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Der Stein des Anstoßes: Gesperrt sind seit gut einem Monat die Parkplätze am Geschäftshaus in der Kohlgruber Hauptstraße. 

Fläche ist Feuerwehranfahrtszone

Parkplätze gesperrt - Kunden bleiben aus

Ärger in Bad Kohlgrub: Die Parkplätze vor dem Gebäudekomplex an der St.-Martin-Straße wurden gesperrt. Das hat die neue Geschäftsordnung angeordnet.

Bad Kohlgrub – Ein Getränkemarkt mit Poststelle und eine Fahrschule – ohne eigene Parkplätze? Was wie ein schlechter Witz klingt, ist in Bad Kohlgrub seit kurzem Realität. Vor gut einem Monat war noch alles im grünen Bereich. Bis der Hausmeister des Gebäudekomplexes an der St. Martin-Straße den Vorplatz absperrte und ihn als „Feuerwehranfahrtszone“ auswies. Doch der gute Mann handelte nicht aus eigenem Antrieb heraus.

„Die Geschäftsführung der zuständigen Hausverwaltung in Chemnitz hat gewechselt“, betont Hausmeister Walter Maintz gegenüber dem Tagblatt. Die neuen Verantwortlichen hätten ihn aufgefordert, den Platz zu sperren, da es sich hier um eine Feuerwehrzufahrt für das Gebäude handle. Stephan Scharf von der Pressestelle des Landratsamtes bestätigt, dass in der Baugenehmigung aus dem Jahr 1998 die „fragliche Fläche tatsächlich als Feuerwehranfahrtszone ausgewiesen ist, und deshalb dort nicht geparkt werden darf“. Allerdings seien laut Baugenehmigung die für das Objekt notwendigen Stellplätze in der Tiefgarage bereit zu halten. „Bis vor einem Jahr konnten wir zumindest unsere eigenen Autos noch darin parken. Aber dann hat man uns rausgeworfen – und jetzt ist die Tiefgarage wegen eines Defekts am Tor gar nicht mehr befahrbar“, klagt Barbara Grieshaber, die einen Getränkemarkt betreibt. Ihr hatte der frühere Geschäftsführer der Hausverwaltung noch zugesichert, dass ihre Kunden die jetzt gesperrte Fläche als Parkplatz nützen können.

Die Folgen nach der jüngsten Änderung: „Die Belieferung mit schweren Paketen ist schier unmöglich geworden und Getränkekisten holt seitdem so gut wie keiner mehr bei uns“, hat Grieshaber seit dem Wegfall der Parkplätze beobachtet. Auch dass sie und ihr Nachbar, der Fahrlehrer Johann Strauß, jetzt den öffentlichen Parkplatz oberhalb ihrer Ladenflächen zuparken müssen, findet sie „suboptimal“. Erwin Hagn von der Bergwacht, die regelmäßig als Helfer vor Ort im Einsatz sind, bestätigt: „Die chaotische Parkerei erschwert hier das Durchkommen für Rettungsfahrzeuge erheblich oder macht es sogar unmöglich.“

Eventuell gibt es doch eine Möglichkeit, das gravierende Parkplatzproblem in den Griff zu bekommen. „Da die zur Zeit als Feuerwehranfahrtszone gesperrte Fläche von der Größe her auch noch Platz für einige Parkplätze haben könnte, müssten die Eigentümer oder Nutzer des Gebäudes bei der Gemeinde „eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans beantragen“, rät Stephan Scharf vom Landratsamt. Die Baubehörde ist bereits vor einem Monat von Bürgermeister Karl-Heinz Reichert auf die unbefriedigende Situation an dieser Stelle aufmerksam gemacht und gebeten worden, einen Lösungsvorschlag zu machen. Jetzt sind also die leidtragenden Mieter am Zug.

Bis sich etwas tut, wird Johann Strauß weiterhin Probleme haben, wenn er mit seinen Fahranfängern die fast komplett zugeparkte St.-Martin-Straße passieren muss: „Auch das Losfahren mit Motorrädern direkt vor der Fahrschule ist bis auf weiteres unmöglich.“ Beide – er und das Ehepaar Grieshaber – sind mittlerweile auf der Suche nach anderen Räumlichkeiten. Doch derzeit gibt es in Bad Kohlgrub keine Leerstände – außer an der Hauptstraße, aber da besteht ja das gleiche Parkproblem.

Michaela Feldmann-Kirschner

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