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Ist umstritten: die 5G-Mobilfunktechnik.

Verantwortung vor Fortschritt

5G-Netz: Bad Kohlgrub steht ungeprüftem Ausbau kritisch gegenüber

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Das Thema erhitzt die Gemüter. Die 5G-Technologie findet nicht nur Freunde. Auch die Gemeinde Bad Kohlgrub lässt Vorsicht walten.

Bad Kohlgrub – Mit der 5G-Technologie soll ein neues Mobilfunk-Zeitalter anbrechen. Doch es regt sich vielerorts Widerstand gegen den Kommunikationsstandard. Dem ungeprüften und ungehinderten Ausbau steht auch die Gemeinde Bad Kohlgrub kritisch gegenüber. „Die Auswirkungen auf die Gesundheit von Mensch, Tier und auf die Umwelt sind noch nicht ausreichend erforscht“, sagte Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) im Gemeinderat. Ein Grund, schon im Vorfeld von möglichen künftigen Planungen Vorsicht walten zu lassen. Mit einem Grundsatzbeschluss setzte das Gremium ein klares Signal.

Die Kommune möchte der Sorge der Einheimischen Rechnung tragen. Das Thema bewegt. In der jüngeren Vergangenheit hatten sich mehrfach Bürger ans Rathaus gewandt, um Informationen zum aktuellen Stand des Ausbaus zu bekommen, verdeutlichte der Rathauschef die Lage. Die Verwaltung reagierte, nahm Kontakt zu den vier Mobilfunkanbietern auf, die von der Bundesnetzagentur die jeweiligen Zuschläge zur Errichtung und zum Betrieb des 5G-Netzes erhalten haben. Das sind Telekom, Vodafone, O² sowie 1&1. Versehen mit einer Bitte: Stellung zu beziehen. Alle meldeten sich – mit vorerst beruhigender Antwort: „Keiner der Anbieter hat aktuell konkrete Ausbaupläne für das Gemeindegebiet“, teilte Degele mit. Der Fokus liege derzeit vorwiegend auf Ballungsräumen.

Gemeinde hat nicht viele Einflussmöglichkeiten

Doch der „Kurort“ Bad Kohlgrub will auf Nummer sicher gehen. Denn auch das Bundesamt für Strahlenschutz rät zur Umsicht. Zumal 5G auf einer anderen Wellenlänge als die bestehenden Mobilfunkstandards wie zum Beispiel LTE sendet.

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Viele Möglichkeiten, ein gewichtiges Wörtchen mitzureden, haben Gemeinden allerdings nicht. Es besteht lediglich die Chance, bauplanungsrechtlich und politisch bei übergeordneten Stellen Einfluss zu nehmen. „Wir können planen, dass in einem bestimmten Umfeld kein neuer Masten kommt“, erklärte Lukas Eitzenberger, der Geschäftsleitende Beamte im Rathaus. Der Haken: „Bei bestehenden können wir nichts machen.“ Ganz abgesehen davon glaubt Gilbert Ullmann (Neue Liste), dass niemand Wind davon bekommt, wenn die Anbieter irgendwo etwas austauschen. So sei das auch bei LTE gewesen. „Wir müssen vielmehr aufpassen, wenn sie einen Masten aufstellen wollen.“

Bad Kohlgrub „keineswegs technik- beziehungsweise fortschrittsfeindlich“

Mit dem Grundsatzbeschluss ist Bad Kohlgrub kein Einzelfall. Auf das Schreiben von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) an alle bayerischen Bürgermeister reagierten auch andere Orte. Zum Beispiel Bad Wiessee. Der Minister hatte die Rathauschefs darum gebeten, die Ausbaubestrebungen und insbesondere die Standortsuche für Antennen für den Mobilfunkstandard 5G aktiv zu unterstützen.

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Doch mit dem Votum des Gemeinderats verpflichtet sich die Kommune nun, jedes Ansinnen von Telekommunikationsunternehmen, das auf den 5G-Netz-Ausbau oder die Hilfe bei der Suche von künftigen Antennenstandorten abzielt, erst einmal in öffentlicher Sitzung des Gremiums zu beraten.

Ausdrücklich stellte Degele klar, dass Bad Kohlgrub „keineswegs technik- beziehungsweise fortschrittsfeindlich“ eingestellt ist. Es gehe ausschließlich darum, dass die Gemeinde ihrer Verantwortung gegenüber der Gesundheit der Bürger gerecht wird.

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