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„Kohlgrub hat Potenzial“ sagt Anderl Wojciak, der als Bürgermeister kandidiert.

Zweiter Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Bad Kohlgrub

Wojciak will’s wissen

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Er beschreibt sich als „absoluter Familienmensch“. Doch auch für die Kommunalpolitik hat er ein Faible. Jetzt sieht Anderl Wojciak ein großes Ziel vor Augen.

Bad Kohlgrub – Ob Franz Degele als einziger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl am 22. Juli in Bad Kohlgrub ins Rennen gehen wird, darüber war im Hörnledorf zuletzt immer wieder spekuliert worden. So machten auch verschiedene Namen potenzieller Bewerber die Runde – unter ihnen der von Anderl Wojciak von der Neuen Liste, der seit zehn Jahren im Gemeinderat sitzt. Nun hat der 38-jährige selbstständige Zimmerer tatsächlich die Katze aus dem Sack gelassen: Er will’s wissen, sprich er tritt gegen Franz Degele an, der nach dem Rücktritt von Karl-Heinz Reichert derzeit die Amtsgeschäfte in Kohlgrub führt. Ob es noch einen dritten oder eine dritte Kandidatin geben wird, das ist offen. Aktuell sieht es eher nicht danach aus. Aber wie heißt es so schön: Nix gwiß woaß ma ned . . .

Vor seiner Einwilligung zur Kandidatur – man traf sich in privater Runde – führte Wojciak der Gang noch zu Anton Gundlfinger. Von ihm wollte der zweifache Familienvater – seine beiden Mädchen sind dreieinhalb Jahre und drei Monate alt – wissen, ob er sich eventuell aufstellen lässt. Was Gundlfinger verneinte. Auch Nikolaus Onnich von der Liste Landwirtschaft weihte Anderl Wojciak in seine Pläne ein. Dann fiel die Entscheidung, am 22. Juli anzutreten. „Natürlich habe ich das Ganze auch mit meiner Lebenspartnerin und mit meinen Eltern besprochen. Sie stehen voll hinter mir und tragen das Vorhaben mit“, versichert der Kandidat.

Gemeinderat mit 28 Jahren

Warum er ins Rennen geht? „Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Ort Potenzial hat. Von der Einnahmenseite her ist die Gemeinde gut aufgestellt. Wir müssen nur bei den Ausgaben klüger denken und genau abwägen, wo wir investieren.“ Außerdem sei es fad, wenn der Wähler gar keine Auswahl habe: „Es braucht eine Alternative.“ Zu seinen Chancen, dass ihm der große Wurf gelingt und er den Mitbewerber aus dem Ring kegelt, möchte sich Anderl Wojciak nicht groß äußern, jedoch verteilt er die Rollen klar: „Der Franz war zweiter und ist jetzt amtierender Bürgermeister. Er ist für mich der absolute Favorit. Aber ich werde meine Chance zu 100 Prozent annehmen. Und dann schauen wir mal, was rauskommt.“

Anzugreifen, das begründet der 38-Jährige „mit dem Interesse an der Kommunalpolitik“. Das er womöglich von seinem Vater hat. Der rief 1996 mit Gleichgesinnten die Gruppierung „Für Bad Kohlgrub – Neue Liste“ ins Leben und brachte frischen Wind in die Ortspolitik. 2008 wurde Sohn Anderl in den Gemeinderat gewählt: „Ich war damals mit 28 Jahren der Jüngste im Gremium.“ Dem Zimmerer macht es Freude, sich in der Dorfgemeinschaft in Bad Kohlgrub zu engagieren: Ob bei den Jungen Wilden, beim Hauptstraßenfest, bei der Gestaltungsgruppe Dorfentwicklung oder bei den Fußballern. Seine Karriere beim örtlichen Fußballclub hat Wojciak mittlerweile beendet: „Ich bin ein richtiger Familienmensch geworden, diese Zeit genieß ich.“ Radlfahren, Berggehen „mit meinen drei Mädels“, da kann er abschalten. Doch sollte Anderl Wojciak am 22. Juli tatsächlich mehr Stimmen als Franz Degele erhalten, muss er wohl seine Freizeit neu planen. Spannungsreiche Wochen, vor denen Bad Kohlgrub da steht. Erst einmal steht die Aufstellungsversammlung bevor, vermutlich am Mittwoch, 30. Mai, um 20 Uhr im Hotel Schillingshof.

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