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Dringend sanierungsbedürftig ist die Leichtathletikanlage am Kohlgruber Sportplatz. Doch bislang ist außer schönen Worten nicht viel passiert. 

Bürgermeister wollte Debatte nicht öffentlich weiterführen

„Das ist Volksverarschung“: Gemeinderäte üben drastische Kritik an Plänen für Sportgelände

So nicht, findet die Gemeinderäte der Neuen Liste. Mit den Plänen für die Sanierung der Leichtathletikanlagen zeigten sie sich alles andere als zufrieden. 

Bad Kohlgrub – Eigentlich wollte der Gemeinderat Bad Kohlgrub in seiner letzten Sitzung eine Grundsatzentscheidung über die Sanierung der Leichtathletikanlagen am Sportgelände Erle treffen. Doch dazu kam es wider Erwarten nicht. Der Grund: Der vorliegende Planungsentwurf des Architekturbüros iSA stieß bei den Gemeinderäten der Neuen Liste auf scharfe Kritik.

Bereits 2017 erkannte die Gemeinde und die Bürgervertreter, dass die Schäden der Sportstätte dringend behoben werden müssen. Auf stolze 850 000 Euro wurden damals die Investitionskosten geschätzt. Nach einer zweiten Begehung des Areals im November 2017 mit Vertretern des Gemeinderates, des Sport- und Fußballclubs sowie des Ingenieurbüros konnte diese Version abgespeckt werden auf eine Summe von 230 000 Euro – nach Abzug von staatlichen Zuschüssen. 

Neue Liste findet klare Worte

Die iSA bekam den Auftrag für einen Planungsentwurf. 60 000 Euro gab die Gemeinde für den Entwurf aus. „Das ist Volksverarschung“, kommentierte Andreas Wojciak (Neue Liste) drastisch die Pläne. Die eingezeichnete Laufbahn sei so nicht benutzbar, „höchstens für Kinder“, weil sie vor der Weitsprunganlage plötzlich endet. „Höchst skandalös“ fand das Vorgehen auch Simon Eickholt. „Es war genau nicht so gedacht, dass wir die Kurve so machen“, und Gilbert Ullmann (beide Neue Liste) fand: „Das ist ja Note sechs minus.“

Bürgermeister Franz Degele wollte die Debatte nicht so gern öffentlich weiterführen und die Schärfe aus der Debatte nehmen. So wurde der Tagesordnungspunkt vertagt. Zunächst will man nun „interne Gespräche führen“ und sich vor allem mit den betroffenen Nutzern, den Sportvereinen und der Schule, an einen Tisch setzen, damit der vorliegende Entwurf eventuell „optimiert“ und eine gemeinsame Lösung gefunden werden kann.

Die Angelegenheit sei „knifflig“, meinte Bürgermeister Franz Degele später auf Anfrage. Man könne den Radius der vorgesehenen Übungskurve der Laufbahn etwas vergrößern. Viel sei aus Platzgründen nicht möglich, andernfalls kämen durch eine größere Baumaßnahme wieder höhere Kosten auf die Gemeinde zu.

Juliane Klieser

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