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Wieder bespielbar: Die Anlage an der Saulgruber Straße in Bad Kohlgrub hat ab sofort geöffnet.

Sanierung im Herbst

Bad Kohlgrubs „Glückstreffer“: Minigolfplatz öffnet wieder

  • Manuela Schauer
    VonManuela Schauer
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Bürgermeister Franz Degele spricht von einem „Sechser in Lotto“. Es gibt einen neuen Pächter für die verwaiste Minigolf-Anlage im Ort. Und sie ist ab sofort geöffnet.

Bad Kohlgrub – Gras und Unkraut wucherten. Die 18 Bahnen dazwischen vegetierten vor sich hin. „Das war eine Wiese zur Erhaltung der Artenvielfalt“, scherzt Franz Degele. Bad Kohlgrubs Bürgermeister ist zum Spaßen aufgelegt. Nachdem die Minigolf-Anlage an der Saulgruber Straße vier Jahre lang ein trauriges Dasein fristete, immer wieder Interessierte anklopften, dann aber doch wieder absprangen und sich der Gemeinderat daraufhin für den Abriss entschied, kehrt dort wieder Leben ein. An diesem Wochenende öffnet die Anlage – unter dem Namen „Hörnle-Golf“.

Der neue Pächter ist ein Mann mit Erfahrung: Andreas Meditz, Chef des Minigolfplatzes Ludwigshöhe in Murnau, betreibt die bislang verwaiste Anlage in der Ammertaler-Gemeinde. „Ein Glückstreffer“, betont Degele. Wie ein Sechser im Lotto.“ Weil Meditz weiß, wie es geht und das Murnauer Pendant gut laufe.

Er selbst war es, der sich bei der Gemeinde über die Fläche erkundigte. Es dauerte nicht lange, dann erhielt er einen Anruf aus dem Rathaus. Das Ergebnis: „Wir sind überein gekommen“, sagt er. Der Beschluss der Kommunalpolitiker ruht nun, wird nicht vollzogen. Degele spricht von einem „guten Deal“. Meditz muss keine Pacht zahlen, dafür beteiligt sich die Kommune finanziell nicht an der Schönheitskur.

Derzeit gibt‘s noch Preisnachlass

Mit einer Sanierung kennt sich der Pächter ebenfalls aus. Als er 2015 den Platz in Murnau übernommen hatte, ist dieser „verlottert“ und nicht mehr bespielbar gewesen. Meditz versetzte ihn in den aktuellen „Top-Zustand“. Das hat er auch in Bad Kohlgrub vor. Seit fünf Wochen richtet er die Anlage her, befreite sie vom Wildwuchs, ließ die Bahnen ausspachteln. Die ersten Schritte, damit dort überhaupt wieder ein Betrieb möglich ist. Auch die Hütte wurde ein bisschen eingerichtet – „da war nichts mehr drin“ – und der Eingangsbereich erneuert. Weiter geht’s dann nach den Sommerferien. „Im Herbst wollen wir richtig sanieren“, kündigt Meditz an. Das beinhaltet unter anderem, die Grünflächen gärtnerisch schön zu gestalten und die Bahnen zu begradigen. Den Ball einzulochen war bis zur Schließung „ein Casinospiel“.

Das müssen Besucher derzeit noch in Kauf nehmen. Dafür gibt’s Preisnachlass – 20 Prozent Rabatt auf den normalen Eintritt. Erwachsene zahlen vier Euro, Kinder drei und Familien, also Eltern samt ihrem Nachwuchs – egal ob zwei oder sechs Kinder –, zehn Euro.

Neben einem gepflegten Erscheinungsbild wartet auf die Besucher noch eine Änderung. Den Kiosk in seiner alten Form – gerne wurde dort kräftig gezecht – gibt es nicht mehr. Erhältlich sind nur antialkoholische Getränke und Steckerleis. „Wenn wir es schaffen, dann noch ein Brotzeit“, sagt Meditz. Aber eher nur am Sonntag. Degele begrüßt, dass „der Kiosk nicht im Vordergrund steht“.

Der Minigolf-Platz

mit seinen 18 Bahnen hat ab sofort von 13 bis 19 Uhr geöffnet, sonntags von 10 bis 19 Uhr. Bei schlechter Witterung bleibt der Minigolfplatz geschlossen.

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