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So soll es sein: eine freie Fallerstraße ohne abgestellte Autos. Die bestehenden Parkbeschränkungen werden dafür aufgehoben. Künftig darf niemand seinen Wagen am Straßenrand stehen lassen. 

Neue Regelungen für die Fallerstraße

Gemeinde Kohlgrub greift durch und erlässt Parkverbot im Oberen Kurgebiet

Diese Entscheidung wird nicht allen gefallen: Künftig dürfen auch Anwohner nicht mehr an der Fallerstraße ihr Auto abstellen und für Parkausweise gibt es strengere Auflagen. Langzeit-Tickets werden teurer.

Bad Kohlgrub – Ganz so schlimm wie in Grainau, wo bei der Zufahrt zur neuen Zugspitzbahn der Verkehr teilweise kollabiert, ist es in Bad Kohlgrub noch nicht. Doch auch die Hörnlebahn ist beliebt. An schönen Tagen spitzt sich mit den vielen Tagesausflüglern die Situation im Oberen Kurgebiet zu, besonderes in der Fallerstraße. Um zugeparkte Wege zu vermeiden, hat der Gemeinderat jetzt eine Grundsatzentscheidung getroffen.

„Die Fallerstaße soll frei bleiben“, unterstrich Zweiter Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) in Vertretung des erkrankten Karl-Heinz Reichert. Der Grund: Aktuell habe der Winterdienst Schwierigkeiten, um die abgestellten Autos herumzufahren. Die Wagen werden später bewegt, die entstandenen Schneehaufen bleiben. Gibt es Andrang bei der Hörnlebahn, werde die Straße komplett zugestellt. Kaum ein Durchkommen. „Man darf da an Rettungsfahrzeuge gar nicht denken“, sagte Degele. „Wenn da ein Unfall passiert. Das geht gar nicht“, pflichtete ihm Nikolaus Onnich bei.

„Wenn die mal 70, 80 Euro zahlen müssen, kommen die richtig in die Gänge.“

Zugleich kritisierte der Vertreter der Liste für Landschaft, Natur und Erholung, dass Parkausweise für Anwohner „zu großzügig“ und für einen zu langen Zeitraum – „teilweise für fünf Jahre“ – ausgegeben wurden.

Die Bewohner der Fallerstraße mit einer solchen Genehmigung durften bislang ihren Wagen abstellen. „Viele fahren aber gar nicht mehr weg“, monierte Onnich. Martin Niklas von der Neuen Liste sieht ein anderes Problem: Parksünder seien viel zu lax bestraft worden. „Wenn die mal 70, 80 Euro zahlen müssen, kommen die richtig in die Gänge.“ Er war von einem generellen Parkverbot, das ja als erstes Einheimische trifft, nicht überzeugt. „Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen.“ Und das mit „Verordnungen, die alle drei Jahre wechseln“. Derbe Worte fand auch Listenkollege Andreas Wojciak, als die Diskussion plötzlich über das Aufstellen von zusätzlichen Parkverbotsschildern ging: „Das ist doch völliger Schwachsinn.“

Für Degele wären die Schilder der nächste Schritt. Er erinnerte daran, dass die Anwohner weiter an der Hainer- und Harrerstraße ihren Wagen abstellen können. „Dann müssen sie 30 oder 50 Meter gehen.“ Das generelle Parkverbot ist in seinen Augen die beste Lösung, um die Situation kurzfristig in den Griff zu bekommen. Dem folgte die Mehrheit des Gremiums – dagegen war nur Martin Niklas.

Einstimmig erfolgte der zweite Beschluss zu dem Thema, der die Vergabe der Parkausweise betraf. Der Vorschlag der Verwaltung sieht vor, dass diese nur noch an Bad Kohlgruber mit Hauptwohnsitz vergeben werden – maximal für ein Jahr und nicht übertragbar.

Bei den Tickets, die über lange Zeit das Parken erlauben, drehte das Gremium zudem an der Preisschraube. So kostet ein Saison-Parkausweis nun 40 statt 30 Euro, Jahrestickets 80 statt 60 Euro.

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