Riesige Waben hat ein Bienenvolk in einer Hausfassade in Bad Kohlgrub gebaut. Feuerwehrmann Dominikus Mangold rettet behutsam die Insekten.
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Riesige Waben hat ein Bienenvolk in einer Hausfassade in Bad Kohlgrub gebaut. Feuerwehrmann Dominikus Mangold rettet behutsam die Insekten.

Bienenvolk in Hausfassade aufgetaucht

Heikle Mission in Bad Kohlgrub: Rettet die Königin

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Bad Kohlgruber Feuerwehr hilft Bienenvolk beim Umzug - es nistete 30 Jahre lang in einer Hausfassade. Zwei Kameraden nahmen sich der Herausforderung an: mit Happy-End!

Bad Kohlgrub – Mit Insekten kennt sich Dominikus Mangold aus. Als Hobbyimker kümmert er sich in seiner Freizeit um stolze fünf Bienenvölker. Und auch als Berufsfeuerwehrmann in München hat er schon die eine oder andere Bekanntschaft mit Hornissen-Nestern gemacht, die aus Häusern und Gärten umgesiedelt werden mussten. Alles andere als ungefährlich. Der Bad Kohlgruber hat daher schon einiges erlebt, geht es um die kleinen summenden Tierchen. Doch der Einsatz, den es mit der Feuerwehr Bad Kohlgrub am Wochenende zu meistern galt, war auch für ihn eine Herausforderung. Gemeinsam mit seinem Bruder Andreas Mangold musste das Duo ein Bienenvolk aus einer Hausfassade im Dorf retten.

Am Donnerstagabend erhält Dominikus Mangold einen Anruf. Eine Frau ist am Apparat. Sie erzählt, dass sie gerade ihr Haus renoviert. Auch die Fassade muss erneuert werden. Doch befindet sich dort schon seit über 30 Jahren in der Wand ein rühriges Bienenvölkchen. Seit drei Jahrzehnten leben beide Parteien friedlich quasi Wand an Wand.

Hausbesitzerin aus Bad Kohlgrub sorgt sich um tierische Nachbarn

Nun aber sorgt sich die Kohlgruberin um ihre tierischen Nachbarn. Um das Volk bei den Fassadenarbeiten nicht zu zerstören, muss es umziehen. Zahlreiche Imker hat sie angefragt. Alle haben ihr abgesagt. Denn die Mission ist heikel: Der Wabenbau ist 120 auf 80 Zentimeter groß und schwer zugänglich. Nur wenn die Königin ausgemacht und sicher geborgen werden kann, überlebt der Nachwuchs. In ihrer Verzweiflung rief sie letztlich die ehrenamtlichen Kameraden der Kohlgruber Feuerwehr an. Wer die berühmte Katze vom Baum rettet, schafft es vielleicht auch, 30 000 Bienen umzusiedeln.

Sie liegt richtig. „Ich habe ihr sofort zugesagt“, betont Mangold. Er schnappt sich seinen Bruder, ebenfalls ein Hobby-Imker, und macht sich am Samstagmorgen auf den Weg zum Anwesen. Den Zeitpunkt wählen die Brüder weise. Denn bei der morgendlichen Kälte bleiben die Bienen auf den Waben sitzen, sind träge und weniger aggressiv.

Feuerwehr-Duo kämpft sich mit Schutzanzügen Schicht für Schicht zu den Bienen vor

Langsam, Schicht für Schicht, kämpft sich das Duo in ihren Schutzanzügen zu dem großen Wabengebilde vor. Mit Rauch werden die Insekten beruhigt: Er wird von den Bienen als Vorbote für einen Waldbrand wahrgenommen. Sie nehmen viel Honigproviant auf und werden dadurch „relaxter“. Jeder Handgriff passiert behutsam, die alles entscheidende Königin darf den beiden nicht entwischen oder gar getötet werden. Mangold macht sie schnell aus: Die Arbeiterbienen bilden einen Schutzwall um sie, um ihre Anführerin warm zu halten und zu schützen. Sie ist größer als ihre Artgenossen. Vorsichtig legen sie die Mangolds in einen eigens von einem Zimmerer angefertigten Holzkasten, die sogenannte „Bienenbeute“. Der Plan geht auf: Die 25 000 bis 30 000 Insekten folgen ihrer Herrscherin in den Kasten.

Die Bienen sind in Sicherheit, doch muss Mangold nun einen neuen Besitzer für das Volk finden. Noch am Wochenende meldet sich sein Nachbar bei ihm – ebenfalls ein Hobbyimker. Er hat Platz und Zeit, um die fleißigen Insekten in ihre neue Heimat einzugewöhnen.

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