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Weniger Besucher als sonst schlenderten in diesem Jahr über den Bad Kohlgruber Christkindlmarkt. Regen und Sturm waren Schuld.

Bei Sonnenschein kann’s ja jeder

Christkindlmarkt Bad Kohlgrub: 33.570 Euro für den guten Zweck

Einen neuen Rekord haben die Bad Kohlgruber mit ihrem Christkindlmarkt in diesem Jahr nicht aufgestellt. Zufrieden sind sie aber allemal. Denn gerechnet hatten die Organisatoren mit weniger Einnahmen.

Bad Kohlgrub – Gefrorener Schneematsch und eisiger Nieselregen machten den Organisatoren des 46. Bad Kohlgruber Christkindlmarktes dieses Jahr ordentlich zu schaffen. Kurz bevor er startete, wehten Sturmböen gleich zwei Verkaufsstände um. Einzelne Teile flogen über den Platz. Helfer stellten sechs Buden um, damit sie nicht auch noch der Wind erwischte. Vor dem Haus des Gastes waren sie besser geschützt. Mit Planen und provisorischen Dachverlängerungen hier und da ließen sich auch die Waren gut vor der Nässe schützen. Diese haben die freiwilligen Helfer selbst hergestellt – wie es seit 46 Jahren der Brauch ist.

Etwa 300 Mitwirkende, schätzt Organisator Franz Urbin, brachten sich ein. Mit Josef Schöttl führt er seit Jahren das Werk von Lehrer Rudolf Schnell fort. Dieser startete mit einem Stand. Heuer waren es 35 Buden. „Damit ist das Limit auch erreicht, viel mehr passen nicht auf den Platz“, sagt Urbin. Er freute sich über die Besucher, die trotz der Witterung vorbeischauten. Oder, wie Schirmherr und Landtagsabgeordneter Harald Kühn es ausdrückte: „Bei schönem Wetter kann ja jeder kommen.“ Und sie kauften auch ordentlich ein. Ob Spielsachen, Gebundenes, Gestricktes, Künstlerisches oder Selbstgebackenes.

„Unter den Umständen ist das wirklich gut“

Sie alle trugen dazu bei, dass am Ende 33 570,58 Euro für den guten Zweck zusammenkamen. Zwar deutlich weniger als im Vorjahr, als der Markt mit 44 034 Euro einen Rekord brach. Urbin aber ist zufrieden. „Unter den Umständen ist das wirklich gut.“ Er und sein Team hatten schon gedacht, sie kämen vielleicht auf gut 20 000 Euro. „Drum freuen wir uns auf jeden Fall.“ Bis auf einen kleinen Anteil an Unkosten fließt das gesamte Geld wie immer an Menschen mit Behinderung und deren Familien.

Viele Standbetreiber sind seit den Anfängen 1977 dabei. Wie Theresia Wilhelm, die mit ihrer Tochter Barbara, deren Schwägerin Marlies Goth und ihrer Enkeltochter Johanna Goth schon in dritter Generation mitmachen. Bei ihnen konnte man sich mit Salben, Marmeladen und Kräutermischungen eindecken. Besonders begehrt war ihr Suppengewürz – ein Verkaufsschlager seit vielen Jahren. Mancher kam gerade wegen dieser Delikatesse vorbei. „Wir haben 40 Gläser davon gemacht. Bis auf eines waren alle schon vor der Eröffnung verkauft“, verriet Wilhelm. Auch Johannes Keil gehört zu den Stand-Pionieren. Der pensionierte Leiter der Münchener Mineralienmesse verbrachte seine Kindheit in Bad Kohlgrub und ist seit jeher mit seinem Mineralienstand vertreten. Besucher knackten dort Steinkugeln – sogenannte Geoden – auf und fanden mit etwas Glück farbige Kristalle darin. Einen Nachfolger hat der 77-jährige auch gefunden. Nikolaus Schauer, der bereits als Vierjähriger an seinen Stand kam und viele Fragen stellte, bedient nun selbst den Gesteinsspalter. Die Blaskapelle Bad Kohlgrub trug musikalisch zur vorweihnachtlichen Stimmung bei.

650 Preise bei der Tombola

Spannend wurde es wie immer beim geheimnisvollen Adventskalender, in dessen Türchen die Kinder für kleines Geld einen Chip legten. Dieser wurde beim Schließen der Tür wie durch Zauberhand in ein kleines Präsent umgewandelt. Die Größeren fieberten dem Ergebnis vom Sauschätzen entgegen oder nahmen an der Tombola teil, bei der es 650 Preise zu gewinnen gab. Der Hauptpreis: Eine 50 Zentimeter große geschnitzte Madonna. Sie trug am Ende der elfjährige Florian Jais aus Grafenaschau nach Hause. Die Statue, sagte er, bekommt einen Ehrenplatz in seinem Zimmer.

Beate Berger

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