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Ab Mitte März in getrennten Betrieben: Seppi Schwinghammer auf dem Berg, seine Frau Franziska im Tal.

Der Mann auf dem Berg, die Frau im Tal

Wirtin von beliebter Hütte macht weiteres Lokal auf

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Sie gehen bald „getrennte Wege“. Aber nur beruflich. Während SIE ein zweites Lokal aufmacht, kümmert ER sich weiterhin um die beliebte Hütte.

Sommer wie Winter ein begehrtes Ziel von Bergfreunden und Ausflüglern – die Hörnlehütte. 

Bad Kohlgrub – Franziska Schwinghammer ist nicht bange: „Wir sind gut aufgestellt am Hörnle. Wir haben ein motiviertes Team und bewährte Kräfte, auf die wir uns stets verlassen können.“ Wenn am kommenden Samstag, 2. Dezember, die Hörnlehütte auf 1390 Metern in den Ammergauer Alpen nach einer vierwöchigen Betriebsruhe wieder aufmacht, dann gehen die 30-Jährige und ihr Mann Seppi (34) bereits in ihre vierte Saison als Hüttenwirte auf dem Kohlgruber Hausberg. Gemeinsam werden sie wie gewohnt den Winter über Skifahrer, Tourengeher und Rodler bewirten. Dann jedoch, ab Mitte März, „gehen sie getrennte Wege“: Während ihr Gatte weiter das Hörnle „managt“, übernimmt Franziska als Pächterin die Gastronomie im neuen Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Glentleiten.

Zwei gastronomische Betriebe, die von Ausflüglern und Gästen ordentlich frequentiert werden, das klingt nach Stress. Dessen ist sich Franziska auch bewusst: „Natürlich wird das eine Herausforderung, aber wenn man hier wie dort über gutes Personal verfügt, sollte es zu schaffen sein. Wir lassen es auf uns zukommen.“ Am Hörnle jedenfalls werde sich nichts verändern, sprich, der Gast könne weiter auf Qualität und guten Service zählen. Das beruhigt auch Andreas Graser, Vorsitzender der DAV-Sektion Starnberg, der die Hörnlehütte gehört: „Wir sind zufrieden, wie es die letzten Jahre am Hörnle gelaufen ist, und deswegen haben wir den Vertrag mit den Pächtern auch verlängert. Ab März haben wir eine neue Situation. Dann werden wir sehen. Aber wir sind zuversichtlich, dass es auch in Zukunft passen wird mit der Gastronomie und Übernachtung.“ Vergangenes Jahr hat die Sektion in die Hütte richtig investiert, für 200 000 Euro eine komplett neue Küche einbauen lassen.

Die ist inzwischen auch Voraussetzung, damit der Betrieb reibungslos läuft. Keine Frage, das Hörnle boomt, im Sommer wie im Winter. Franziska Schwinghammer weiß warum: „Das Hörnle ist ein Berg für Jedermann, für Familien, Tourengeher, Bergläufer oder für Ältere, die mit der Bahn rauffahren. Außerdem man relativ schnell heroben.“ Manchmal stünden die Leute schon in der Früh vor der Tür, wenn noch gar nicht geöffnet ist. Und im Winter kämen Tourengeher aus München oder Augsburg manchmal noch um 21 Uhr rauf, „obwohl wir schon um 22 Uhr schließen“. Bei aller Arbeit, von 8 Uhr früh bis spätabends, dazu die Übernachtungen in den 24 Schlafplätzen im Matratzenlager – es mache Spaß, Hüttenwirtin zu sein: „Mia san gern da herobn am Hernd’l“ Und wenn abends dann die Leut’ weg seien, bleibe auch mal die Zeit, einmal hinaus zu gehen und einen wunderschönen Sonnenuntergang oder eine einmalige Stimmung zu genießen: „Das entschädigt für vieles“, betont Franziska Schwinghammer.

All zu viel Gelegenheit dazu wird sich der 30-Jährigen ab März nicht mehr bieten, wenn sie in Glentleiten die vielen Besucher verköstigt. „Ganz ohne Berg“ freilich werde es nicht gehen: „Dafür bin i zu gern drobn!“

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