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Vorgänger und Nachfolger? Franz Degele (r.) könnte sich prinzipiell vorstellen, das Bürgermeister-Amt von Karl-Heinz Reichert zu übernehmen.

Rathauschef ist erkrankt

Reichert im Ruhestand: Jetzt kommt‘s in Bad Kohlgrub zur Bürgermeister-Neuwahl

Wegen seiner Krankheit fehlt Karl-Heinz Reichert seit Monaten im Bad Kohlgruber Rathaus. Inzwischen steht seine Dienstunfähigkeit fest. Das Dorf muss am 22. Juli einen neuen Bürgermeister wählen.

Bad Kohlgrub – Franz Degele ist momentan nicht zu beneiden: Neben seinem Beruf in der Bank muss er die Aufgaben eines hauptamtlichen Bürgermeisters erfüllen. Der Freie Wähler strampelt sich ab, seitdem der Bad Kohlgruber Rathaus-Chef Karl-Heinz Reichert krank ausgefallen ist. „Ich habe derzeit eine 60-Stunden-Woche“, sagte Degele im Gemeinderat. Ein Zustand, der sich so schnell kaum ändern wird. Denn seit Dienstagabend ist klar: Reichert kommt nicht mehr zurück. Neuwahlen sind nötig.

Auf Tagblatt-Anfrage hatte das 58-jährige parteifreie Gemeindeoberhaupt Mitte März über seinen Zustand gesprochen. In Folge einer Lungenembolie 2004 leidet er unter einer Schwäche des Immunsystems. Von einem Infekt im Februar erholte er sich nur sehr langsam. Tags zuvor hatte der Gemeinderat nicht öffentlich beschlossen, Reichert zum Amtsarzt zu schicken. Dessen Untersuchung ergab, wie Degele nun im Gremium vortrug, dass Reichert dienstunfähig ist. Entsprechend versetzte ihn der Gemeinderat zwei Wochen später in den Ruhestand.

Bei der notwendigen Wahl des neuen Bürgermeisters, der zum 1. August anfangen soll, müssen bestimmte Fristen eingehalten werden. Zudem darf der Termin laut Degele nicht in die Sommerferien fallen. Als beste Lösung kristallisierte sich deshalb Sonntag, 22. Juli, heraus.

Bis Ende Mai haben die Fraktionen Zeit, ihre Vorschläge einzureichen. Was passieren wird, ist dabei die spannende Frage: Bei der Kommunalwahl 2014 herrschte ein großes Miteinander in Bad Kohlgrub, alle Listen einigten sich auf einen Kandidaten: Karl-Heinz Reichert, der damalige Gemeinde-Kämmerer, der gebürtig aus der Pfalz kommt und in Schongau wohnt, überzeugte mit seiner gradlinigen Art. Politische Scharmützel und einen Wahlkampf gab es damals also nicht.

Vier Jahre später ist der Ton im Gemeinderat rauer geworden. Diskussionen sind an der Tagesordnung, teilweise kommt es zu persönliche Angriffen, die Listen positionieren sich. Das wurde auch  deutlich, als die Wahl eines Dritten Bürgermeisters anstand, nachdem Degele das Gremium um Verstärkung gebeten hatte.
Es gibt bereits zwei weitere Bürgermeister-Vertreter in Bad Kohlgrub: Posten, die Nikolaus Onnich (Liste „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“) und Georg Doll (CSU) übernommen haben. In Dolls Augen eine gute Verteilung, weshalb er nicht auch noch offiziell Dritter Bürgermeister werden wollte. Dieses Amt sollte einer anderen Gruppierung zukommen. Als die „Neue Liste“ ihren Vertreter Martin Niklas vorschlug, schien alles klar. Doch dann schickte die Liste „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“ Martina Höck ins Rennen – die letztlich zwei Stimmen mehr als Niklas bekam.

Ein Ablauf, der mit Blick auf die anstehende Wahl des Ersten Bürgermeisters – seine Amtszeit wird wegen der fortgeschrittenen Amtsperiode bis zur übernächsten Kommunalwahl 2026 gehen – interessant ist. Zentrale Frage: Für wen ist spontan ein Berufswechsel möglich? Degele hat Rücksprache mit seiner Fraktion gehalten: Er könnte sich einen Wechsel ins Rathaus grundsätzlich vorstellen. Natürlich muss aber auch er als erstes mit seinem Arbeitgeber sprechen.

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