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Die Organisatoren: Josef und Beate Gilgenreiner.

Klassiktage Ammergauer Alpen: Kammermusikfestival im Herbst greift „Mythos Bayern“ auf

Ein Heimatabend mal in anderer Form

Den Begriff Heimat stellen die Klassiktage der Ammergauer Alpen im kommenden Herbst in den Mittelpunkt.

Bad Kohlgrub – Schon zum vierten Mal findet das kleine aber feine Kammermusikfestival „Klassiktage Ammergauer Alpen“ in Bad Kohlgrub nun schon statt. Und wie sollte es anders sein, auch dieses Ereignis steht 2018 ganz im Zeichen der Bayerischen Landesausstellung in Ettal.

„Die Klassiktage nehmen das Thema ,Mythos Bayern‘ musikalisch auf“, erklärt Beate Gilgenreiner. Die gebürtige Kohlgruberin betreibt eine Konzertagentur in Winterthur, wo ihr Ehemann Josef als Kontrabassist im Orchester engagiert ist. Zur Programmpräsentation der Klassiktage hatten beide am Dienstagabend in das Kohlgruber Haus des Gastes geladen. Naheliegenderweise erschließt sich das Musikerpaar den „Mythos Bayern“ durch eine Beschäftigung mit dem Begriff der Heimat. „Was bedeutet Heimat? Ist Heimat ein Ort oder ein Raum? Was assoziieren wir mit Heimat – Freunde, Erinnerungen, Geschichten?“ Diese Fragen haben sich die Gilgenreiners selbst, aber auch den befreundeten Musikern gestellt, die sie für ihr Kohlgruber Festival gewinnen konnten.

Ein Clan darf bei dieser Themenkonstellation natürlich nicht fehlen: die Musikerfamilie Well. Christoph Well und das junge Duo „twoWell“, die Cellistin Maria und ihr Bruder Matthias an der Geige, gelten als geradezu idealtypische Bayern. „Und sie erschließen sich – ausgehend von ihrer bayerischen Heimat – neue musikalische Räume“, erläutert Beate Gilgenreiner. So wird „Stofferl“, der eine künstlerische Bandbreite vom Solotrompeter der Münchner Philharmoniker bis zum Mitglied der berühmt-berüchtigten Biermösl-Blosn aufweisen kann, den Abschluss-Abend am 22. September gestalten, dessen Programm (vermutlich sogar ihm selbst) derzeit noch unbekannt ist. Wer den Tausendsassa auf der Bühne schon einmal erlebt hat, weiß, der Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Die jungen Wells werden das Festival am 19. September gemeinsam mit dem Verleger Christian Zott und dem Fotografen Hans-Joachim Ellerbrock eröffnen. Unter dem Motto „Heimat I: Ansichtssache“ werden sie den jüngst erschienenen Bildband „Heimat? Ammertal!“ vorstellen und sich davon zu einem sicher spannenden Gesprächsaustausch anregen lassen.

Wieder dabei sein wird der Schauspieler Robert Joseph Bartl. Der ehemalige Ettal-Schüler ist Fernsehzuschauern vor allem aus dem Münchner Tatort bekannt. Er wird gemeinsam mit der Spielmusik Karl Edelmann für den „Heimatabend“ im nicht ganz klassischen Sinne zuständig sein.

„Bayerische Charakterszenen“ ist das Programm überschrieben: Die Weilheimer Musiker spannen den Bogen von der Volksmusik zur Klassik, Bartl liest aus Herbert Rosendorfers „Kellnerin Anni“.

Unter „Heimat II: Drang in die Ferne“ verbirgt sich ein Konzertabend der ganz besonderen Art, den der junge Bariton Benjamin Appl gemeinsam mit dem Minetti Quartett bestreiten wird. Der aus Regensburg stammende Sänger, der seine Laufbahn als „Domspatz“ begann, verließ die Heimat – wie so viele Künstler, um in die Metropole London zu ziehen. Und gerade aus der Ferne wird die Suche nach der Heimat zu einem ganz neuen Thema. Dass der Bariton bei seinem Liederabend keinen Pianisten, sondern ein Streichquartett zur Seite hat, verheißt ein ganz ungewöhnliches Hörerlebnis. Die Minettis werden übrigens auch in den Abend von Christoph Well eingebunden sein, ebenso wie Gastgeber Josef Gilgenreiner am Kontrabass. Musikalische Überraschungen sind garantiert!

Schon zur Tradition gehört, dass etwas für junge Konzertbesucher geboten wird. Doch statt des bisherigen einen Konzerts gibt es diesmal einen Workshop für Kinder in der letzten Ferienwoche (3. bis 7. September). Die Musikpädagoginnen Stefanie Blauensteiner und Madgalena Kriss werden ein Theaterstück mit den Kindern erarbeiten, das am 7. September im Familienkonzert auf die Bühne kommt. Anmeldungen für Kinder von 6 bis 11 Jahren sind ab sofort möglich.

„Des is ganz schlecht z’sammg’stellt“, tönt es nach der Programmpräsentation aus der ersten Reihe. Eine Schrecksekunde für alle Beteiligten. „Do muss ma ja in jedes Konzert geh’n!“ Das wäre doch gar keine schlechte Idee.

Sabine Näher

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