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Stehen hinter ihm: Tina Jachmann-Fritz (Zweite Vorsitzende Freie Wählergemeinschaft) und Albert Stichander (r., FW-Gemeinderat) gratulieren Franz Degele. 

Neuwahlen im Juli

Klares Votum: Kohlgrubs erster Bürgermeister-Kandidat ist fix

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Es blieb bei nur einem Kandidaten: Franz Degele bewirbt sich um das Bürgermeister-Amt in Bad Kohlgrub. Das Votum bei der Aufstellungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft fiel eindeutig aus.

Bad Kohlgrub – Franz Degele fährt seit Monaten zweigleisig. Gezwungenermaßen, weil der Vize von Bürgermeister Karl-Heinz Reichert (parteifrei) nach dessen gesundheitsbedingten Rückzug zu Bad Kohlgrubs erstem Mann aufrückte. Jetzt musste er sich zwischen zwei Lieben entscheiden. Entweder er trennt sich von der Arbeit als Privatkundenbetreuer und Finanzplaner bei der VR-Bank Werdenfels oder von der als Rathauschef. Nun steht fest: Sein Herz schlägt mehr für die Ammertaler Gemeinde.

Als heißer Kandidat für den Posten galt Degele längst. Bei der Aufstellungsversammlung der Freien Wählergemeinschaft im Gasthof Heimgarten wurde der 54-Jährige nun offiziell für die Wahl am 22. Juli ins Rennen geschickt. Als einziger der Gruppierung. Von 35 abgegebenen Stimmen entfielen 34 auf den Bewerber auf das Bürgermeister-Amt (eine Enthaltung).

Vor dem Votum stellte sich Degele den rund 50 Anwesenden – darunter auch Gemeinderäte wie Andreas Wojciak und Martin Niklas (beide Neue Liste) – vor, samt Auszügen seines Lebenslaufs, Schilderungen der vergangenen Monate und einem kurzen Anriss seiner Ziele für Bad Kohlgrub. Eines der genannten sollte im Laufe des Abends noch für Gesprächsstoff sorgen.

Sein Credo: „Geht nicht, gibt‘s nicht“

Schon jetzt kündigte der vielseitig ehrenamtlich Aktive (Trachtenverein, Mitorganisator Hauptstraßenfest, Krieger- und Veteranenverein, Mitglied der Kirchenverwaltung et cetera) an, mit Engagement an die Herausforderung heranzugehen. „Ich bin bereit, mich mit mehr als einer 40-Stunden-Woche einzubringen“, betonte der FW-Kandidat. Sein Credo: „Geht nicht, gibt’s nicht.“ Man müsse nur miteinander reden.

Das kam zuletzt offensichtlich zu kurz, zumindest gegenüber den Bürgern. Der Gemeinderat hat nicht-öffentlich den Projekt-Stopp des Haus des Gastes beschlossen. In der Haushalt-Sitzung wurde die Information darüber laut Degele allerdings „vergessen“. Nicht die beste Visitenkarte. Weiß er selbst. Bei der Versammlung betonte er deshalb: „Für mich ist das Thema noch lange nicht gestorben.“ Bei einer Klausurtagung im Herbst soll das weitere Vorgehen zur Sprache kommen.

Die Gemeinde hat darüberhinaus weitere Maßnahmen zu schultern: Die Fertigstellung des Lampl-Anwesens und der Kindertagesstätte, die Sanierung der Leichtathletik-Anlagen, die Ausweisung des Gewerbegebiets und den Neubau eines Wasserhochbehälters in Sonnen – all das steht auf Degeles Agenda. Ein Thema, das ihn „berührt“, ist ein Lebensmittelmarkt. „Es besteht Handlungsbedarf“, für den Fall, dass der Spar-Markt von Hans Reiner schließen muss. 

Neubau des Hörnle-Lifts: Ohne schriftliche Vorverträge mit Grundeigentümern wird Degele nicht aktiv

Selbst den Neubau des Hörnle-Lifts zählte er als wichtiges Ziel auf. Ausgerechnet das Vorhaben, für das Vorgänger Reichert Kritik einstecken musste. Es hieß, er würde Luftschlösser bauen. Grund genug für Georg Wojciak, Vater des Gemeinderats und Vielleicht-Kontrahenten Andreas Wojciak, reinzugrätschen. „Wer will eigentlich einen neuen Lift?“, fragte er. Und wieder kam der Vorwurf fehlender Transparenz. „Es wird eine Studie für 40.000 Euro in Auftrag gegeben und die Leut’ wissen nichts davon.“ Ganz davon abgesehen erwartet Wojciak massiven Widerstand, zumal Jäger und Landwirte jetzt schon über eine Überfrequentierung des Hausbergs klagen. Degele aber beruhigte die Gemüter. Bislang seien der Kommune keine Kosten entstanden. Außerdem habe der Gemeinderat einen neuen Lift zwar grundsätzlich befürwortet, aber nichts beschlossen. Ohne schriftliche Vorverträge der Grundeigentümer – dafür ist der Hörnlebahngeschäftsführer zuständig – werde Degele jedenfalls nichts unternehmen. „Ich fange Projekte gerne von vorne an“, betonte der 54-Jährige. Ein persönliches vielleicht im Juli.

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