Der geplante Standort: Auf dem für die Parkplatzerweiterung anvisierten Grundstück an der Talstation grasen im Moment Rinder.
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Der geplante Standort: Auf dem für die Parkplatzerweiterung anvisierten Grundstück an der Talstation grasen im Moment Rinder.

Für manche geht‘s zu langsam vorwärts

Hörnle-Parkplatz: Erweiterung wird teurer

  • VonRafael Sala
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Die geplante Erweiterung des Parkplatzes am Hörnle könnte in die Zielgerade gehen: Es fehlt nur noch eine wasserrechtliche Stellungnahme des Landratsamtes. Das Projekt beziffert sich inzwischen auf 81.200 Euro.

Bad Kohlgrub – Eigentlich hätte über das Projekt „Erweiterung des Parkplatzes am Hörnle“ in Bad Kohlgrub auf der jüngsten Gemeinderatssitzung im Kurhaus diskutiert und im Idealfall gleich abgestimmt werden sollen. Doch dann informierte Geschäftsführer Lukas Eitzenberger die Kommunalpolitiker unverhofft darüber, dass für das Projekt noch eine behördliche Stellungnahme nötig sei: „Wir brauchen noch eine Erlaubnis zur Einleitung des Oberflächenwassers in den Harrergraben.“ Die entsprechenden Unterlagen seien beim Landratsamt eingegangen, eine Beurteilung stehe aber noch aus.

Schon seit Langem beschäftigt das Thema den Gemeinderat, denn die Parksituation im oberen Kurbereich an der Schwebebahn-Talstation ist bei starkem Ausflugsverkehr, wie es in der Beschlussvorlage heißt, „angespannt“. Das ist noch sehr gelinde ausgedrückt: Bei schönem Wetter ist kaum ein Durchkommen mehr, sämtliche Plätze sind belegt, die Kapazitäten reichen hinten und vorne nicht, viele Touristen weichen auf die umliegenden Straßen aus – zum Leidwesen der dortigen Anwohner. Betroffen ist vor allem die Badstraße, wo es bereits zu unschönen Szenen mit Parkplatzsuchenden gekommen ist. Um das Projekt möglichst rasch auf den Weg zu bringen, sind zu Jahresbeginn 50.000 Euro für das Projekt eingestellt worden. Wegen Preissteigerungen im Bausektor ist der Betrag jedoch kräftig in die Höhe geschnellt – auf jetzt 81.200 Euro.

Beschwerden über Verhalten der Ausflügler

Geplant ist, 40 zusätzliche Parkmöglichkeiten auf der Schotterfläche nahe dem Lift zu schaffen. Sowohl der Liftbetreiber als auch große Teile des Gemeinderats sind für die Baumaßnahme, für einige wird da viel zu wenig auf die Tube gedrückt. So kritisierte Andreas Wojciak (Neue Liste) die Vertagung des Punktes mit den Worten, dass die Erweiterung hermüsse, „koste es, was es wolle“. Für Bürgermeister Franz Degele (Freie Wählergemeinschaft) eine verfehlte Sichtweise: Ein sensibles Projekt wie dieses auf Biegen und Brechen und ohne jeden Abwägungsprozess durchdrücken zu wollen, nur weil Handlungsbedarf bestehe und Druck ausgeübt werde, sei der falsche Weg: „Müssen tun wir gar nichts“, sagte er auf Tagblatt-Nachfrage.

Immer wieder gab und gibt es Beschwerden über das aus ihrer Sicht rücksichtslose Verhalten der Ausflügler - vor allem zu Stoßzeiten. Und die herrschen nicht nur im Sommer, sondern auch in der Winterzeit, denn der 1548 hohe Berg ist ein ideales Ausflugsziel für Skitourengeher. Die Seilbahn bringt die Menschen bequem rauf, die Alm ist bewirtschaftet, und von oben geht es weiter zu traumhaften Bergzielen. Das nutzen tausende von Münchnern – die dann mit ihren Fahrzeugen kommen.

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