Eltern können aufatmen: In der Kindertagesstätte St. Martin in Bad Kohlgrub wird in nächster Zeit keine Gebührenerhöhung erfolgen.
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Eltern können aufatmen: In der Kindertagesstätte St. Martin in Bad Kohlgrub wird in nächster Zeit keine Gebührenerhöhung erfolgen.

Zeitpunkt für eine Anpassung sei „ungünstig“

Kindergarten-Gebühren in Bad Kohlgrub: Gemeinderat spricht sich gegen Erhöhung aus

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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Die Gebühren der Kindertagesstätte St. Martin in Bad Kohlgrub bleiben stabil. Die Verwaltung machte den Vorschlag, gleich wie Bad Bayersoien oder Großweil an der Preisschraube zu drehen. Das Gremium hält den Zeitpunkt für völlig falsch.

Bad Kohlgrub – Als gar „schockierend“ empfand Andreas Wojciak den Vorschlag. Ausgerechnet jetzt einen solchen Punkt auf die Tagesordnung zu bringen, sei unglücklich. Sehr unglücklich. Der Neue-Liste-Vertreter wetterte enorm in der vergangenen Sitzung des Bad Kohlgruber Gemeinderats gegen Punkt sechs – Gebührenanpassung Kindergarten. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, die Kosten der gemeindlichen Einrichtung mit denen von Bad Bayersoien und Großweil gleichzusetzen.

Beide Orte haben bekanntlich vor kurzem ihre Gebühren erhöht. Eltern von über Dreijährigen zahlen künftig zwölf Euro mehr im Monat. Bei unter Dreijährigen steigt das Entgelt um 30 Euro (bei vier bis fünf Stunden) sowie um 35 Euro (fünf bis sechs Stunden). Die benachbarte Kommune beispielsweise erklärte die Anpassung mit gestiegenen Leistungen, wie verlängerte Zeiten, zusätzlichem Personalbedarf sowie das Mittagessen.

Gedankenspiele kommen bei Gemeinderat nicht gut an

In Bad Kohlgrub sollte nun auch eruiert werden, ob für die Gemeinde die gleiche Erhöhung in Frage kommt. Wojciak war nicht der einzige Gegner. Das Gedankenspiel kam bei den Ortspolitikern alles andere als gut an. Einstimmig lehnten sie ab.

2020 hat die Kommune die Kindertagesstätte St. Martin umfangreich saniert und erweitert. „Erst vor eineinhalb Jahren haben wir unsere Gebühren erhöht“, erinnerte Simon Eickholt (Neue Liste). Mit welchem Grund sollte die Gemeinde das jetzt wieder tun, fragte er. Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) verwies auf die Steigerungen in Bad Bayersoien und Großweil. Also wollte seine Verwaltung und er „das Thema einfach Mal auf die Tagesordnung bringen und auch darüber sprechen“.

Gemeinderäte fordern noch länger zu warten, bis Thema wieder auf den Tisch kommt

Die Abfuhr kam schnell. „Der Zeitpunkt darüber zu reden, ist sehr ungünstig“, meinte Eickholt. Die Kinder seien wegen Corona jetzt monatelang daheim gewesen, hätten das Gebäude weder genutzt noch von innen gesehen, „aber wir würden plötzlich schon wieder mehr Geld verlangen“. Ins gleiche Horn stieß Martin Niklas (Neue Liste). „Wir sollten erst einmal warten, mindestens ein Jahr. Dann können wir vielleicht darüber sprechen.“ Nur, weil zwei andere ähnliche Gemeinden mit den Gebühren anziehen, müsse man nicht automatisch folgen.

Wojciak wäre es sowieso wichtiger, alle anderen offenen Baustellen – also Beschlüsse, die zwar vom Gemeinderat seit vergangenem Jahr gefasst, aber noch nicht umgesetzt worden sind, zu erledigen, bevor man neue Fässer aufmacht.

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