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Viele Fenster, viel Licht: So sehen die Pläne für den Erweiterungsbau des Kindergartens aus. 

Gute Nachrichten angesichts der Finanzierung

Kindergarten Kohlgrub: Entscheidender Schritt für Erweiterungsbau

Die Modernisierung des Kindergartens gehört zu den vielen Großprojekten in Bad Kohlgrub. Dafür nimmt die Gemeinde 2,3 Millionen Euro in die Hand. Für den Bauantrag gab es jetzt grünes Licht.

Bad Kohlgrub – Ab und an plaudert Bad Kohlgrubs Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) aus dem Nähkästchen. So wie in der Gemeinderatssitzung, als es um die Kinderbetreuung ging. Zwar sei es schon fünf Jahrzehnte her, verriet Reichert, „an meinen Kindergarten erinnere ich mich aber noch“. Weil diese Zeit prägend für die Familien und den Nachwuchs ist. Die Buben und Mädchen würden die „ersten eigenen Schritte“ im Leben gehen. Umso mehr freute sich das Gemeinde-Oberhaupt, dass Bad Kohlgrub künftig einen rundum modernen Kindergarten vorweisen kann. Für den Umbau und die Erweiterung der bisherigen Betreuungseinrichtung gab es einen einstimmigen Beschluss.

Das bedeutet: Der Bauantrag geht jetzt ans Landratsamt, dessen Baubehörde das letzte Wort hat. „Es ist Licht am Horizont“, zeigte sich Reichert erleichtert.

Die Pläne für die Fassaden-Gestaltung, um die es in der Sitzung hauptsächlich ging, nannte er „höchst gefällig“. Und war mit dieser Meinung wahrlich nicht allein. Das, was Architektin Barbara Freisl-Daser vom heimischem Architekturbüro Fussenegger vorstellte, kam im Gremium an. Sie rief in Erinnerung, dass ein Teil des Altbestands abgerissen wird, ein Erweiterungsbau hinzukommt, und das Haus künftig quasi in L-Form ums Eck geht. Es gibt eine neue, „zentrale Eingangssituation“, einen „wintergartenähnlichen“ Mehrzweckraum mit großen Fensterfronten. Und auch bei den Gruppenräumen spielt das Element Licht eine wichtige Rolle. Die Bereiche verfügen über eigene kleine Terrassen zum Garten und ebenfalls große Fenster. 

Über jene im Nass-Bereich des Kindergartens entbrannte eine kurze Diskussion. Denn Franz Degele (Freie Wähler) gefiel die Anordnung nicht so richtig. Konkret ging es ihm um ein kleines, quadratisches Fenster, das fast am unteren Ende der Wand angesetzt ist. „Das fällt sehr aus dem Rahmen“, stellte er dazu fest. Was genau so beabsichtigt ist, wie Freisl-Daser erklärte. „Aus der Idee heraus, dass Kinder am Werk sind.“ Auch die Kleinsten sollten Gelegenheit haben, nach draußen zu schauen. „Außerdem bricht das ganz bewusst die Strenge“, erklärte die Architektin die Idee der Planer.

Ein Konzept, das – bis auf den Degele-Einwand – breite Zustimmung fand. „Wenn man überlegt, welche Fehlplanung es am Anfang gab, ist etwas Tolles draus geworden“, sagte Nikolaus Onnich (Liste Landwirtschaft) mit Blick auf den langen Prozess, bei dem auch mal ein zweigeschossiges Gebäude im Gespräch gewesen war.

2,3 Millionen Euro muss die Gemeinde in die Hand nehmen, um den Kindern und Betreuern endlich ein modernes Haus zur Verfügung zu stellen. In puncto Finanzen hatte Reichert gute Nachrichten. Demnach werden der Kommune mehr als die bislang genannten 630 000 Euro an Zuschüssen in Aussicht gestellt. Konkrete Aussagen kann er derzeit aber nicht treffen: Die Regierung von Oberbayern überarbeitet Reichert zufolge die Richtlinien. Deshalb sei auch kein Förderbescheid für einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn möglich. Ein bisschen Geduld ist also noch gefragt.

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