzschnellen und beherzten Eingreifen von Augenzeugen ist es wohl zu verdanken, dass bei diesem Unfall nichts Schlimmeres passiert ist.

Gegen 11.45 Uhr geht bei der Leitstelle Oberland ein Notruf ein, dass mehrere Personen in den Bayersoier See eingebrochen seien. Sofort läuft eine umfangreiche Alarmierung von Notärzten, Rotem Kreuz, Feuerwehr und sogar einem Hubschrauber an. Währenddessen beginnen Spaziergänger am Ufer, die von der gefährlichen Situation auf dem See Notiz genommen haben, einen Notruf abzusetzen. Ein Mann schnappt sich die Eisleiter, läuft auf den See hinaus und bricht bei dem Rettungsversuch selbst im Eis ein. Mit großer Mühe gelingt es ihm dennoch, den Frauen – alle um die 40 Jahre und aus Bad Bayersoien und Umgebung – die Leiter zu reichen. Somit können sich die Eingebrochenen dann selbst aus dem eiskalten Wasser befreien. Auch dem Ersthelfer gelingt es, mit eigener Kraft zurück ans Ufer zu schwimmen.

In den beiden Rettungswägen werden die Frauen unverzüglich untersucht und mit Decken gewärmt. Alle vier kommen mit dem Schrecken davon, bleiben unverletzt. Für das Großaufgebot an Einsatzkräften haben die Damen laut Angaben der Retter nicht unbedingt Verständnis. Ob sie die Warnschilder übersehen haben, bleibt ungeklärt.

In diesem Zusammenhang warnt die Wasserwacht eindringlich vor dem Betreten von Eisflächen. Der Technische Leiter im Landkreis, Sandro Leitner: „Das Eis trägt im Moment einfach noch nicht. Zwar sind die Nächte zum Teil ziemlich kalt, aber tagsüber ist es relativ warm. Das reicht nicht, dass sich eine tragfähige Eisfläche bildet.“

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