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Soll verkauft werden: Das Bahnhofsgebäude samt Umfeld. Deshalb wird die Gemeinde aktiv. 

Entscheidung im Gemeinderat

Bad Kohlgrub handelt: Veränderungssperre für den Bahnhof

Was passiert, wenn die Deutsche Bahn wie geplant den Bad Kohlgruber Bahnhof verkauft? Die Gemeinde geht auf Nummer sicher. Sie hat eine Veränderungssperre erlassen und nimmt die Bauleitplanung in die Hand.

Bad Kohlgrub – 15 Zimmer, 170 Quadratmeter Nutzfläche, 1509 Quadratmeter Grundstücksgröße: Was sich auf dem Papier gut anhört, ist in der Realität wahrlich kein Immobilien-Schmankerl in Bad Kohlgrub. Das Bahnhofsgebäude verfällt immer mehr, verkommt zu einer schäbigen Visitenkarte für den Tourismus-Ort. Verwendung hat die Deutsche Bahn für das Gebäude aus dem Jahr 1922 nicht mehr, es soll samt Umfeld verkauft werden. Zwar gestaltet sich das Vorhaben nicht als Kinderspiel – der Bahnhof wird schon seit einiger Zeit angeboten –, dennoch ist ein Abschluss mit Veränderungen verbunden. „Der Bahnhof wird nur als Gesamtpaket verkauft“, erklärte Rathaus-Geschäftsführer Tobias Riesch im Gemeinderat. Also auch mit dem umliegenden Grund. Um damit verbundenen Problemen aus dem Weg zu gehen, hat sich das Dorf nun in zweifacher Weise abgesichert.

Zum einen soll das Gebiet künftig über den Bebauungsplan „Bahnhofsstraße“ rechtlich geregelt werden. Entsprechende Schritte für die Bauleitung wurden eingeleitet. Denn: „Die Bahn sichert sich Geh- und Fahrtwege“, erklärte der amtierte Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler). Was sonst mit dem Grund passiert, würde in den Händen des neuen Besitzers liegen. Wenn dieser es zum Beispiel mit einem Zaun versieht, gibt es Probleme mit der Zufahrt für den rechten Nachbarn. Der müsste laut Degele auf ein „Notwegerecht“ pochen. Der Gemeinde liegt aber daran, dass Busse und Pkw den Bahnhof künftig anfahren können. Dieser Punkt soll über den neuen Bebauungsplan geregelt werden.

In einem zweiten Schritt hat der Gemeinderat per Satzung eine Veränderungssperre für den Bereich erlassen, die gestern in Kraft getreten ist. „Das ist eine Schutzmaßnahme“, verdeutlichte Degele. Demnach dürfen keine baulichen Veränderungen an dem Gebäude oder wertsteigende Maßnahmen am Grundstück vorgenommen werden. „Das ist der Bahn mitgeteilt worden“, sagte Degele. Neuerungen, die einen Verkauf des Objekts sicher nicht leichter machen. So gut es auf dem Papier zunächst auch klingt.

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