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Gefälliges Erscheinungsbild: So soll das Haus des Gastes nach der Sanierung aussehen.

Neue Optik für Bad Kohlgruber Haus des Gastes

Gemeinderäte setzen auf Holzfassade

Bad Kohlgrubs Gemeinderäte setzen beim Haus des Gastes auf einen Baustoff aus der Natur: Das Gebäude soll eine Schindelfassade aus Holz erhalten.

Bad Kohlgrub – Wie das Innenleben des Hauses des Gastes in Bad Kohlgrub nach dem Umbau aussehen soll, haben die Gemeinderäte schon klar gemacht. Jetzt ging es in der Sitzung um die äußere Gestaltung. Die Kohlgruber können sich auf eine Schindelfassade freuen.

    „Der hochwertige Baustoff Holz schützt vor Verwitterung und lässt die Mauern in gewissem Maß atmen“, argumentierte Architekt Clemens Böhmer, der den Entwurf für die Fassade vorstellte. „Naturnah“ und „nachhaltig“ sind Ansprüche, die sich in der Planung verwirklichen. Auch ein verantwortungsvoller Umgang mit Baustoffen liegt Böhmer am Herzen. So kann das Fassadenmaterial gut recycelt werden. Da in dem Haus verschiedene Nutzungen vorgesehen sind, „muss das Gebäude eine Aussage treffen“. Eine Aussage, die zur Vielfalt passt und die Besucher einlädt. Schließlich werden Rathaus, Tourist-Info und ein Veranstaltungssaal untergebracht. Eine „zeitgemäße Architektur mit traditionellen Wurzeln“ sei die Schindelfassade.

    Zwei einander relativ ähnliche Varianten sorgten im Gremium für Diskussionsstoff. Schnell war klar, dass Variante 2 als die schönere angesehen wird. Dabei wird der Mittelteil des Gebäudes mit dem Haupteingang durch vertikal stehende Holzleisten hervorgehoben. „Nach einer Zeit haben wir eine vergraute Fläche, ob in 10, 20 oder 50 Jahren“, äußerte sich Georg Doll (CSU) kritisch über die Holzschindeln. Er könne sich einen noch radikaleren, moderneren Ansatz vorstellen, also beispielsweise mit einer Putzfassade. Sebastian Freisl (Landwirte) gefallen die Schindeln ebenfalls nicht. „Es geht auch Verbundmaterial. Doch wir wollen uns weiter entwickeln“, wandte Böhmer ein. „Wir können das Haus nicht wie Lampl machen, das ist ein Bauernhaus. Wir haben einen anderen Anspruch.“ Dass das Holz mit der Zeit grau wird, fanden weitere Gemeinderäte nicht so schön. Böhmer meint jedoch: „Schindelfassaden werden edler.“ Diese hielten bis zu 100 Jahre – ein Argument für Sparsamkeit und Nachhaltigkeit.

    Im Grunde hatte der Architekt schnell fast alle Gemeindevertreter auf seiner Seite. „Die Holzfassade macht’s gefällig und verbindet alles. Sie passt zu den anderen Gebäuden“, meinte Simon Eickholt (Neue Liste). Martin Niklas (Neue Liste) „kann gut mitgehen“. Er findet das Grauwerden nicht schlimm: „Es ist ein Naturprodukt“. Für Franz Degele (Freie Wähler) fällt das Gebäude positiv ins Auge: „Ich stehe ganz klar dahinter.“ Bürgermeister Karl-Heinz Reichert, von Anfang an Fan der Variante 2, ist der „ökologische und ökonomische Baustoff Holz“ besonders sympathisch. Bei der Abstimmung wurde der Entwurf mit nur drei Gegenstimmen beschlossen. Mit der Auftragsvergabe wird im Mai gerechnet. Baubeginn kann dann im Juni oder spätestens Juli sein.

Juliane klieser

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