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„Da kann man keinen mehr drauf lassen“, sagt Gemeinderat Nikolaus Onnich über die 100-Meter-Bahn. Auf ihr besteht nach Ansicht vieler Lokalpolitiker Verletzungsgefahr.

Schwere Zeiten für die Sportler

Leichtathletik-Anlagen nicht nutzbar - doch die Gemeinde kommt nicht in die Pötte

Die Gemeinde Bad Kohlgrub unternimmt seit Jahren nichts gegen den Verfall ihrer Leichtathletik-Anlagen. Bislang wird nur diskutiert. Selbst über einen Zuschuss-Antrag des Sportvereins, der nach Oberammergau ausweichen muss.

Bad Kohlgrub – Kugel, Speer und Diskus liegen Vevi Lory besonders: In diesen Disziplinen bringt die Bad Kohlgruberin Leistungen, die zu den Top sechs in Bayern gehören. Aber nicht nur Lory, sondern auch weitere Sportler tragen großen Anteil daran, dass der SC Bad Kohlgrub zuletzt bei den Oberbayerischen Meisterschaften abgeräumt hat. Erfolge, auf die viele stolz sein können. Die Gemeinde braucht sich damit nicht zu rühmen. Im Gegenteil: Ihr sind die Anlagen auf dem Sportplatz am Erle seit langem nichts wert. Geld für eine Sanierung wird nicht ausgegeben. „Die 100-Meter-Bahn sieht nicht erst seit einem Jahr beschissen aus“, brachte es Andreas Wojciak (Neue Liste) auf den Punkt. „Ach, seit 15 Jahren“, ergänzte Michaela Frank (Freie Wähler).

Schmierschicht: Die Sprung-Anlaufbahn ist wellig, aufgerissen, teils mit grünem Moos bewachsen.

Im aktuellen Haushalt wie in der Finanzplanung der nächsten Jahre ist von Seiten der Verwaltung nicht ein Cent für eine Sanierung eingeplant. Ein Punkt, den Martin Niklas (Neue Liste) bereits in der Haushaltssitzung mit Nachdruck moniert hatte. Deshalb brachte seine Gruppierung nun den Antrag für eine Grundsatz-Entscheidung ein: Sollen die Anlagen erneuert werden oder nicht?

Bis man wieder trainieren kann, wird es noch dauern

Es folgte eine Diskussion, für die der amtierende Bürgermeister Franz Degele (Freie Wähler) wenig Verständnis zeigte: Schließlich habe er schon bei der Haushaltsberatung betont, dass er aufgrund seiner beruflichen Doppelbelastung in Vertretung des erkrankten Karl-Heinz Reichert derzeit nicht aktiv werden könne. Er versucht nun, in einer Urlaubswoche zur Regierung von Oberbayern zu fahren, um die Zuschuss-Situation zu klären. Eine Investition von 350 000 bis 400 000 Euro stehen im Raum. „Das ist aber nur eine grobe Schätzung.“

Ohne konkrete Zahlen taten sich die Gemeinderäte mit dem Grundsatzbeschluss schwer. „Wir sind in der Bringschuld“, rief Nikolaus Onnich (Liste Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) trotzdem in Erinnerung. Die Beläge seien in einem so schlechten Zustand, „da kann man keinen mehr drauf lassen.“ Am Ende der Diskussion stand der einstimmige Beschluss, dass man etwas tun will. Vorher müssten aber die Kosten ermittelt und die Zuschüsse geklärt werden.

Bis man wieder vernünftig trainieren kann, wird es also noch dauern. So lange die Politik nichts unternimmt, bleibt den Sportlern des SC nur, nach Oberammergau auszuweichen. Man könnte meinen, dass die Verwaltung und der Gemeinderat einem Fahrtkosten-Zuschuss sofort nachkommen würden. Zumal es nur um 648 Euro geht. Vor der Zustimmung diskutierten die Lokalpolitiker aber lieber um Grundsätzliches und die neue Vereinsförderrichtlinien. Die gab es 2013 noch nicht. Damals wurden die Fußballer mit 2400 Euro unterstützt, um ohne eigenen Platz in Oberau zu trainieren.

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