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Freizeit-Magnet Hörnle: Ob im Sommer oder im Winter - der kurze Aufstieg und die herrliche Aussicht locken immer mehr Menschen an.

Belastung nimmt ständig zu: Inzwischen kommen sogar Lagerfeuer und Zelten in Mode

„Freizeitdruck“ aufs Hörnle steigt immer mehr

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Jagdgenossen schlagen Alarm, befürchten den Verbiss von Bäumen und einen Rückzug des Wilds: Die Situation am Hörnle nimmt immer dramatischere Züge an.

Bad Kohlgrub – Es ist noch gar nicht so lange her, da herrschte auf den Bergen Einsamkeit. Auch auf jenen im Ammertal. Ob Pürschling, Laber, Kolben oder Hörnle: Wer die Ruhe suchte, hier fand er sie. Mittlerweile hat sich das Blatt komplett gewendet: Das zunehmende Freizeitbewusstsein der Gesellschaft, verbunden mit aktiver Betätigung, führt an schönen Wochenenden im Sommer und Winter auf den genannten Bergen immer häufiger zu Extremsituationen und Interessenskonflikten. Dass hier das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein dürfte, stellte am Mittwoch bei der Bürgerversammlung in Bad Kohlgrub Florian Hoffrohne, Chef der Ammergauer Alpen, in den Raum: „Der Freizeit-Druck aus der Metropolregion München wird in den nächsten Jahren noch größer werden und der Ausflugsverkehr weiter zunehmen. Darauf müssen wir uns vorbereiten und unsere Art zu leben, besser schützen.“

Voll im Fokus der Freizeitbegierde steht der „Zeitberg“, das Hörnle, wo die verschiedenen Interessen immer mehr aufeinander prallen. Nachdem nun im September auf Weisung des Landratsamtes die Verbotsschilder für Radfahrer abmontiert werden mussten, bevölkern immer mehr Mountain- und E-Biker Wege und Forststraßen auf den 1390 Meter hoch gelegenen Kohlgruber Hausberg. Selbst der Wirt der Hörnlehütte, der ja vom Geschäft der Gäste lebt, hat gegenüber Bürgermeister Franz Degele schon geklagt, „dass es so nicht mehr weitergehen kann“.

In der Bürgerversammlung blies auch Anton Degele, Vorstand der Jagdgenossenschaft, ins selbe Horn, und ließ mächtig Dampf ab: „Mittlerweile spüren wir die Auswüchse dieses Freizeitverhaltens zu jeder Tages- und Nachtzeit, von 5 Uhr früh bis spätabends mit Stirnlampen. Bis von Fürstenfeldbruck, Augsburg und Landberg kommen die Leute. Sogar Lagerfeuer und Zelten ist mittlerweile nicht mehr unüblich.“ Das Rotwild, so Degele weiter, reagiere sehr anfällig auf Störungen. Es gehe nicht mehr raus aus dem Wald und verbeiße die Bäume: „Das ist ein großer Schaden für die Grundbesitzer. Es muss jetzt endlich was passieren“, sagte der Jagdgenosse unter dem Applaus der Zuhörer.

Dieser Problematik annehmen sollen sich nun die Verantwortlichen des Naturparks in den Ammergauer Alpen unter Federführung von Koordinator Klaus Pukall. Nach Aussage von Bürgermeister Franz Degele wird es gleich im Januar nächsten Jahres einen runden Tisch mit Jagdpächter, Jagdgenossen, Rechtlern, Grundbesitzern und Skiclub geben, um die Situation zu besprechen und nach Lösungen zu suchen. Der Gemeindechef: „Es gibt im Gesetz das freie Betretungsrecht in der Natur. Wir können das niemand verbieten.“ Also wird es wohl darauf hinauslaufen, die Besucher entsprechend zu lenken, um sie aus sensiblen Bereichen fern zu halten. Degele: „Wir müssen das in Griff bekommen.“

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