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Hart wie Beton – die Laufbahn im Erle-Sportzentrum. Hier besteht dringender Sanierungsbedarf.

„Momentan wie gelähmt“

Leichtathletikanlage in Kohlgrub ist ein Sanierungsfall

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Risse, Unkraut und mehr: Die Leichtathletikanlagen im Kohlgruber Sportzentrum sind in schlechtem Zustand. Bei den Kosten für die Sanierung verschlug es den Gemeinderäten fast die Sprache.

Bad Kohlgrub – Verstopfte Drainagen, wucherndes Unkraut, Risse im Belag und eine Tartanbahn hart wie Beton. Die Leichtathletikanlage im Bad Kohlgruber Sportzentrum Erle verdient eigentlich diesen Namen nicht mehr und birgt immer mehr Risiken für aktive Sportler, sich zu verletzen. Dennoch vermeldet die Leichtathletik-Abteilung des Sportclubs nicht nur einen wahren Boom an Aktiven (derzeit 120 Kinder und Jugendliche von vier bis 19 Jahren), sondern auch ganz beachtliche Erfolge. So wurde heuer im Mai Vevi Lory Oberbayerische Jugend-Meisterin im Mehrkampf mit fünf Disziplinen.

Die Anlagen im Erle zu modernisieren, hat die Gemeinde schon seit drei Jahren auf dem Schirm. Bisher scheiterte dieses Vorhaben an fehlenden Fördermitteln und Einsprüchen der Regierung. In der jüngsten Gemeinderatssitzung lobte Bürgermeister Karl-Heinz Reichert die heimischen Leichtathleten für ihre Geduld und ergriff nun selbst die Initiative. In den Haushaltsberatungen war ihm mit auf den Weg gegeben worden, sich um die mögliche Bezuschussung und entsprechende Planungen zu bemühen. 

Reichert beauftragte ein IngenieurbüroGesamtpaket nicht finanzierbar, in Absprache mit dem Sportclub und der Schule ein Gesamtkonzept zu erstellen. Dieses lag nun dem Gemeinderat vor, doch als die Kostensumme für den Sanierungsaufwand genannt wurde, verschlug es den Ratsmitgliedern fast die Sprache – 850.000 Euro! Schnell wurde deutlich, dass Finanzmittel in diesen Dimensionen im Haushalt nicht zur Verfügung stehen. Wobei der Rathauschef eine Lanze für die Abteilung brach: „Auch wenn wir sicher nicht alles machen können, müssen wir hier dran bleiben. Die Anlagen sind marode. Es ist kein Luxus, hier dringend Verbesserungen zu schaffen.“

Nikolaus Onnich räumte ein, „dass eine Sanierung grundsätzlich notwendig ist, aber irgendwo müssen wir mal bei den ganzen Projekten die Brems’ neihauen.“ Georg Doll riet dazu, mit der Regierung in Kontakt zu treten und abzuklären, ob man nicht einzelne Schritte verwirklichen könne, die dann auch förderfähig seien. Dazu merkte Bürgermeister Reichert an, dass es für solche Sportanlagen keine exakten Förderrichtlinien gebe. Neben anderen Gemeinderäten vertrat auch Andreas Wojciak die Auffassung, dass „diese Mercedes-Ausführung“ nicht realisierbar sei. Man müsse das Konzept überarbeiten und festlegen, was nötig sei: „Mehr als 450.000 Euro sind nicht drin, und dann müssen wir noch 50 Prozent Förderung bekommen.“ Wojciak verlangte eine Zusammenkunft von Gemeinde, Planern, Sportclub und Schule, um dies abzustimmen. Darauf einigte sich schließlich auch der Gemeinderat. „Zuversichtlich, dass jetzt was passiert“ ist Anja Lory, 2. Abteilungsleiterin der Leichtathleten, „denn momentan sind wir wie gelähmt“. Unter diesen Bedingungen könne man 2018 kein Sportfest mehr durchführen. Und was steht auf der Wunschliste? Lory: „Eine Sanierung der Laufbahn sowie eine Verbesserung der Anlagen für Weit- und Hochsprung sowie Kugelstoßen und Diskuswerfen.“

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