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Ein Versehen: Die blaue Markierung vor dem Lampl-Anw esen ist größer ausgefallen als geplant. foto: schauer

Verlegung an anderen Standort nicht möglich

Lampl-Anwesen: Blaue Markierung für „E-Car-Sharing“ war Irrtum

  • Manuela Schauer
    vonManuela Schauer
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Die Ladesäule vor dem Lampl-Anwesen samt Markierung bleibt. Nur nicht mehr ganz so groß. Gemeinderat Andreas Wojciak setzt sich mit seiner radikalen Forderung nicht durch.

Bad Kohlgrub– Ein weißes Auto, vier weiße Manschgerl und drum herum viel blaue Farbe: Das Piktogramm vor dem Lampl-Anwesen soll sagen: Seht her, hier steht das Auto für das E-Car-Sharing der Ammer-Loisach-GmbH, hier gibt es eine Ladesäule. Seit dem 26. Mai existiert die Bodenmarkierung, sie findet nicht nur Freunde. Vor allem Andreas Wojciak (Neue Liste) schäumt deshalb vor Wut. Bereits vor zwei Wochen hatte er einen Antrag gestellt und forderte: weg damit. Nach Rücksprache mit dem Unternehmen hat sich gezeigt: Es handelte sich nur um ein Versehen.

Die zuständige Baufirma brachte die Markierung irrtümlicherweise zu groß an. „Lediglich die unbedingt notwendige Fläche um die Carsharing-Zeichen herum hätte in blauer Farbe ausgeführt werden sollen“, teilte Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) im Gemeinderat mit. Die ganze Aufregung umsonst? Von wegen.

Firma verspricht: Blaue Fläche vor Lambl-Anwesen wird kleiner

Der Rathauschef informierte das Gremium über das weitere Vorgehen. Die Firma habe ihm bereits zugesichert, die blaue Fläche schnellstens zu reduzieren. Die Reinigungsmittel – schon bestellt. Wojciak hakte ein. „Ich habe nicht moniert, dass sie kleiner werden soll, sondern dass sie ganz wegkommt“, betonte der 40-Jährige. Er erachtet sowohl die Markierung als auch die Säule an dem Standort vor dem aufwendig sanierten Gebäude als unpassend. „Ich habe den radikalen Antrag gestellt“, meinte der Kommunalpolitiker. Antrag auf Beseitigung. Schließlich habe der Gemeinderat diesen Platz auch nicht beschlossen.

Degele versuchte, Aufklärungsarbeit zu leisten. Denn ursprünglich sah der Plan vor, die Ladesäule am gegenüberliegenden Gehweg zu installieren. Das funktionierte aber nicht. Und so wanderte sie zum jetzigen Standort. Auch die Südseite des Lampl-Anwesens – mit dem Gebäude will die Gemeinde den Bayerischen Staatspreis gewinnen – war in Betracht gezogen worden. „Da hätte man aber aufreißen müssen“, machte Degele deutlich. Sofort kam der Widerspruch. „Das stimmt doch nicht, wir haben da alles neu geteert“, konterte Wojciak und pochte weiter darauf, das Ganze zu verlegen. Was jedoch mit Kosten für die Kommune verbunden wäre.

E-Car-Sharing für Bürgermeister „eine super Geschichte“ - auch Standort in Ordnung

Die Bedeutung des zentralen Standorts spielt für den Bürgermeister eine wichtige Rolle. Vom E-Car-Sharing hält er ohnehin viel. „Das ist eine Super-Geschichte.“ Die Möglichkeit werde im Ort zwar noch nicht so gut angenommen, wie es sein könnte. Dafür aber besser als in manch anderen Gemeinden, in denen Ladesäule und Wagen kaum ins Auge stechen. Für Degele ist die Sache klar: Wenn man Klimaschutz fördern möchte, dann dürfe man die Carsharing-Station nicht verstecken. „Ansonsten brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn das Angebot keiner annimmt.“

Während Wojciak eine kleinere blaue Markierung weiter verweigerte, standen seine Kollegen im Gemeinderat der abgespeckten Variante offener gegenüber und lehnten seinen Antrag allesamt ab. „Ich habe kein Problem, wenn man’s ein bisschen reduziert“, sagte Josef Fischer junior. Als nicht gerade die „eleganteste Lösung“ bezeichnete Andrea Fend (beide Liste Landwirtschaft) den Standort vor dem Lampl-Anwesen. Aber das Angebot sollte man ihr zufolge schon sichtbar machen.

Kompromiss: Keine Figuren und kein Auto auf dem Boden

Einen Kompromiss-Vorschlag brachte Simon Eickholt (Neue Liste) in die Diskussion ein. Er könnte sich eine blaue oder weiße Umrandung vorstellen. Auf das Piktogramm mit den Figuren und dem Auto würde er verzichten und stattdessen einen Schriftzug „E-Car-Sharing“ bevorzugen. Alles so, „dass es besser zum Lampl passt“.

Wie die Markierung am Ende aussieht, wird Degele mit der Firma klären. „Sie wollte sich eh bei mir melden“, sagte er, „um alles gescheit durchzugehen.“ Zumindest beim zweiten Mal.

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