Ein Wegweiser liegt im Graben.
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Wegweiser im Graben: Unbekannte reißen ein Schild für Wanderwege heraus, Bauhofmitarbeiter entdecken dieses mehrere Meter vom Standort entfernt.

Keine Hinweise aus Bevölkerung

Vandalismus in Bad Kohlgrub: Tätersuche wird Geduldsspiel

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Wer war‘s? Wer ist für die Vandalismus-Fälle verantwortlich? Diese Frage stellen sich nicht nur die Bad Kohlgruber, sondern auch die Polizei. Doch derzeit gibt es keine Anhaltspunkte.

Bad Kohlgrub – Franz Degele (Freie Wähler) ist ratlos. Kann sich nicht erklären, was da vor sich geht. Viermal ist Bad Kohlgrub zuletzt zum Schauplatz von Vandalismus geworden. Ungewöhnlich. Einzelne Fälle, die gab’s freilich immer wieder mal. „In dieser Massivität“, betont der Bürgermeister, „haben wir das noch nicht gehabt.“ Er nennt’s einen Krimi, den niemand braucht.

Die Polizei Murnau – sie ist zuständig für die Gemeinde – würde gerne ermitteln. Den oder die Täter ausfindig machen. „Wir haben aber momentan keinen Ansatz“, betont Jürgen Kettl. Auch Hinweise aus der Bevölkerung blieben bislang aus. „Dass keiner was mitkriegt“, findet der Stellvertretende Leiter der Murnauer Inspektion, „ist ein bisschen komisch.“

Polizei-Vize schließt Racheaktion eher aus

Mitte Oktober war der erste Fall aufgetreten. Unbekannte brachen in den Trausaal ein und spritzten mit dem Feuerlöscher wild herum. Nummer zwei hatte sich in der Nacht auf 1. November ereignet, als Schul- und Kindergartengelände verwüstet wurden. Eine ausgehängte Schranke an der Erlestraße sowie zuletzt der herausgerissene Wegweiser am Wanderweg nach Grafenschau folgten .

Ein Muster ist nicht zu erkennen. Zu unterschiedlich sind die Vorkommnisse. Ob Jugendliche dahinter stecken – „wir wissen es nicht“, sagt Kettl. „Wir können’s nicht zuordnen.“ Degele würde aus dem Bauch heraus von unterschiedlichen Tätern ausgehen. Die Polizei hat bereits eruiert, ob im Vorfeld irgendetwas vorgefallen sein könnte, was auf die Vandalen hindeuten könnte. Aber Fehlanzeige. Daher schließt Kettl eine Racheaktion eher aus. „Gut möglich“ sei dagegen, dass jemand wegen Corona „Dampf ablassen möchte“. Dieser Gedanke geisterte auch schon durch Degeles Kopf, er verwarf ihn aber wieder. Der Rathauschef hofft nicht, dass die Pandemie und ihre Einschränkungen „solche Auswirkungen haben“.

Ihre Präsenz hat die Polizei verstärkt. Auch die Kollegen von der Schleierfahndung halten die Augen auf ihrer Durchreise zum Grenzübergang bei Linderhof offen. Bislang vergeblich. Falls es nochmals zu einem Vorfall kommen sollte, werden die Beamten noch häufiger den Ort aufsuchen. „Irgendwann fällt uns schon was auf“, zeigt sich Kettl aus Erfahrung zuversichtlich. „Solange müssen wir das aussitzen.“

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