Feuerwehr-Kräfte löschen ein ausgebranntes Auto
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Völlig zerstört: Der Wagen des Wolfratshausers brennt vollständig aus. Die Feuerwehr löscht.

Verursacher schwindelt die Polizei an

Autofahrer (52) brettert betrunken gegen zwei Betonpfeiler - und rettet sich selbst aus brennendem Wagen

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Zwei schwere Verkehrsunfälle haben sich im Ammertal ereignet. In Bad Kohlgrub brannte ein Auto komplett aus, in Oberammergau krachte es an der Ortseinfahrt.

Bad Kohlgrub/Oberammergau – So ein Krach. Mitten in der Nacht. Er reißt die Anwohner der Staatsstraße 2062 aus dem Schlaf. Sie stürmen ins Freie, sehen die Verwüstung. Entdecken einen Mann. Er liegt am Boden. Schwerverletzt neben einem brennenden Fahrzeug.

Szenen wie im Action-Film haben sich am Donnerstag gegen 1.30 Uhr auf Höhe Jägerhaus abgespielt. Ein Wolfratshauser war mit seinem Opel Vectra von Richtung Bad Kohlgrub nach Murnau unterwegs gewesen. Aus bislang ungeklärter Ursache kam der 52-Jährige nach rechts von der Fahrbahn ab. Sein Wagen prallte gegen den Gartenzaun eines Wohnhauses und erfasste unter anderem zwei mehrere hundert Kilo schwere, massive Betonpfeiler. „Durch die herrschende Energie wurden sie durch die Luft geschleudert“, teilt David Hammer von der Polizei Murnau mit. Flogen sogar bis in die angrenzende Wiese. Der Pkw überschlug sich daraufhin, blieb auf dem Dach liegen und brannte vollständig aus.

In der Wiese landen die massiven Betonpfeiler und Splitter des Zauns.

Wie durch ein Wunder gelang es dem Mann noch, sich rechtzeitig selbst aus den Flammen zu befreien. Von der Bad Kohlgruber Feuerwehr rückten rund 25 Ehrenamtliche an. Mit schwerem Atemschutz und Löschwasser konnten sie den Brand schnell unter Kontrolle bekommen. Der BRK-Rettungsdienst brachte den Verletzten in die Unfallklinik Murnau.

Unfallverursacher muss mit umfangreichen Strafverfahren rechnen

Er ahnte wohl schon, dass der Unfall auch rechtliche Konsequenzen für ihn haben wird. Gegenüber den Beamten hatte er sich lediglich als Beifahrer ausgegeben. Am Steuer soll ihm zufolge eine nicht näher bekannte Person gesessen haben. Diese sei verletzt und zu Fuß von der Unfallstelle geflüchtet sein. Eine Behauptung mit Folge: Eine Großfahndung mit Polizeihubschrauber wurde eingeleitet. Doch taktische Ermittlungen vor Ort bestätigten den Verdacht der Polizisten. Der Wolfratshauser hatte den Wagen selbst gelenkt – augenscheinlich stark alkoholisiert. Er muss nach Auskunft der Polizei mit einem umfangreichen Strafverfahren rechnen.

Schutzengel hatten auch die fünf Beteiligten einer heftigen Kollision am Sonntagvormittag an der B 23 bei Oberammergau. Sie erlitten allesamt „nur“ leichte Verletzungen. Ein Mann aus Altenmünster (26) wollte mit seinem weißen Skoda Oktavia in die Einfahrt Nord einbiegen, übersah dabei aber den entgegenkommenden vorfahrtsberechtigten schwarzen BMW eines Gilchingers (46), der auch seine zwei Kinder an Bord hatte. Frontal stießen die Wagen zusammen. Der BMW wurde in die Ausfahrt von Oberammergau geschleudert, wo er gegen einen weißen Mercedes einer 63-Jährigen aus Obersöchering krachte und dann in der Wiese zum Stehen kam.

Nur noch Schrott: An allen drei Autos entsteht Totalschaden.

Die Feuerwehr Oberammergau rückte mit rund 25 Ehrenamtlichen an. Es galt, den Ausflugsverkehr umzuleiten, den Brandschutz sicherzustellen und die ausgelaufenen Betriebsstoffe auf der Fahrbahn zu binden. Auch der Rettungsdienst von BRK und MKT eilte mit mehreren Wagen und einem Notarzt herbei. Der BMW-Fahrer und seine Kinder wurden in ein Krankenhaus gebracht. Der Verursacher und die Frau aus Obersöchering konnten mit Prellungen und einem leichten Schock selbst die Unfallstelle verlassen. Die B 23 war für anderthalb Stunden komplett gesperrt.

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