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Sicher tragen Theresa Glas (l.) und Franziska Bauer (mit Stefan Mayr, r.) das Köhlergedicht vor. 

Der weiße Rauch lässt auf sich warten

Der Kohlenmeiler in Bad Kohlgrub brennt

Der Kohlenmeiler brennt, die 17. Bad Kohlgruber Köhlertage sind eröffnet. Doch zierte sich das Buchen- und Eichenholz ein wenig. Es brauchte ein bisschen Zeit und Luft.

Bad Kohlgrub – Ein Stück gelebte Geschichte haben Einheimische und Gäste einmal mehr an der Brandstatt erlebt. Dort entfachten Köhlerfreunde ihren Meiler. Eine Woche lang hatten die Aktiven rund um ihren Vorsitzenden Stefan Mayr jede Menge Freizeit investiert und aus 20 Ster Buchen- und Eichenholz den Meiler errichtet. Wie dieser im Inneren aussieht, haben sich Interessierte an einem aufgeschnittenen Minimeiler genauer angeschaut.

Das Anzünden ist der Höhepunkt – doch nicht der einzige Grund, weshalb Gäste an die Brandstatt kommen. Dort wird stets – bereits seit 16 Jahren finden die Bad Kohlgruber Köhlertage statt – schon ab dem Vormittag gefeiert. Vier junge Ammertaler Musikanten spielten am Sonntag auf. Um kurz nach 14 Uhr wurde es dann ernst. Nachdem Theresa Glas und Franziska Bauer das Köhlergedicht aufgesagt hatten, schob Köhlerliesl Franziska Grasegger eine überdimensionale Fackel in das Innere des Meilers. Dieser zierte sich, wollte auch nach Rudi Strauß’ Köhlerlied keinen weißen Rauch absondern. Letztlich nahm der Vorsitzende Mayr die Sache selbst in die Hand und fächerte Luft in die Meileröffnung. Das Ergebnis aber war zunächst nur dichter Bodennebel wie bei Konzerten – statt Rauch aus dem Kamin. Das Köhlern ist eine Kunst, und bläst der Wind aus der falschen Richtung, muss man nachhelfen.

Wie Aufzeichnungen belegen, wurde in Bad Kohlgrub schon vor 700 Jahren Holzkohle gewonnen. Anders als andernorts fanden sich dort Menschen, die diesen Teil der Geschichte am Leben erhalten. Zur Freude des amtierenden Bürgermeisters Franz Degele, der das Engagement der Männer würdigte.

Marion Klein aus Darmstadt „wollte das Entfachen des Meilers unbedingt miterleben“. Deshalb hatten sie und ihr Mann den Tag „fest im Urlaubsprogramm eingeplant“. Und da das Wetter mitspielte, störte es auch niemanden, dass der Rauch ein wenig auf sich warten ließ. Zumal er ja noch emporstieg.

Der Kohlenmeiler

wird voraussichtlich am Samstag, 2. Juni, geöffnet. Rund 1,7 Tonnen Holzkohle werden geerntet. Eine Vorbestellung ist nicht möglich. An Fronleichnam, 31. Mai, können Gäste noch einmal den rauchenden Meiler besuchen. Sie werden ab 10 Uhr bewirtet.

Michaela Feldmann-Kirschner

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