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400 Jahre altes Erbe – das Lampl-Anwesen in Bad Kohlgrub. 

Architekt erklärt im Gemeinderat die Ursachen für den Mehraufwand

Lampl-Anwesen: Umbau und Sanierung wird deutlich teurer

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Es wird Winter: Vor Jahresende werden die Arbeiten am Lampl-Anwesen in Bad Kohlgrub nicht beendet sein. Nicht die einzige Überraschung. Das Projekt kostet auch mehr als geplant.

Bad Kohlgrub – Zu einem gefräßigen, nimmersatten Sparschwein entwickelt sich der Umbau des historischen Lampl-Anwesens in der Hauptstraße in Bad Kohlgrub, in dem künftig ein Kultur- und Vereinshaus entstehen soll. „Man kann nicht in jedes Detail hineinschauen, da treten dann manchmal unliebsame Überraschungen zu Tage“, merkt Architekt Michael Laubender an. Nur gut, dass die Gemeinde für dieses Projekt ganz beachtliche Zuschüsse erhält.

Mit dem Thema Kostenmehrung (um satte 520 000 Euro) – von bisher knapp 1,8 Millionen Euro auf jetzt 2,32 Millionen Euro – befasste sich der Kohlgruber Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Warum es bei dem denkmalgeschützten Bauernhaus – das Fälldatum des ältesten Holzstücks, das man dort gefunden hat, geht auf das Jahr 1627 zurück – aktuell zu einer Kostensteigerung kam, erläuterte Architekt Laubender vor dem Ratsplenum. Ursache dafür waren unter anderem höhere Entsorgungskosten für den Aushub im Stallbereich sowie ein Mehraufwand bei der Unterfangung zur Außenwandabsicherung und bei der Bodenplatte im Erdgeschoss. Der Planer: „Der zweite große Posten waren notwendige Restaurierungsarbeiten an den historischen Putzen, Fenstern, Türen und Ausstattungen.“ Allein diesen denkmalpflegerischen Mehraufwand beziffert die Kämmerin der Gemeinde, Kathrin Hölscher, auf 300 000 Euro. Ein kleines Beispiel führt Michael Laubender an: „Es hat sich erst durch Untersuchungen gezeigt, dass sich im Anstrich der alten Fenster bleihaltige Substanzen befinden.“

Krux und Glück zugleich für die Gemeinde ist die enge Verzahnung mit den Denkmalschutzbehörden. Nur alle vier Wochen ist Amtstag, um Dinge durch zu besprechen. Schnelle Entscheidungen, ohne die Denkmalschützer, könnten Fördermittel gefährden. Nur wenn die Behörden ihren Segen geben, fließen die Zuschüsse. Und darauf ist man bei der Kommune in hohem Maße angewiesen, um die Eigenmittel gering zu halten. Bisher sind für das Lampl-Anwesen schon folgende Mittel bewilligt worden: Regierung 757 800 Euro, Bezirk Oberbayern 50 000 Euro, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege 71 700 Euro, Bayerische Landesstiftung 155 000 Euro, Deutsche Stiftung Denkmalschutz 40 000 Euro und Landkreis 22 000 Euro – macht summa summarum 1,1 Millionen Euro.

Aufgrund der Kostenmehrung hat nun die Gemeinde bei vier Stellen um eine Aufstockung der Fördersumme nachgefragt. Daher musste das Architekturbüro Böhmer-Laubender die Ausschreibungen stoppen, um zuerst die finanzielle Situation abzuklären. Kämmerin Hölscher ist zuversichtlich, dass zusätzliche Mittel bewilligt werden.

Ursprünglich hätte der „neue Lampl“ schon im Sommer fertiggestellt werden sollen, nunmehr verzögert sich der Einweihungstermin. „Mindestens bis Jahresende“, prognostiziert Geschäftsleiter Tobias Riesch. Ein Problem sei auch noch die alte Tennen-Auffahrt des Hauses, die weggerissen werden musste, weil der Unterbau zu schlecht gewesen sei. „Wir brauchen aber auf dieser Seite unbedingt einen Notausgang für den neuen Saal“, erklärt Riesch. Nicht ausgeschlossen, dass bis zum Abschluss der umfangreichen Baumaßnahme noch die eine oder andere unvorhergesehene Überraschung daherkommt . . .

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