Mit der Sanierung der Hörnle-Schwebebahn wird sich der neue Geschäftsführer auseinandersetzen. Georg Mangold hat gekündigt, Reibereien mit den Mitarbeitern gab es nicht, das betont der Bürgermeister.
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Mit der Sanierung der Hörnle-Schwebebahn wird sich der neue Geschäftsführer auseinandersetzen. Georg Mangold hat gekündigt, Reibereien mit den Mitarbeitern gab es nicht, das betont der Bürgermeister.

Mangold geht wohl auf eigenen Wunsch – Gemeinde sucht Nachfolger

Hörnlebahn: Geschäftsleiter kündigt nach zwei Monaten - Noch kein Bewerber für Posten

Die Suche beginnt von vorne: Im April ist Georg Mangold als Geschäftsleiter der Hörnle-Schwebebahn gekommen. Nun hat er wieder gekündigt. Zu den Gründen äußert er sich nicht.

Bad Kohlgrub – Die Aufgabe war gewaltig: Die Geschäftsleitung einer historischen Bahn inklusive einer bevorstehenden Sanierung hat Georg Mangold zu stemmen gehabt, als er Anfang April ins Amt gekommen ist. Beziehungsweise hätte. Denn er wird diese Aufgabe nicht erfüllen, das Projekt nicht umsetzen. Nach gut zwei Monaten im Amt hat Mangold bei der Hörnle-Schwebebahn GmbH & Co. Schlepplift KG gekündigt. „Er hat erkannt, dass es nicht der richtige Job für ihn ist“, sagt Liftbeiratsvorsitzender Martin Niklas. Er ist derzeit von der Gemeinde als vorübergehender Geschäftsführer eingesetzt. Jetzt geht die Suche nach einem neuen Geschäftsleiter von vorne los.

Bürgermeister Degele bedauert Kündigung, aber: „Besser, gleich Schlussstrich zu ziehen“

Franz Degele bedauert den Rückzug Mangolds, der sich selbst nicht zu seiner Entscheidung äußern will. „Die Sanierung der Bahn ist aufwendiger und umfangreicher, als er sich das vorgestellt hat“, vermutet der Bad Kohlgruber Bürgermeister. Gleichwohl habe sich der im April neu vorgestellte Geschäftsleiter „sehr engagiert“, findet der Rathauschef. Doch nutzt er dieselben Worte wie Niklas, um Mangolds Schritt zu begründen. Im täglichen Betrieb habe er festgestellt, dass dieser Job nicht das Richtige für ihn sei. Die Kündigung kam laut Degele noch rechtzeitig: „Es ist besser, gleich einen Schlussstrich zu ziehen, als es noch ein halbes Jahr weiter zwanghaft durchzuziehen.“ Gleichwohl sei der Rückzug des Geschäftsführers „unglücklich“ verlaufen, räumt er ein.

Was Mangold wohl auch Sorgen bereitet hat, waren die Vorschriften der Ämter. Davon geht zumindest der vorübergehende Geschäftsführer Niklas aus. Mit der Berufsgenossenschaft, den Sicherheitsbehörden, der Seilbahn- und der Gewerbeaufsicht listet er ein paar Stellen auf, die allesamt Auflagen fordern. Außerdem habe Mangold die Wirtschaftlichkeit der 1954 in Betrieb genommenen Hörnle-Schwebebahn nicht gesehen, sagt Niklas, der auf eine Erhöhung der Fahrgastzahlen setzt. Eines stellt er klar: Zwischen Mangold und den Mitarbeitern der Bahn gab es keine Reibereien.

Hörnlebahn: Sanierung wird große Aufgabe für neuen Geschäftsleiter - Stelle ausgeschrieben

Verabschiedet hat sich der Gemeinderat längst vom großen Neubau der Hörnle-Schwebebahn mit einem Investitionsvolumen von rund 21 Millionen Euro. „Da machen die Grundstücksbesitzer nicht mit“, erklärt Degele. Darüber hinaus ist für ihn eine Zehner-Gondel „optisch ein Verbrechen“. Ein abgespeckter Neubau steht zur Debatte. Derzeit laufen Kostenplanungen und Untersuchungen, Daten werden erhoben. Zuletzt flog eine Drohne das Gebiet ab. Dabei wurden die Seillänge, Höhepunkte, Talstation und Stützen vermessen. Die Investitionssumme für die Schwebebahn steht noch nicht fest.

Seit dieser Woche ist der Posten des Geschäftsleiters der Hörnle-Schwebebahn ausgeschrieben. Noch haben sich keine Kandidaten gemeldet. Beim letzten Mal gab es zehn Bewerber, wovon fünf zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurden. Mangold überzeugte. Degele betont: „Ich bin zuversichtlich, dass wir jemanden finden.“

Alexander Kraus

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