Hat die besten Jahre hinter sich: die Weitsprunggrube neben dem Fußballplatz am Erle.
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Hat die besten Jahre hinter sich: die Weitsprunggrube neben dem Fußballplatz am Erle.

Sportlicher Zeitplan

„War jetzt nicht mehr tragbar“: Marode Leichtathletik-Anlagen in Bad Kohlgrub werden saniert

  • VonAlexander Kraus
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Die Sportler konnten nicht mehr trainieren, mussten ausweichen. Seit Jahren plante die Gemeinde Bad Kohlgrub, die Bedingungen am Erle zu verbessern. Jetzt ist der Startschuss gefallen.

Bad Kohlgrub – Das Unkraut wuchert auf der Tartanbahn, der Anlauf zur Weitsprunggrube ist uneben und wellig, im Belag sind Risse zu erkennen. Die gesamte Leichtathletik-Anlage am Erle – erbaut in den 1980er Jahren – hat Verfallserscheinungen. Trotzdem trainierten jahrelang die Sportler des SC Bad Kohlgrub dort, mussten die schlechten Zustände lange hinnehmen. In der vergangenen Woche haben nun die Sanierungsarbeiten begonnen, ein Ende der unzumutbaren Bedingungen ist in Sicht.

Die Maßnahmen sind längst überfällig. Nicht ohne Grund zeigt sich Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) erleichtert über den Startschuss. „Das war jetzt nicht mehr tragbar“, betont er. Wie die Sportler sehnt er sich nach der Verbesserung. „Wir haben sehr engagierte Leichtathleten, die trotz der schlechten Zustände hervorragende Leistungen bringen.“

Anfang Oktober soll alles fertig sein

Bayerische und oberbayerische Meistertitel holten die SC-Aktiven in den vergangenen Jahren. Der Rathauschef legt Wert darauf, dass dieser erfolgreiche Weg fortgeführt wird, dass die Bad Kohlgruber unter verbesserten Vorzeichen die überregional starken Leistungen wiederholen können. Künftig wieder unter idealeren Trainingsmöglichkeiten. Endlich. Denn: Die Modernisierung wurde immer wieder vertagt. „Da ist nichts weitergegangen.“

Den Anfang machte jetzt die Baufirma Ende Juli mit dem Abbau des Zauns und der Pfosten am Mehrzweckspielfeld. In der zweiten und dritten Augustwoche ruhen die Arbeiten, dann geht es in vollem Umfang weiter. „Wir hoffen, dass die Sanierungen bis Anfang Oktober fertig sind.“ Diesen sportlichen Zeitplan nennt der Rathauschef.

Förderung bei den Kosten

Das Mehrzweckspielfeld und die Weitsprunggrube werden erneuert, ebenso die 100-Meter-Bahn, die etwas verlegt wird. So sieht es der Plan vor. Darüber hinaus entsteht eine Kurvenbahn für die Läufer, die in den Anlauf der Weitsprung-Sandgrube mündet. Neu ist zudem der Anlaufbereich für die Speerwerfer. Alle Vorhaben seien mit den Verantwortlichen des SC Bad Kohlgrub und der Abteilung Leichtathletik besprochen worden, versichert Degele. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 560 000 Euro. „Das Geld ist im Haushalt drin“, sagt der Bürgermeister und verweist auf die Entscheidung des Gemeinderats, der die Mittel auf mehrere Jahre verteilte.

Die Kommune bleibt jedoch nicht komplett auf den Kosten sitzen. Aus zwei Töpfen der Regierung von Oberbayern gibt es Fördermitteln in Höhe von insgesamt 246 000 Euro. „Das wurde bewilligt“, bestätigt Markus Ehegartner. Im Betrag enthalten ist auch die Pflege des Fußballfeldes, das gelockert, belüftet und gedüngt wird. Geprüft wird laut dem Kämmerer auch noch, ob es möglich ist, die Flutlichtanlage auf eine LED-Beleuchtung umzurüsten.

Weil sich Maßnahmen an der Laufbahn als sehr arbeitsintensiv erweisen, sind ab Mitte August voraussichtlich keine Heimspiele für die Fußballer möglich. Der FC weiß Bescheid, dass durch die Maschinen auf dem Platz und die Abtragung der Tartanbahn der Spielbetrieb in Mitleidenschaft gezogen wird. Ist die Modernisierung des Sportgeländes am Erle aber erst einmal vollendet, profitieren alle Sportler. Früher mussten die Kohlgruber Leichtathleten wegen der maroden Funktionalität in der Heimat oft nach Oberammergau zum Trainieren ausweichen. Das will Degele künftig vermeiden. „Der Plan ist, dass sie das dann nicht mehr müssen.“

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