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Typische Situation: Eine Mutter bringt ihre Tochter mit dem Auto in die Erlestraße. 

Gemeinderat will Unfälle vermeiden

Maßnahmen-Paket für die Kohlgruber Erlestraße

Es finden sich keine Schulweghelfer, die Situation an der Erlestraße bleibt gefährlich. Deshalb hat der Bad Kohlgruber Gemeinderat ein ganzes Maßnahmen-Paket verabschiedet. Dazu gehören ein Halteverbot und ein Zebrastreifen.

Bad Kohlgrub – Seit Jahren versucht die Gemeinde Bad Kohlgrub, Bürger als Schulweghelfer an der Erlestraße zu gewinnen. Mit geringem Erfolg: „Eine Dame“ ist laut Franz Degele – derzeit als Stellvertreter für den erkrankten Bürgermeister Karl-Heinz Reichert im Einsatz – bereit gewesen, ihre Zeit für die Kinder zu opfern. „Das ist ein Armutszeugnis“, sagte der Freie Wähler, als es jetzt im Gemeinderat wieder um die Sicherheit auf dem Schulweg ging. Um Unfällen vorzubeugen, haben die Lokalpolitiker eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht.

Ganz oben auf der Liste steht ein Zebrastreifen, auch wenn Degele vor zu viel Optimismus warnte. Zum einen, weil eine Zählung und Tempomessung der Gemeinde ein klares Bild gezeigt hat: Grundsätzlich fahren nicht besonderes viele Autos auf der Erlestraße. Und dann auch nicht übermäßig oft zu schnell. Zum anderen gewährleiste ein Zebrastreifen Degele zufolge auch keine absolute Sicherheit. Der Vize-Bürgermeister stellte in Aussicht, vor dem Anbringen der Farbmarkierung das Landratsamt um eine Prüfung zu bitten. Trotzdem beharrte die Mehrheit des Gremiums auf einen Zebrastreifen. Wenn auch bei 7:6-Stimmen eine knappe.

Trotz allem Aktionismus stieß den Räten in der Sitzung vor allem eines auf: Degele erinnerte daran, dass es eine Unterschriften-Sammlung im Kindergarten und der Schule gab. Dabei sprachen sich 500 Bad Kohlgruber für einen Zebrastreifen aus – weil „sie die Querung der Erlestraße für gefährlich halten.“ Selbst als Schulweghelfer die Situation zu verbessern – das könne sich aber keiner der Eltern vorstellen. Auch die nicht, die ohnehin vor Ort sind, weil sie ihr Kind mit dem Auto zur Schule fahren.

„Ich finde das total traurig, dass sich niemand findet“, unterstrich Martina Höck (Liste Für Landwirtschaft, Natur und Erholung) die Worte des Bürgermeisters. Und Gilbert Ullmann (Neue Liste) fragte sich, warum das System nicht in Bad Kohlgrub, dafür aber in vielen anderen Orten funktioniert. Beispielsweise in Grafenaschau, wo es „sechs oder sieben“ Schulweghelfer gebe.

Unbeirrt von den Schwierigkeiten in der Vergangenheit will die Gemeinde einen erneuten Anlauf nehmen. Sie hofft auf Bürger, die sich zu Schulbeginn und -ende etwas Zeit für die Kinder nehmen wollen. Wer sich einbringen will, kann sich im Rathaus, im Kindergarten oder auch in der Bad Kohlgruber Schule melden.

Geschlossen entschieden sich die Lokalpolitiker zudem dafür, das bestehende Halteverbot auf rund 30 Meter auszuweiten. Erhoffter Effekt: Die Kinder müssen nicht mehr versuchen, zwischen den stehenden Autos die Straße zu überqueren. Eine gefährliche Situation, weil sie, wie Degele im Sachvortrag beschrieb, „durch die geringe Körpergröße weder selbst ausreichend sehen, noch gesehen werden“.

Befürchtet wird von der Verwaltung wie von den Räten jedoch, dass sich die Eltern nicht daran halten. Deshalb beschloss das Gremium mit 10:3-Stimmen auch, die Beachtung des Verbots verstärkt im Auge zu behalten. Die Stundenzahl, in denen der Zweckverband den Verkehr im Ort prüft, wird um 120 Minuten erweitert. Die zusätzlichen zwei Stunden sollen ausschließlich der Erlestraße gewidmet werden. Keine Mehrheit fand sich letztlich dafür, feste neue Geschwindigkeitsanzeigen in dem Bereich aufzustellen.

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