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Nicht in die neue Turnhalle - wie hier zu sehen -, sondern in die alte Turnhalle der Schule sollen die Kinder ausweichen.

Alternativ-Vorschlag des Bürgermeisters findet keine Mehrheit

Bad Kohlgrub: Neuer Kindergarten ist zu klein

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25 Anmeldungen liegen schon für den neuen Kindergarten in Bad Kohlgrub vor. Die Buben und Mädchen wollen in diesem Jahr starten, zudem acht Kinder aus der Krippe. Doch so viel Platz hat das Haus nicht.

Bad Kohlgrub – Gegenwart und Vergangenheit liegen in Bad Kohlgrub nur ein paar Meter auseinander. Links die alte Schulturnhalle, locker 50 Jahre alt. Das Piktogramm auf der Fassade erzählt von den Zeiten, in denen sie errichtet wurde. Rechts der Kindergarten St. Martin, erst wenige Monate jung, ein Schmuckstück, 2,8 Millionen Euro teuer und „bärig“, wie Gemeinderat Nikolaus Onnich (Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) lobt. Doch dieser Kindergarten ist zu klein.

Für das Jahr 2020/21 liegen bereits 25 Anmeldungen vor, hinzu kommen acht Krippenkinder, die in den Kindergarten wechseln. Gleichzeitig verlassen nur acht ältere Kinder das Haus und werden eingeschult. „Diese Kombination ist ungünstig“, sagt Bürgermeister Franz Degele (Freie Wählergemeinschaft). Plötzlich fehlt dem neuen Haus Kapazität für eine zusätzliche Gruppe. Mit der Caritas, dem Träger, sowie Kindergarten- und Schulleitung hat er eine Übergangslösung erarbeitet, die er im Gemeinderat präsentierte.

Vorschlag: Kinder sollen für ein Jahr in alte Turnhalle ausweichen

Für ein Jahr soll die Gruppe in die alte Turnhalle ausweichen, die seit zwei Jahren leer steht. „Wäre ideal“, findet Degele. „Kann doch nicht sein“, entgegnet Andreas Wojciak (Neue Liste). Vom Vorschlag hält er nichts. Schule und Kindergarten gehören seiner Meinung nach strikt getrennt. „Es kann nicht sein, dass wir einen neuen Kindergarten bauen und die Kinder nun in die Schule müssen.“ Wojciak regt an, die Räumlichkeiten, darunter den Mehrzweckraum, effizienter zu nutzen. Listen-Kollege Gilbert Ullmann sprang ihm zur Seite. Auch er tue sich schwer, die Kinder „in eine 50 Jahre alte Halle zu stecken“. Eine Lösung im neuen Kindergarten hält er für möglich.

Den Mehrzweckraum als Alternative hat Bürgermeister Degele geprüft und für untauglich befunden. Nur eine halbe Gruppe könne man dort unterbringen. Monika Reindl (Freie Wählergemeinschaft) unterstützt den Ortschef. Auch sie hat die Örtlichkeit begutachtet, in der zuletzt Theaterproben stattgefunden haben, und verweist auf den gesonderten Eingang über die Außentreppe. Ein weiteres Angebot von Schulleiter Eduard Mentler, der alternativ ein Klassenzimmer ins Spiel gebracht hatte, lehnt sie – wie die meisten Gemeinderäte – ab.

Nun werden Kindergartenaufsicht und Elternbeirat befragt

Letztlich freundeten sich alle mit dem Vorschlag an, den Onnich am kompaktesten erklärte: „Alle Varianten prüfen lassen, und die beste gehört genommen.“ Im Tagblatt-Gespräch kündigte Degele an, neben der Kindergartenaufsicht auch den Elternbeirat zu befragen. Ihn hält er für das richtige Gremium. Der Bürgermeister verspricht: „Wir machen nichts gegen den Willen der Eltern.“ Im Jahr darauf dürfte sich das Problem von alleine lösen. 2021 verlassen einer ersten Schätzung nach 30 Kinder die Einrichtung.

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