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Gemeinderäte fordern mehr Infos

Wohnungsbau-Projekt in Bayersoien verzögert sich

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Bad Bayersoien steckt in einem Schlamassel. Die Kommune wollte eigentlich den sozialen Wohnungsbau im „Potsch“-Anwesen vorantreiben. Doch die Abbruch-Kosten schreckten die Gemeinderäte ab.

Bad BayersoienEigentlich wollte Dorfoberhaupt Gisela Kieweg im Bad Bayersoier Gemeinderat den Startschuss für den sozialen Wohnungsbau im „Potsch“ geben. In der Sitzung sollten Abbrucharbeiten im Anwesen an der Dorfstraße vergeben werden – doch das Gremium zögerte. Grund waren die hohen Kosten und vor allem fehlende Infos. Weil der verantwortliche Planer nicht erschienen war, wollten die Räte nicht ohne Weiteres auf das Angebot einer Schongauer Firma eingehen. Denn das Unternehmen verlangt laut Kieweg immerhin knapp über 78 000 Euro für seine Dienste.

„Ich war schon über den Preis geschockt“, sagt sie. „Das ist viel Geld.“ Der Planung zufolge müssen einige Wände versetzt sowie Böden und Toiletten herausgerissen werden. Auch die Entsorgung war ausgeschrieben. Doch ob das so viel Geld verschlingt, war sich das Gremium nicht sicher. Ohne Fachvortrag, das beauftragte Büro hatte für die Ausschreibung gesorgt, wollte sich niemand festnageln lassen. „Das ist mir persönlich zu wenig“, machte Hans Klöck deutlich. Er forderte weitere Informationen ein. Damit stand er nicht alleine da: Am Ende verständigte sich der Rat einstimmig darauf, die Auftragsvergabe zu vertagen.

Zuschuss vom Freistaat

Die Bürgermeisterin will das Thema in der März-Sitzung erneut auf die Tagesordnung setzen. Damit verzögert sich das Projekt weiter. Ende 2017 hatte das Gremium den „Potsch“-Kauf abgesegnet. Das Anwesen beherbergte im Erdgeschoss lange Zeit einen kleinen Supermarkt, dessen Saulgruber Betreiber im Dezember 2016 das Geschäft aufgegeben hatte. 550 000 Euro legte die Gemeinde für das Anwesen auf den Tisch. Dazu erwarb sie ebenfalls aus privater Hand ein hinteres Grundstück, das für Stellplätze und Garten genutzt werden soll. Macht unterm Strich eine Investition von rund 705 000 Euro, wie Kieweg vorrechnet.

Auf 736 Quadratmetern Wohnfläche entstehen neun Wohnungen – alle behinderten- und rollstuhlgerecht. Eine offizielle Kostenschätzung für den Umbau gibt es nicht. „Die Ausschreibungen laufen noch“, sagt Kieweg. Allerdings hatte sie in der September-Sitzung eine Schmerzgrenze von maximal 600 000 Euro angesetzt. Immerhin kann Bayersoien mit einer staatlichen Finanzspritze rechnen: Laut Kieweg hat die Regierung von Oberbayern einem 30-Prozent-Zuschuss für Kauf und Baukosten zugestimmt. Weitere 60 Prozent werden über einen günstigen Kredit bei der Landesbank finanziert. Der Rest wird mit Gemeindemitteln gestemmt.

Der Bauantrag hatte Anfang Oktober den Gemeinderat passiert. Die Bürgermeisterin möchte jetzt Gas geben. „Wir wollen unbedingt heuer noch beginnen.“ Ihr Zeitplan: erst die Abbrucharbeiten, im Herbst der Umbau. 2020 wäre der neue „Potsch“ dann fertig. Bedarf an den neun günstigen Mietwohnungen der Gemeinde sei vorhanden, betont Kieweg. „Ich habe schon viele Anfragen.“

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