Kandidaten könnten selbst entscheiden

Bürgermeisterwahl in Kohlgrub: Kürzere Amtszeit theoretisch möglich

Der neue Bad Kohlgruber Bürgermeister wird für acht Jahre gewählt. Warum? Das war Thema im Gemeinderat. In der Sitzung kam auch eine Alternative zur Sprache.

Bad Kohlgrub – Neun Tage noch, dann wählen die Bad Kohlgruber am 22. Juli ihren neuen Bürgermeister. Ein Urnengang mit mehreren Besonderheiten: Die Wahl ist nötig, weil der bisherige Gemeinde-Chef Karl-Heinz Reichert (parteifrei) aus gesundheitlichen Gründe nicht mehr in der Verwaltung arbeiten kann. Die Krankschreibung kam zu einem Zeitpunkt, an dem Reicherts Amtsperiode zu zwei Drittel abgelaufen ist. Dieser Punkt führt dazu, dass sein Nachfolger nicht nur bis zur nächsten Kommununalwahl im März 2020 berufen wird, sondern auch für die darauf folgende Amtsperiode über sechs Jahre. Ein Umstand, mit dem die Liste „Für Landwirtschaft, Natur und Erholung“ nicht besonders glücklich ist. Das zeigte sich im Gemeinderat.

Dritte Bürgermeisterin Martina Höck sprach das Thema an, das viele Dorfbewohner bewegen würde. Auf ihren Wunsch erklärte Rathaus-Geschäftsführer Tobias Riesch die gesetzliche Regelung. Damit komme man den Kandidaten entgegen, die als hauptamtliches Verwaltungsoberhaupt „ihr ganzes Leben umkrempeln“ müssten. Ein Risiko, dem die Planungssicherheit über acht Jahre entgegengestellt wird. Zumal eine gewisse Einarbeitungszeit notwendig sei, um Einblick in alle Abläufe der Verwaltung zu bekommen.

Wie Höcks Listenkollege Nikolaus Onnich erklärte, wäre es ihm jedoch lieber, wenn der neue Gemeinde-Chef nur bis Mai 2020 ins Amt gewählt würde. Deshalb habe er sich beim Landratsamt erkundigt und erfahren, dass es eine Alternative gibt.

Dies bestätigte Riesch vorab in seinen Ausführungen. Demnach kann der neue Bürgermeister auch erklären, dass er sich im März 2020 zur Wahl stellt. „Dabei gibt es aber zwei Hürden.“ Zum einen muss dieser Schritt freiwillig geschehen und ist mit einem Antrag an den Gemeinderat verbunden. Das Gremiun hat es dann in der Hand, dem Ansinnen zuzustimmen und damit erneute Wahlen zuzulassen. Oder eben nicht. Dies müsste Riesch zufolge vor dem 30. September 2019 geschehen.

In der Sitzung meldete sich zu diesem Thema keiner der drei anwesenden Kandidaten – die Gemeinderäte Franz Degele (Freie Wähler) und Andreas Wojciak (Neue Liste) sowie Christian Bierling (parteifrei) zu Wort.

Onnich nutzte die Runde indes dafür, über Reichert zu sprechen. Er will gehört haben, dass es dem ehemaligen Bürgermeister schon wieder besser gehe. Vielleicht so gut wie vorher, deutete er bedeutungsschwanger über dem vom Amtsarzt freigestellten einstigen Rathaus-Chef an. Und meinte dann: „Ich freu mich für ihn.“

Rubriklistenbild: © dpa / Bodo Schackow

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