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So setzt sich das Bad Kohlgruber Gemeindeparlament künftig zusammen.

Der Joker sticht

Bad Kohlgrub: Neue Liste wird stärkste Kraft im Gemeinderat - und stellt den Stimmenkönig

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Von 0 auf 100: Hans-Peter Lory holt bei den Kommunalwahlen die meisten Stimmen. Und das bei seiner ersten Kandidatur. Er und seine Gruppierung sind die großen Gewinner. 

Bad Kohlgrub – So recht kann es Hans-Peter Lory immer noch nicht fassen. „Wahnsinn, irre“, sagt er. Bei den Kommunalwahlen in Bad Kohlgrub hat der 51-Jährige ein triumphales Ergebnis erzielt. 1215 Stimmen (18,01 Prozent) bekam er. Die meisten von allen Kandidaten, die sich für den Gemeinderat aufstellen haben lassen. Der 51-Jährige wurde damit zum Stimmenkönig gekrönt – und das aus dem Stand heraus.

Mit einem Platz im Gremium hat er spekuliert, mit dem Resultat keinesfalls. Die Bürger bauen offensichtlich auf ihn. „Ich hoffe, ich kann die Erwartungen erfüllen“, sagt der selbstständige Kfz-Meister. Druck? Ja, den spürt er ein bisschen, will sich dementsprechend anstrengen, sein Mandat gut ausüben. Dabei wollte er anfangs gar nicht kandidieren.

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Ist selbst überrascht über seinen Erfolg: Hans-Peter Lory bekommt einen großen Vertrauensvorschuss von den Wählern.

Der Neuen Liste gehört er schon länger an, seit vergangenem Jahr arbeitete er verstärkt mit. Mehr war aber nicht geplant. Bis Dezember 2010. Die Mitglieder der politischen Gruppe ließen nicht locker, überredeten ihn, sich zur Verfügung zu stellen. Im Nachhinein war’s für Lory der richtige Schritt. „Man kann nicht nur immer reden, sondern muss dann auch mal Farbe bekennen“, betont er.

Sieben Frauen künftig im Gemeinderat

Mit ihm als Kandidat hat die Neue Liste einen geschickten Schachzug gemacht. Martina Höck (Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) nennt ihn den „Joker“. Es sei aufgrund seiner Beliebtheit im Ort zu erwarten gewesen, dass er in den Gemeinderat einzieht und jemand Federn lässt.

Die Neue Liste legte zu, ist künftig mit sechs statt vier Sitzen vertreten. Je ein Platz ging der Freien Wählergemeinschaft und Höcks Liste verloren. Kein Problem für die 44-Jährige. „Ich bin nicht enttäuscht.“ Ihre Liste wollte mindestens drei Mandate ergattern. Das hat sie geschafft. Vor allem freut sich Höck, dass sieben Frauen mitbestimmen. Mit Andrea Fend eine, die „topfit“ sei im Bereich Tourismus. Die Sparte hat zuletzt niemand der Räte richtig bedienen können.

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Es gibt viele personelle Veränderungen. Schon allein, weil Schwergewichte wie Albert Stichaner, Otto Fussenegger und Nikolaus Onnich aus eigenem Willen ausscheiden. Selbst die Neue Liste hat einen Verlust zu beklagen – Gilbert Ullmann verpasste den erneuten Sprung ins Gremium –, dafür aber nahm sie die Vormachtsstellung ein.

Wer wird Zweiter Bürgermeister?

Den Erfolg führt Vorsitzender Martin Niklas auf die gute Vorbereitung auf die Wahl und das Kandidaten-Angebot zurück. „Die Qualität hat schon was ausgemacht“, sagt er. Die Mehrheit will die Gruppierung nutzen, um ihre Gedanken zu forcieren. Dazu zählen die Leichtathletik-Anlagen. „Wir wollen, dass der Sportplatz fertig wird“, betont Niklas. Bislang gleiche das Prozedere einem „Trauerspiel“. Auch die Finanzen müssten geordnet werden.

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Als stärkste Kraft streben er und sein Team zudem an, den Zweiten Bürgermeister zu stellen. Die Position nimmt derzeit Höck ein, die die Rolle weiter ausfüllen würde. „Aber so wie es kommt, so kommt’s“, sagt sie. Wen die Neue Liste ins Rennen schickt? Niklas schweigt noch. Dass sie einen Kandidaten bringt, das „sind wir dem Wähler schuldig“.

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