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Kult: Der Bergwacht-Ball lockt jedes Jahr hunderte Besucher, hier eine Archivaufnahme, an.

So laufen die Vorbereitungen ab

Bergwachtball: Von Anfang an ein Maschkera-Magnet

Es ist eine  der größten Faschingsveranstaltungen im Landkreis: Jedes Jahr lockt der Bergwachtball in Bad Kohlgrub hunderte Maschkera an. Für die Organisatoren bedeutet das: viel Arbeit bereits im Vorfeld. 

Bad Kohlgrub – Am Freitagabend ist es wieder soweit: Im Saal des Bad Kohlgruber Kurpark-Gebäudes steigt einer der größten Faschingsbälle im Landkreis. Ende der 1960er-Jahre initiierte die örtliche Bergwacht-Gruppe diese traditionsreiche Veranstaltung zum ersten Mal. Damals fand das Ganze noch im Pfarrheim statt – bis man 1976 in den neu erbauten Kursaal umsiedelte.

Fleißig: Die Bergwachtler haben an dem Abend – wie hier im Eingangsbereich – alle Hände voll zu tun.

   „Der Bergwacht-Ball schlug gleich im ersten Jahr wie eine Bombe ein“, erinnert sich Mitorganisator Franz Urbin. Mit den Jahren kamen am Rußigen Freitag mehr und mehr Besucher – heuer werden wieder rund 700 erwartet. „Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir schon vor acht Jahren ein umfangreiches Sicherheitskonzept erstellt“, erklärt Bereitschaftsleiter Florian Womser. Das Konzept umfasst zwölf DIN A4-Seiten und stellt sicher, dass die Organisatoren für wirklich alle Eventualitäten gerüstet sind. Neben einer Brandwache der hiesigen Feuerwehr sind auch Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sowie acht Sanitäter vor Ort. Um im Notfall rasch und unkompliziert kommunizieren zu können, sind alle Bergwachtler mit Funkgeräten ausgestattet. „Als wir das Sicherheitskonzept ausarbeiteten, beschäftigten wir uns auch mit Themen wie: Was passiert bei einem Stromausfall?“, berichtet Urbin. Um eine Massenpanik zu verhindern, wurden neben einem Megaphon diverse Handlampen sowie Strahler mit Notstromaggregaten angeschafft, mit denen die Ausgänge beleuchten werden können.

Der Balkon des Gebäudes, den viele zum Rauchen aufsuchen, wird mit festen Bauzäunen gesichert, damit niemand hinunterstürzen kann. Doch damit nicht genug: Der Bauzaun erhält auch eine Verkleidung aus stabiler Folie, damit keine Flaschen auf Besucher fallen können, die möglicherweise unter dem Balkon stehen.

Trotzdem kommt es schon mal vor, dass eine Wunde behandelt oder ein Gast, der zu viel getrunken hat, versorgt werden muss. Dafür stehen in der Bücherei im Erdgeschoss einige Liegen und geschultes Personal zur Verfügung. „Die Präsenz eines Sicherheitsdienstes hat sich ebenfalls ausgezahlt“, erklärt Womser. So sei es in den letzten Jahren zu keinen gewalttätigen Zwischenfällen gekommen.

Voller Einsatz für die Veranstaltung

Selbstverständlich muss so eine Großveranstaltung nicht nur gut organisiert, sondern im Vorfeld tatkräftig vorbereitet werden: Die Bergwachtler bauen ein Zelt auf der Terrasse des Wirtshauses auf, das sie am Freitagvormittag noch mit einer fest eingebauten Bar versehen. „Da diese bis 4 Uhr geöffnet hat und dann gleich wieder abgebaut wird, bringen es einige von uns auf 24- bis 30-Stunden-Schichten“, erläutert Urbin.

Überhaupt sind am Freitagabend alle 40 aktiven Bergwachtler im Einsatz: Zwölf arbeiten an der Kasse und bei der Ausweiskontrolle. Denn Zutritt haben nur Erwachsene ab 18 Jahren. 15 Helfer sind in der Bar tätig, acht übernehmen den Sanitätsdienst und fünf arbeiten an der Garderobe.

Wenn also morgen um 20 Uhr der Ball unter dem Motto „Flower Power“ beginnt, können sich die Gäste aus Nah und Fern ganz sicher fühlen.

Für ein Highlight des Abends sorgt die Showtanzgruppe aus Hohenfurch. „Da wir mit denen gute Erfahrungen gemacht haben, lehnen wir die jährlichen Anfragen von etwa zehn anderen Gruppen immer ab“, sagt Urbin. Er und seine Mitstreiter kümmern sich heuer auch um eine zum Fasching passende Dekoration im Saal und sind froh, dass die „Jungen Wilden“ um Mitternacht wieder ihr Café Misthaufen in der Kegelbahn öffnen. „Viele Besucher kommen erfahrungsgemäß mit dem Zug. „Kurz nachdem die am Abend in Bad Kohlgrub eingefahren sind, erleben wir einen regelrechten Run auf die drei Kassen. Diese Maschkera überbrücken dann meist im Café Misthaufen die Zeit, bis sie mit den Zügen wieder nach Hause fahren können“, weiß der Bergwachtler, der schon seit dem ersten Ball vor fast 50 Jahren mit dabei ist.

Michaela Feldmann-Kirschner

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