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Ein deutscher Fernsehstar über Jahrzehnte: Das Publikum liebte Gisela Schlüter für ihre schnelle Art zu sprechen.

Gisela Schlüter ruht auf Friedhof im Ammertal

Bad Kohlgrub: Grab von Fernsehstar soll aufgelassen werden

Als „Quasselstrippe der Nation“ war sie der Liebling der Fernsehzuschauer. Vor 23 Jahren wurde Gisela Schlüter in Bad Kohlgrub bestattet. Nun soll das Grab aufgelassen werden. Die Gemeinde hätte gern eine andere Lösung.

Bad Kohlgrub – „Derjenige, der bei mir zu Wort kommt, muss erst noch geboren werden.“ Kein Wunder: Denn die Frau, die das sagt, hatte eine Sprechgeschwindigkeit von bis zu 482 Silben pro Minute. Ihre Redeschwälle waren das Markenzeichen von Gisela Schlüter, die sich in den Nachkriegsjahrzehnten von der Revue-Schauspielerin zur Fernsehquoten-Queen entwickelte. Auch wenn sie schon 1995 gestorben ist, bleibt der Fernsehstar unvergessen. Viele Besucher fragen nach ihrem Grab in Bad Kohlgrub, erklärte Friedhofsreferentin Martina Höck (Liste Landwirtschaft) im Gemeinderat. Zugleich sprach sie eine offene Frage an.

Kein schöner Anblick: das Grab von Gisela Schlüter auf dem Friedhof in Bad Kohlgrub .

„Das Grab soll aufgelassen werden“, verdeutlichte Höck. Bislang habe sich eine Angehörige darum gekümmert. Doch diese sei nun selbst zu alt, und könne die Aufgabe nicht mehr wahrnehmen. Nun ist guter Rat teuer. Zumal das Grab eine kleine Touristen-Attraktion ist, es bei den Ortsführungen Thema ist. Für Franz Degele (Freie Wähler) war in Vertretung des erkrankten Bürgermeisters Karl-Heinz Reichert eines klar: „Die Gemeinde kann da nichts machen.“ Es handele sich ja nicht um ein Ehrengrab. Zugleich hofft er, dass sich eine Lösung findet und das Grab bestehen bleiben kann – teilte er die Meinung des gesamten Gremiums. „Es wird stark wahrgenommen“, unterstrich auch Georg Doll (CSU). Eine Option ist, erklärte Höck, dass sich der Obst- und Gartenbauverein künftig um die besondere Ruhestätte kümmert.  Gisela Schlüter, die lange Jahre mit ihrem Lebensgefährten, dem Fernsehautoren Hans Hubberten in Bad Kohlgrub ein Haus besaß, hatte keine Kinder. Sie war bettlägrig, als sie im Alter von 81 Jahren am 28. Oktober 1995 in Mittenwald – wohin sie Kontakte hatte – starb. Zwei Jahre zuvor hatte sie einen Unfall, bei dem sie sich die Wirbelsäule, mehrere Rippen und einen Oberschenkel brach. Davon hat sich der Fernsehstar nie richtig erholt.

Für ihre Sendung „Zwischenmahlzeit“, in der sie Sketche, Tanzeinlagen und Gesangsdarbietungen – oft mit Gaststars an ihrer Seite – bot, erhielt die gebürtige Berlinerin 1976 die Goldene Kamera. Bis zu 44 Prozent aller Zuschauer schalteten in der Zeit zwischen den Jahren 1963 und 1982 die „Zwischenmahlzeit“ ein, die drei- oder viermal pro Jahr ausgestrahlt wurde. Als „Quasselstrippe der Nation“ oder auch „Lady Schnatterly“ wird sie für Generationen von Fernsehzuschauern unvergessen bleiben.

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